Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Donnerstag 2. April 2020, ca. 21:45 Uhr


21:45 Uhr

„Verl - hier kaufe ich“ ist der neue Aufmacher für das Wirtschaftsportal der Stadt Verl. Wir bieten unseren Gastronomen und Einzelhändlern sowie sonstigen Gewerbetreibenden, die jetzt einen Lieferdienst oder eine Abholmöglichkeit oder andere zugelassene Verkaufsform ihren Kunden anbieten, eine Werbeplattform an. In der letzten Woche sind wir damit gestartet und viele Betriebe haben schon zu einem entsprechenden Inhalt beigetragen. Die Plattform muss aber noch bekannter werden und deshalb wird sie in Kürze auch über die Homepage der Stadt Verl erreichbar sein. Ziel ist es, dass die Verlerinnen und Verler in dieser Krise zusammenstehen und ihren Bedarf möglichst im Stadtgebiet decken können. Ich kenne noch das Motto „In Verl gekauft – gut gekauft“. Das ist aktueller den je.

 

Heute werden folgende Aufgaben auf dem Schreibtisch abgearbeitet: Stellungnahme zu einer Ehrung einer verdienten Person aus der Stadt Verl, Erlaubnis zum Betreiben einer Dienstleistung (nach der Coronakrise) unter Berücksichtigung des Immissionsschutzes, verschiedene Vertragsentwürfe, die Endredaktion meines Beitrages für das Verler Leben, Personalangelegenheiten und vieles mehr.

 

Die Videokonferenz darf im Tagesablauf natürlich nicht fehlen. Diesmal geht es um einen Vertragsentwurf.

 

Am Mittag ist die Lektüre und Bewertung der Zahlen aus dem Kreis Gütersloh notwendig. Insgesamt steigt erwartungsgemäß die Anzahl der positiv getesteten Personen im Kreis an. Erfreulich ist, dass wir in Verl schon genesene Bürgerinnen und Bürger haben. Es gibt aber immer noch keinen Grund zum Aufatmen, auch wenn die Zahlen zumindest keine exorbitante Steigerung wie in anderen Regionen oder Ländern erkennen lassen. In Verl sind bisher 27 Personen positiv auf das Virus getestet worden.

 

Dann kommt sie wieder, die Nachricht aus der Bürgerschaft, dass an einer Bushaltestelle viele Menschen stehen. Hier kann das Ordnungsamt nur appellieren, sich entsprechend zu verhalten. Folgende Zusammenfassung erhalte ich vom Ordnungsamt: „Wir haben heute insgesamt 10 Bescheide verschickt. Es gab mehrere Beschwerden, denen wir nachgegangen sind; in der Regel aber unproblematisch! Außerdem gab es wieder viele Fragen zu richtigem Verhalten und Verbesserungsmöglichkeiten bei den Seniorinnen und Senioren in Mietwohnungen“ Ich fasse zusammen: Das Ordnungswesen funktioniert. Dort wird übrigens auch im Schichtdienst gearbeitet.

 

Politische Entscheidungen sind heute nicht umzusetzen. Ich lese in der Tageszeitung, dass sich Anliegerinnen und Anlieger eines Stichweges in der Thaddäusstraße in der Sürenheide zum beabsichtigten Ausbau geäußert haben. Das Schreiben liegt mir auch vor. Für die betroffenen Anliegerinnen und Anlieger gilt, dass über die Maßnahme direkt vor der Haustür erst nach dem Ende der Krise beraten und entschieden wird. Meine Zusage zu Beginn der Coronakrise ist verbindlich: Konkrete bürgerschaftsrelevante Themen werden nicht per Dringlichkeitsbeschluss entschieden. In einem geordneten Verfahren wird demnächst über die Eingabe der Bürgerinnen und Bürger beraten.

 

Im Bürgerbüro, dort wo zu normalen Zeiten reger Betrieb herrscht, sind nur sehr vereinzelt Bürgerinnen und Bürger, die ein besonders wichtiges Anliegen haben, das ihre Anwesenheit im Rathaus erforderlich macht, anzutreffen. Seit gut einer Woche ist das Rathaus geschlossen und nur telefonisch erreichbar. Die Menschen in der Stadt haben sich darauf eingestellt und klären viele Fragen am Telefon. Sehr diszipliniert sind die Anruferinnen und Anrufer in der Regel. Dafür heute ein Dankeschön!

 

Zwischendurch schellt das Telefon und ein Bürgermeisterkollege tauscht sich mit mir über die Anwendung der nordrhein-westfälischen Anordnung zum Umgang mit dem Coronavirus aus. Es gibt zwar noch ein paar Auslegungsmöglichkeiten, doch im Prinzip sind sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreis einig, dass über die Anordnung des Landes hinaus nur sehr punktuell konkrete ortsspezifische Sachverhalte in eine Allgemeinverfügung festgehalten werden sollen. Die Kommunikation zwischen den Städten und dem Kreis funktioniert. Die Stadt Verl handelt deshalb auf der Grundlage des Landesverfügung.

 

Am Nachmittag erreicht mich ein Foto der Spontanhelfer Verl. Sie haben wieder sehr viel Ware von heimischen Geschäften erhalten. Morgen erfolgt die Ausgabe an bedürftige Mitmenschen. Ein fleischverarbeitendes Unternehmen hat eine erhebliche Spendenbereitschaft signalisiert. Die Spontanhelfer Verl freuen sich. In den nächsten Tagen gibt es in vielen Briefkästen auch eine Karte mit der Telefonnummer der Nachbarschaftshilfe. Diese kann ebenfalls über die Homepage der Stadt Verl abgefragt werden.

 

Ein fast normaler Arbeitstag in der Krise neigt sich dem Ende zu. Ich mache noch schnell etwas Lauftraining.

 

Zum Abschluss des Tages wünsche ich Ihnen eine ruhige und gesunde Nacht und wachen Sie morgen mit neuem Tatendrang wieder auf, liebe Verlerinnen und Verler...

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl