Stadt Verl verleiht erstmals einen Heimatpreis


Stadt Verl

Erstmals hat die Stadt Verl in einer Sonderratssitzung am Tag des Ehrenamtes den Heimatpreis 2019 vergeben. Als erster Preisträger wurde Werner A. Boettcher ausgezeichnet, den zweiten Preis teilen sich Regina Linnemann und Johannes Großerüschkamp. Ein Sonderpreis ging an Doris Hollenhorst. Die Auswahl sei dem Ausschuss für Bildung, Sport, Kultur und Generationen aufgrund der zahlreichen interessanten Bewerbungen nicht leicht gefallen, sagt Ausschuss- und Juryvorsitzende Gabriele Nitsch. Die jetzigen Preisträgerinnen und Preisträger jedoch erfüllten das Schwerpunktkriterium „Förderung der regionalen Identität und des Heimatbewusstseins“ in besonderem Maße.

 

„Verl und das Verler Land sind stark geprägt durch kirchlich-religiöse und volkskundliche Aspekte. Diese näher zu beleuchten und der Nachwelt zu erhalten, ist ein wichtiges Anliegen von Werner A. Boettcher“, sagte Gabriele Nitsch. Sein Engagement spiegele sich in unzähligen Forschungen, Schriften, Jahrbüchern und Veröffentlichungen wider, so etwa über Wegkreuze, Heiligenhäuschen, Kapellen und Bildstöcke, als einer der Hauptautoren der Jubiläumsschrift „Unsere Pfarrkirche St. Anna in Verl 1792-1992“ oder als Verfasser eines Faltblatts über die Seppler-Kapelle. Für sein Wirken erhielt Boettcher den mit 2.000 Euro dotierten ersten Preis.

 

Regina Linnemann habe als langjähriges Mitglied des Heimatvereins in den vergangenen Jahrzehnten keinen Weg gescheut, um Unterlagen zur alten Grafschaft Rietberg und zu den Höfen des Verler Landes zu sichten, zu erforschen und die historischen Dokumente zu reproduzieren. Ihr Wissen sei einmalig. „Sie hat alles im Kopf“ heiße es oft bewundernd von Menschen, die Fragen an sie zur Erforschung der Höfe und Familien im Verler Land hätten, berichtete Nitsch. Dafür erhielt Regina Linnemann ebenso den mit 1.500 Euro dotierten zweiten Preis wie Johannes Großerüschkamp, der neben seiner eigenen Ahnenforschung auch die Einträge in den Verler Kirchenbüchern verschriftlicht und abfotografiert hat. Indem er wichtige Aktensammlungen und Datenbanken dem Stadtarchiv und dem Heimatverein zur Verfügung gestellt habe, habe er eine wertvolle Grundlage für die heimatgeschichtliche Arbeit geschaffen, erläuterte Nitsch.

 

Angesichts der gefährdeten Lebensräume für Insekten leiste Doris Hollenhorst eine ganz wichtige Arbeit. Sie baue Nist- und Überwinterungshilfen für verschiedene Insekten und informiere darüber, was jeder Einzelne in seinem Garten unterstützend tun könne. „Dieses Projekt, das sich durch Nachhaltigkeit auszeichnet und mit großem Engagement gelebt wird, war der Jury einen mit 250 Euro dotierten Sonderpreis wert“, so Gabriele Nitsch.   

  

Hintergrund des Ratsbeschlusses zur Auslobung des Heimatpreises war das Heimatförderprogramm des Landes NRW. Unter dem Motto „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet“ hat die Landesregierung ein Programm ins Leben gerufen, das sich über die gesamte Legislaturperiode erstreckt. Der Heimat-Preis ist dabei eine von insgesamt fünf Säulen. Entschließt sich eine kreisangehörige Gemeinde, den Preis für Engagement im Bereich Heimat auszuloben, erhält sie von der Landesregierung 5.000 Euro Preisgeld, die als einzelner Preis oder in bis zu drei Preisabstufungen verliehen werden können.

 

Bildzeile:
Gabriele Nitsch (2. v. l.) verlieh den Heimatpreis 2019 an (v. l.) Johannes Großerüschkamp, Regina Linnemann und Werner A. Boettcher.