Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Freitag, 10. April 2020, ca. 20:45 Uhr


20:45 Uhr

Karfreitag, ein stiller Feiertag! Für die Christen ist es ein besonderer Tag, der mit Andachten und Gottesdiensten an das Leiden und Sterben Jesu Christi am Kreuz erinnert. Doch in diesem Jahr fallen, wie auch an den nächsten Tagen zu Ostern, die gemeinsamen Kirchenbesuche aus. Wieder eine neue Erfahrung, die wir im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie machen müssen. Ich schaue mir eine Übertragung aus einer Verler Kirche auf YouTube an. Schön, dass auch Pfarrer hier vor Ort mitmachen.

 

Was wird uns noch alles abverlangt werden? Die ersten Antworten auf diese Frage erwarten wir in der nächsten Woche.

 

Ich nutze den Tag auch, um ein paar, in den letzten Tagen liegengebliebene Dinge zu erledigen. Zuerst wird der Facebook-Account aufgeräumt. Aus dem Büro habe ich mir Lesestoff zu verschiedenen Themen mitgenommen. Bei mehreren Tassen Kaffee werden noch einmal die vielen Informationen vom Städte- und Gemeindebund, vom Landkreistag, von der Kommunalpolitischen Vereinigung und anderen Organisationen ausgewertet. Der Spagat zwischen der Bekämpfung des Virus und den wirtschaftlichen Folgen wird in vielen Beiträgen herausgearbeitet. Die Experten sind sich jedenfalls einig, dass wir in Deutschland wohl noch zur rechten Zeit die richtigen Maßnahmen ergriffen haben. Man kann über Politikerinnen und Politiker denken wie man möchte, aber bisher haben die meisten, die in der Verantwortung stehen bzw. standen, die Krisen durch Entscheidungen in den Griff bekommen. Wichtig ist mir dabei, dass diese dann aber klar und zielsicher getroffen werden. Krisen kennen kein lamentieren, Krisen erfordern ein Handeln!

 

Ich lasse noch einmal die Tage seit dem 16. März Revue passieren und schaue auf den Terminkalender. Ich habe alle Termine der letzten Wochen dort stehen gelassen und jeweils mit den Zusätzen ergänzt „abgesagt“ oder „verschoben“. Insbesondere die Kategorie „verschoben“ wird sicherlich in den Sommermonaten und danach viele Tage füllen. Aber erst einmal müssen wir alle gemeinsam die nächsten Wochen überstehen und gestalten. In den nächsten Tagen heißt es weiter #VerlBleibtZuHause! Zumal sich die Zahlen der Coronainfizierten aus dem Kreis Gütersloh noch nicht signifikant ändern. Verl zeigt ein unverändertes Bild zu gestern.

 

Mir fallen bei der Durchsicht der Mitteilungen und Mails der letzten Tage ein paar Dinge besonders auf: Die Spontanhilfe, die sich zu Beginn der Krise auf Initiative von Frau Ammer gegründet hat, hat bisher schon enorm viel Gutes getan. Mittlerweile sind auch zahlreiche Spenden in Form von Waren und Geld eingegangen. Erst am Donnerstag gab es durch Vermittlung des Verler Leben eine große Lieferung. Lebensmittel und Süßigkeiten wurden mit einem LKW, den ein heimisches Unternehmen zur Verfügung gestellt hat, zur alten Post gebracht. Bis an die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit sind einige Mitglieder gegangen, um anderen Menschen zu helfen. Herzlichen Dank dafür! Frau Ammer setzt ab der nächsten Woche ihre Umschulung fort und hat in einem virtuellen Klassenzimmer Anwesenheitspflicht. Ihre Arbeit war für viele bedürftige Menschen segensreich. Das Team leitet jetzt Frau Glossop. Sie wird dabei unterstützt von Ruth Montag, Susanne Myller (DRK-Verl) und Dominik Dunford sowie vielen weiteren fleißigen Helferinnen und Helfern mit weiterer Unterstützung durch die Stadt Verl. Schön, dass der Übergang so nahtlos klappt! Übrigens: Die Gruppe heißt ab sofort „Verler Corona-Hilfe“. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass die spontane Hilfe mit dem Ende der Krise ihre Arbeit beenden möchte.

 

Regelmäßig bekomme ich auch per Mail die sogenannten Lageberichte des Kreises Gütersloh und der Bezirksregierung. In dieser Zeit sind Informationen für mich sehr wichtig, da sie Rückschlüsse über die Situation im Umfeld von Verl zulassen. Wir müssen unser Handeln möglichst aufeinander abstimmen. Trotzdem gibt es regionale Unterschiede, die es auch zu berücksichtigen gibt. Während wir uns dem Erlass der Landesregierung in Sachen Eisdielen angeschlossen haben und sie für den Außerhausverkauf geöffnet sind, haben andere Städte sie komplett geschlossen. Wir haben uns hier in Verl entschlossen, zunächst die Situation genau zu beobachten und dann zu reagieren. Das Ordnungsamt meldet in Bezug auf die Eisdielen, dass sich die Situation insgesamt deutlich verbessert habe. Es wird seitens des Amtes derzeit keine Schließung empfohlen.

 

Auch am Karfreitag ist eine Videokonferenz erforderlich, um eine Besprechung vorzubereiten. In dieser Zeit sind viele Themen kurzfristig zu entscheiden.

 

Im Laufe des Tages fülle ich auch einen Bestellzettel für die Osterfeiertage aus. Im Rahmen unserer Wirtschaftsförderung für Verl soll ein Beitrag geleistet werden.

 

Das Ordnungsamt meldet heute leider wieder viele Einsätze: „Wir haben heute mehrere Verstöße gegen das Aufenthaltsverbot gehabt. Auf den Schulhöfen des Gymnasiums und der Grundschule Kaunitz, auf der Finnenbahn und der Rad-Cross-Bahn am Schmiedestrang. Und dann noch eine Ruhestörung an der Grillenstraße. Es sind immer noch viele Leute an falschen Orten“. Die Arbeit des Ordnungsamtes muss leider verstärkt werden. Die Anzahl der Unbelehrbaren ist offensichtlich noch sehr hoch auch bei uns in Verl.

 

Ich wünsche nunmehr einen stillen Karfreitagabend und Ihnen eine ruhige und gesunde Nacht, liebe Verlerinnen und Verler...

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl