Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Freitag, 3. April 2020, ca. 21:00 Uhr


21:00 Uhr

Es ist geschafft! Vertragsverhandlungen, die über Monate gedauert sowie viele Stunden Videokonferenzen verursacht haben und auch bis zuletzt auf Messers Schneide standen, sind heute weitestgehend erfolgreich abgeschlossen worden. Die wichtigsten Vertragsbestandteile sind besprochen, jetzt müssen noch viele Einzelverträge auf der Grundlage dieser Einigung ausgearbeitet werden. Es wird noch ein paar Wochen dauern, bis die Ergebnisse dem Rat am 5. Mai 2020 zur weiteren Beratung vorgelegt werden können. Die weitere Vertragsausarbeitung machen jetzt Expertinnen und Experten aus den Bereichen Steuerwesen, Jura, Betriebswirtschaft und Ingenieurwesen.

 

Heute ist ein Tag, der läuft von Anfang an irgendwie rund. Ein Tag, an dem man am Ende sagen kann, es war ein guter Tag. Wie gut, das wird allerdings noch die Zukunft zeigen. Als Bürgermeister erarbeite ich unter anderem Beschlussvorschläge für den Rat. Das letzte Wort haben die Ratsmitglieder. Das ist eine gute Aufteilung in unserer Demokratie.

 

Jetzt beginne ich nach dieser Einleitung aber den Tag von vorne: Direkt zum Arbeitsbeginn im Rathaushaus unterzeichne ich zahlreiche Schreiben an unsere Jubilarinnen und Jubilare im Monat Mai. Die stellvertretenden Bürgermeister und ich können derzeit die zu ehrenden Bürgerinnen und Bürgern leider nicht persönlich besuchen. Aus diesem Grunde ist mir ein Anschreiben mit einer besonderen Grußnote sehr wichtig und wenn gewünscht, dann gibt es am Jubiläumstag auch einen Anruf. Diese Telefonate sind für viele Menschen ein willkommener Anlass, mit mir über die jetzige Situation zu sprechen. Und es ist für mich die Möglichkeit, mich mit den Herausforderungen und Problemen der älteren Generation im Zeichen der Coronakrise zu befassen.

 

Die Besprechung mit den Fachbereichsleitungen steht anschließend auf dem Programm. Der „Krisenmodus“ läuft aus meiner Sicht weiterhin rund. Die Aufgaben sind verteilt und jede Kollegin und jeder Kollege gibt das Beste. Das Ordnungsamt meldet: „Die Dienste für die warmen Tage sind organisiert; wir haben zwei Bescheide verschickt. Es gab wieder einige Nachfragen zur Umsetzung der Coronaschutzverordnung, auch zu den streng begrenzten Trauerfeiern in den Kirchen.“

 

Es folgt die erste Vorbesprechung der entscheidenden Videokonferenz zu den eingangs zitierten Vertragsverhandlungen am Nachmittag. Auch unsere Vertragsseite ringt untereinander um Formulierungen und hat dabei immer die Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt im Auge. Am Ende sollen sie auf jeden Fall davon profitieren.

 

Kurz vor Mittag findet eine Telefonkonferenz mit der Ministerin für Kommunales in NRW  Ina Scharrenbachh gemeinsam mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus Ostwestfalen-Lippe statt. Die Ministerin erläutert den für die Kommunen vorgesehenen finanziellen Rahmen bei der Bewältigung der Krise. Es wird mir sehr schnell deutlich: Die Landesregierung will die Kommunen nicht im Stich lassen und sie unterstützen. Natürlich haben die Städte und Gemeinden, die nicht über einen ausreichenden finanziellen Spielraum verfügen, erheblich größere Sorgen als wir in Verl. Trotzdem ist es mir wichtig, dass auch finanziell gut aufgestellte Kommunen nicht alleingelassen werden. Die Ministerin gibt Auskunft darüber, wie in den nächsten Wochen weitere Gesetze in Düsseldorf verabschiedet werden sollen. Sie gibt Informationen über bereits erfolgte Entscheidungen der Landesregierung und bestätigt, dass die Kommunalwahlen in 2020, wie bisher vorgesehen, am 13. September stattfinden sollen. Diese Aussage steht aber auch unter dem Vorbehalt, dass es in der nahen Zukunft einen Lichtblick in dieser Krise geben muss. In Düsseldorf ist man der Auffassung, dass das Schlimmste noch nicht überwunden ist. Ich höre angespannt zu und vergleiche mit den fast parallel ankommenden Zahlen des Kreises Gütersloh. Es gibt auch im Kreis, wie nicht anders zu erwarten, immer noch Steigerungen in der Fallzahl; aber ich erkenne hier vor Ort, dass auch die Anzahl der genesenen Personen eine positive Entwicklung nimmt. Natürlich ist das nur ein Fünkchen Hoffnung, noch kein Durchbruch, aber eben schon aus meiner Sicht ein gutes Zeichen. #VerlBleibtZuHause muss weiter Gültigkeit haben!

 

Im Anschluss an das Gespräch mit der Ministerin steht die wohl entscheidende Videokonferenz der Woche im Terminkalender. Skype, Microsoft-Teams und ein bei der Telekom gebuchter Telefonkonferenzraum werden gleichzeitig bedient. Das bedeutet, dass neben der Aufmerksamkeit auf die einzelnen Wortbeiträge und schriftlich vorgelegten Vertragsbestandteile auch noch die Technik bedient werden muss. Die Technik funktioniert. Gut, dass ich in den vergangenen Wochen die ein oder andere Erfahrung damit machen konnte. Um 15:25 Uhr dann endlich der Durchbruch.

 

Etwas später steht eine spontane Videokonferenz an. Wir tauschen uns über den Sachstand der Seite „Verl – hier kaufe ich jetzt ein“ aus. Es wird an Verbesserungen der Darstellung gearbeitet. Die Oberfläche des Internetauftritts wird optimiert. Ich höre zu, wie sich Webdesigner und Webtechniker die verschiedenen Fachbegriffe zurufen und ihre Arbeitbrichtig gut machen. Ich melde mich dann zu Wort und formuliere ungefähr so: „Schön wäre es, wenn wir dann jetzt auch heute noch online gehen könnten.“ Es soll passieren. Ich bin gespannt.

 

Damit ist der Freitag aber noch nicht beendet. Es gilt, den Ratsbeschluss über die zusätzliche Förderung von Umkleidekabinen für den SC Verl und den FC Kaunitz vorzubereiten. Der Verwaltung ist wichtig, dass die Sportvereine gleichbehandelt werden und die Förderung nachvollziehbar und transparent dargelegt wird. Und auch hier steckt der Teufel wie so häufig im Detail. Die Ergebnisse werden den Vereinen in Kürze mitgeteilt. Ich bin zuversichtlich, dass ein gutes Ergebnis erzielt werden konnte.

 

Und zum Abschluss des Arbeitstages gibt es noch die erfreuliche Meldung der Spontanhelfer Verl: Wieder sind alle Waren an Bedürftige verteilt worden. Dort geht man jetzt mit der Erkenntnis, etwas Gutes getan zu haben, ins Wochenende.

 

In dieses Wochenende, das sehr schönes Wetter bereithalten soll, entlasse auch ich Sie jetzt und wünsche Ihnen eine ruhige und gesunde Nacht, liebe Verlerinnen und Verler...

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl