Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Donnerstag, 19. März 2020, ca. 21:45 Uhr


21:45 Uhr

Der nächste Tag im Krisenmodus neigt sich dem Ende zu. Bereits am Morgen um kurz nach 6:15 Uhr gebe ich ein erstes Interview Radio Gütersloh. Es geht um meinen Post von gestern Abend, in dem ich deutlich gemacht habe, dass ich sehr sauer darüber bin, wie sich einige junge Menschen verhalten und noch wenig gelernt haben über die Gefahren des Coronavirus. Diese Partys auf Schulhöfen und öffentlichen Stellen müssen ein Ende haben! Heute Abend ist es eindeutig ruhig gewesen. Hoffentlich lag es nicht nur am Wetter sondern auch an der Einsicht.

 

Der Tag beginnt im Büro beginnt derzeit immer mit der Aufnahme von vielen Informationen: Erschreckende Bilder und Neuigkeiten gibt es noch aus Italien. Mir ist klar, wir müssen alles tun, damit es nicht ansatzweise so in Deutschland und in Verl wird.

 

In der Konferenz mit den Fachbereichsleiterinnen und Fachbereichsleitern sowie der Dezernenten der Stadt werde ich auch auf Stand aus den einzelnen Bereichen gebracht. Die Kita Betreuung, die Elternbeiträge sind dabei genau so Themen wie die Schulen oder die Flüchtlingseinrichtungen. Auch gibt es viele Absprachen organisatorischer Art über den Arbeitsablauf im Rathaus, nachdem jetzt morgen die Schließung für die Bürgerschaft ansteht. Auch werden weitere Szenarien für den Fortgang der Krise besprochen.

 

Dann kehrt kurz der Alltag ein, als ich eine Telefonkonferenz mit einem Vorstandsmitglied der Deutschen Glasfaser führe. Es geht um den weiteren Ausbau und um eine Reaktion auf mein Schreiben an die Deutsche Glasfaser, in dem ich deutlich gemacht habe, dass ich mit einigen Dingen überhaupt nicht einverstanden bin. Vielleicht haben wir in 14 Tagen eine Antwort auf viele Fragen vorliegen, die derzeit von Verlerinnen und Verlern in Bezug auf den Glasfaserausbau gestellt werden. Ich bin gespannt. Ein Bemühen auf Seiten der Firma Deutsche Glasfaser habe ich jedenfalls erkannt. Erst einmal ruht auch in einigen Bereichen der Ausbau, da die ausländischen Arbeiter zum ganz großen Teil in die Heimat zu ihren Familien zurückbeordert wurden.

 

Nach dem Telefonat gibt es viele Absprachen über Pressemitteilungen, die wir noch herausbringen wollen. Ich habe einen Großteil bereits veröffentlicht.

 

Die telefonische Bürgersprechstunde mit vier Bürgerinnen und Bürgern bringt auch ein paar neue Themen auf den Schreibtisch. Zwischendurch stimme ich mich mit dem Ordnungsamt über weitere Dinge ab, die im Laufe des Tages eingegangen sind. Es ist zum Beispiel die Frage, ob Hundeschulen geöffnet sein dürfen oder nicht. Sie gehören zu den Dienstleistungen; die sind von der Landesregierung genauso wie Handwerksbetriebe von einer Schließung befreit. Eine Grauzone ist das bestimmt mit den Hundeschulen, finde ich jedenfalls. Dann beschäftigen mich noch private Laufgruppen am Ölbach, die jetzt verstärkt auftreten. Gruppen mit bis zu zehn Läuferinnen und Läufern sind unterwegs. Ich bin zwar begeisterter Jogger, aber ob ich Verständnis für eine solche sportliche Gemeinschaftsaktion aufbringen kann?, eher nicht. Denn auch beim Sport sollte die soziale Distanz gelten. Da gibt es für mich eben keine Grauzone. Nicht umsonst sind alle Sportplätze und Sporthallen gesperrt. Auch hier hoffe ich, dass die Vernunft wie bei den Jugendlichen, die heute nicht mehr gefeiert und gegrillt haben, siegt.

 

Am Abend steht dann noch eine Telefonkonferenz auf der Agenda und das Tagebuch. Heute gehe ich zufriedener ins Bett als gestern. Es gibt zwar noch immer Bereiche, in denen gegen die Anordnungen zum Schutz vor der weiteren Ausbreitung des Virus verstoßen wird, aber ich glaube, es sind jetzt Einzelfälle, die wir in den Griff bekommen. Und dann bin ich sehr zufrieden, weil die Spendenaktion für Nahrungsmittel und Geld für die Initiative Verler helfen Verler Erfolge verzeichnet. Weiter machen!, möchte ich gerne zurufen! Ich stehe für jede Unterstützung bereit. Viele Verlerinnen und Verler halten jetzt zusammen! Das macht Mut für die nächsten Wochen, die da noch kommen werden. Wir stehen erst am Anfang der Krise und wir brauchen noch viele Tage und Geduld und natürlich Durchhaltevermögen und den Glauben daran, dass bessere Zeiten kommen. Sie werden wiederkommen, da bin ich mir sicher. Wir dürfen aber nicht aufhören, gemeinsam an den unterschiedlichen Stellen für diese besseren Zeiten zu kämpfen.

 

In diesem Sinne Kraft tanken und schlafen, ich sage für heute gute Nacht Verl und morgen wachen wir mit neuem Tatendrang auf...

 

Ihr/Euer Michael Esken