Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Dienstag, 17. März 2020, ca. 22.00 Uhr


22:00 Uhr

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus werden im Laufe des Tages mehr und mehr. Aber es gibt auch Unsicherheiten z.B. bei vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, bei Firmenchefs und -chefinnen, im Einzelhandel und bei den Gaststätten. Politikerinnen und Poltiker stellen sich vor die Kameras und begründen neue Maßnahmen. Am Ende der Informations- und Umsetzungskette stehen die Kommunen mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. Selbst ich hole mir noch einige Informationen aus den Pressemitteilungen der Ministerien, bereite dann gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung Erlasse vor im Vertrauen auf das Gesagte. Ich wünsche mir als Quintessenz aus dem heutigen Tag noch mehr Souveränität und weniger Hektik in dem Überholen von Ankündigungen und Maßnahmen. Ein Beispiel: Einmal sollen die Geschäfte bis auf die Lebensmittelgeschäfte zeitnah schließen, dann am Abend wissen wir, die Geschäfte dürfen fast alle bis auf Weiteres öffnen, Also, es gibt sinnvollerweise noch Puzzle und Gesellschaftsspiele in der Stadt, auch wenn das "Klopapier" vergriffen ist. Man kan tatsächlich noch Prioritäten beim Einkauf setzen. (Ergänzung: Gerade habe ich diese Zeilen geschrieben, da werde ich schon wieder eingeholt durch eine neue Verfügung des Landes NRW. Jetzt sollen doch die meisten Geschäfte ab morgen schließen...vgl. Post an anderer Stelle). Die Gaststätten, so ein anderes Beispiel, sollen einmal um 18 Uhr schließen, jetzt ist es bereits um 15 Uhr.

 

Liebe Facebook-Gemeinde, liebe Bürgerinnen und Bürger, auch wir in der Stadtverwaltung machen unsere Arbeit; Sie können sich sicher sein, dass wir alle bemüht sind, unser Bestes zu geben. Wir haben eine Situation, die man so noch nicht erlebt hat, deshalb ist ein umsichtiges Verhalten angezeigt. Ich habe mich entschieden, nicht auf Presseankündigungen, Verlautbarungen über beabsichtigte Maßnahmen oder lautes Poltern in digitalen Netzwerken zu reagieren, sondern zunächst immer die tatsächliche Verfügung aus den Ministerien abzuwarten, auszuwerten und ggfl. an Verler Verhältnisse soweit möglich anzupassen. Es wird weiter Einschränkungen geben: Die Spielplätze werden jetzt geschlossen, die Vereinswelt kommt faktisch zum Erliegen. Das passiert alles, um die Ausbreitung zu verlangsamen. Das Rathaus hat seit heute nur noch einen Eingang. Wir haben einen Weg für die Besucherinnen und Besucher vorgegeben, damit wir wissen, wer sich im Rathaus aufhält. Meine Bitte ist weiterhin, möglichst viele Gänge, egal wohin, zu sparen und einfach zu prüfen, ob man nicht auch etwas telefonisch regeln kann. Deshalb habe ich auch entschieden, eine Sitzung mit den Fraktionsvorsitzenden aus dem Stadtrat nicht wie erst angedacht, mit persönlicher Anwesenheit durchzuführen, sondern per Videokonferenz abzuhalten. Ein Experiment, ich berichte morgen, ob es geklappt hat. Auch unsere vielen Jubilarinnen und Jubilare werden jetzt persönlich angerufen und wenn sie Lust und technisch gut drauf sind, wird Ihnen mit einer Videobotschaft live gratuliert. Auch die Bürgersprechstunde wird ein ähnliches Modell am Donnerstag erleben. Es sind völlig neue Formen der Kommunikation, die jetzt gestartet werden, aber es wird für eine Zeit bestimmt auch funktionieren.

 

Ein großes Dankeschön muss ich wieder in Richtung freiwillige Helferinnen und Helfer schicken. Gestern hatte ich noch das ehemalige Steakhouse als Unterkunft für die Verteilung und Aufbewahrung von Lebensmittel für bedürftige Personen zur Verfügung gestellt. Heute war der Raum zu klein. Es wurde im Laufe des Tages umgezogen in die alte Post. Da wir derzeit als Verwaltung wenig Außentermine wahrnehmen, konnte ich auch ein Elektrofahrzeug zur Verfügung stellen. Es ist eine spontane Hilfe, die derzeit sich gut selbst organisiert. Helferinnen und Helfer sind gerne willkommen. Einfach an Nadine Ammer per PN wenden. Danke an das neue Team für Nächstenliebe in Verl!

 

Ach ja, und wenn heute am späteren Nachmittag oder am Abend die Kolleginnen und Kollegen des Bauhofes unterwegs waren, dann ist das auch ein Zeichen für etwas Normalität, nur eben zu ungewöhnlichen Zeiten an gewöhnlichen Orten.

 

In diesem Sinne eine ruhige und gesunde Nacht.

 

Ihr/Euer Michael Esken