Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Montag, 16. März 2020, kurz nach 22 Uhr


22:00 Uhr

Der Tag neigt sich dem Ende zu. Corona, das Virus, hat uns alle im Griff, egal ob positiv getestet oder damit beschäftigt, sich vor der Ansteckung zu hüten.

 

Ich versuche in den kommenden Tage abends, die Geschehnisse eines Tages in Verl zusammenzufassen.

 

Bereits am Sonntagnachmittag habe ich in Absprache mit den beiden Beigeordneten der Stadt Verl erhebliche Veränderungen für den Ablauf der Verwaltung festgelegt. Wir arbeiten seit heute Montag in weiten Teilen in einem Schichtbetrieb. Das gilt übrigens auch für den Bauhof. Ein Tausch zwischen den Schichten ist für die Kolleginnen und Kollegen nicht möglich. Es gibt eine Früh- und eine Spätschicht. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Verwaltung so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Die Kolleginnen und Kollegen der Stadt geben alles, sicher so wie in allen Betrieben und Geschäften, aber die Einschläge kommen näher und näher. Auch ein Mitarbeiter des Rathauses ist vorsorglich erst einmal zu Hause geblieben. Der Test steht noch aus. Im Laufe des Tages sind die neuen Anordnungen aus dem Land umzusetzen. Eine Allgemeinverfügung für die Gaststätten und viele andere Bereiche muss erarbeitet werden. Wir können noch die Öffnungszeiten des Rathauses aufrecht erhalten. Dennoch bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger, möglichst nur in ganz wichtigen Fällen ins Rathaus zu kommen. Am besten vorher einmal anrufen.

 

Am frühen Abend habe ich dann ein tolles Gespräch mit einer Bürgerin und einem Bürger geführt, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, weil u.a. die Verler Tafel ihre Ausgabe eingestellt hat. Übrigens dies auch, weil es aufgrund der vielen Hamsterkäufe leider wenig gibt, was für die Tafeln zum Verteilen übrig bleibt. Bitte nicht hamstern! Das schadet am Ende auch den bedürftigen Menschen in der Stadt.

 

Ich habe kurzerhand das alte Steakhaus zur Verfügung gestellt und wir organisieren jetzt möglichst viele Ehrenamtliche, die mithelfen wollen. Natürlich müssen wir dabei auch die notwendige Distanz bei den sozialen Kontakten wahren. Ich bin gespant, ob wir es hinbekommen, zumindest ein paar bedürftigen Menschen zu helfen.

 

Um 18.30 habe ich erstsmal eine Viedokonferenz mit Freunden aus Verl durchgeführt. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man plötzlich über das Tablet mit Bekannten spricht, die eigentlich Luftlinie nur 100 Meter entfernt sind. Aber wir versuchen alle, möglichst Kontakte zu vermeiden, um nicht selbst zum Überträger zu werden. Gegen 21 Uhr habe ich noch mit einem Gastronom gesprochen und ihm ein paar Hinweise zum Erlass, der morgen von mir unterschrieben wird, gegeben. Obwohl alle in der Gastronomie und viele andere auch wirklich große Einbußen zu erwarten haben, habe ich Verständis für die Maßnahmen erfahren. Danke dafür! Wir tun alle unsere Arbeit und wir haben einen Auftrag: Das Virus darf sich nicht so schnell verbreiten wie z.B. in Italien, damit wir insbesondere ältere und kranke Menschen schützen können. Eine Mammutaufgabe und uns wird deutlich, wie verletzlich wir Menschen sind, wieviel soziale Kontakte wir haben. Jetzt ist der Montag zu Ende, dem Kollegen BM aus Schloß Holte Stukenbrock wünsche ich eine gute Genesung und allen anderen bleiben Sie gesund.

 

Bis Morgen dann auf dem noch langen Weg hin zur Normalität...