Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Montag, 30. März 2020, ca. 21:15 Uhr


21:15 Uhr

Was für ein Tag! Es ist einer dieser Tage, die anders verlaufen, als man es geplant hat. Aber was ist schon normal in der augenblicklichen Zeit?

 

Zunächst ist es ein ganz normaler Tagesbeginn mit den entsprechenden Informationen aus den Fachbereichen. Hier gibt es die Erkenntnis, dass die Verwaltung weiterhin voll funktionsfähig ist. Es gibt keine nennenswerten Erkrankungen oder Abmeldungen in der Verwaltung. Etwas umfangreicher ist der Bericht des Ordnungsamtes. Ich habe dazu gestern Abend in meinem Blog schon ausgeführt. Mittlerweile hat die Verwaltung auch Briefe an Familien mit vier Kindern und mehr verschickt. Inhalt der Schreiben ist einerseits die Legitimation als kinderreiche Familie und andererseits die Bitte an die Lebensmittelgeschäfte, die Abgabemengen von stark nachgefragten Gütern und Lebensmitteln für personenreiche Familien moderat zu erhöhen. So wollen wir den Familien zusätzliche Wege zur Deckung des Tagesbedarfs ersparen. In Verl leben derzeit 66 Familien mit vier und mehr Kindern. Vielleicht folgen auch andere Kommunen dem Beispiel Verls im Sinne der Familienfreundlichkeit.

 

Dann ist eine Videokonferenz mit etwa acht Gesprächspartnerinnen und -partnern für 10 Uhr angesetzt. Es geht um relativ komplexe Sachverhalte. Ein paar Mal wird die Konferenz unterbrochen, um Rücksprachen und Bewertungen im eigenen Haus vorzunehmen. Dann eine WhatsApp von den Verler Spontanhelfern: Sie haben eine Frage und benötigen Hilfe. Ich muss sie zunächst auf den Nachmittag vertrösten. Die Videokonferenz dauert dann bis sage und schreibe 16:00 Uhr. Den natürlichen Hunger befriedige ich zwischendurch mit M & Ms, zwei Äpfeln der Marke Gala und ein paar Tassen Kaffee und Cola Zero. Einige werden jetzt fragen, was dauert in Verl so lange, warum muss man über Stunden einen Sachverhalt besprechen? Hierauf erwidere ich: Wir sind noch nicht fertig, es gibt zwei weitere Termine im Laufe dieser Woche. Ob die Gespräche dann erfolgreich sind, das werden die nächsten Tage zeigen. Jedenfalls geht es um die Vorbereitung eines Themas für die Ratssitzung am 5. Mai 2020.

 

Ich hoffe, dass wir dann wieder im Rat außerhalb von Dringlichkeitsbeschlüssen tagen können.

 

Am späten Nachmittag erfolgt die zugesagte Rücksprache mit dem Spontanhelfern. Sie haben erfahren, dass die Tafeln im Kreis Gütersloh ihre Arbeit wieder aufnehmen wollen. Wir besprechen, dass die Spontanhelfer Verl weiterhin dienstags und freitags ihren Dienst für die gute Sache in der alten Post leisten. Sie haben schon sehr vielen Menschen in der Stadt geholfen.

 

Später bereite ich mich nach ein paar Telefonaten auf eine weitere Videokonferenz am Abend vor. Zwischendurch wird die Post vom Wochenende bearbeitet. Ich habe das Gefühl, dass deutlich weniger Post als sonst im Rathaus eingegangen ist. Vielleicht liegt es daran, dass auch die Postlaufzeiten im Augenblick einfach länger sind.

 

Die Zahlen des Kreises werden von mir veröffentlicht und kommentiert. Wir haben immer noch steigende Infektionsfälle im Kreis Gütersloh und gleichzeitig eine Zunahme der genesenen Personen. Letzteres ist ein kleiner Lichtblick. Was mir aber Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass die Zahl der intensiv zu betreuenden Patienten in den Krankenhäusern deutlich zugenommen hat. Damit in Zukunft genügend Beatmungsplätze vorhanden sein können, müssen wir gemeinsam weiter daran arbeiten, die Kurve der Infektionen nicht zu stark steigen zu lassen. Das geht am besten durch #VerlBleibtZuHause.

 

In diesem Sinne werden wir auch morgen arbeiten und ich wünsche Ihnen eine ruhige und gesunde Nacht, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl