Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Freitag, 17. April 2020, ca. 21:00 Uhr


21:00 Uhr

Heute ist der Tag der Verordnungen! Am Vormittag erreichen mich gleich zwei wichtige Dokumente mit sperrigen Titeln aber dafür inhaltsreichen Inhalten von der NRW-Landesregierung: „Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 im Bereich der Betreuungsinfrastruktur (CoronaBetrVO)“ und „Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (CoronaSchVO)“.

 

Endlich sind die seit der Ankündigung am Mittwochabend ersehnten Unterlagen des Landes NRW eingetroffen. Ausgelöst werden bei vielen Leserinnen und Lesern: Kopfzerbrechen, teilweises Kopfschütteln und viele Nachfragen zu Details, insbesondere zu der Verordnung in Sachen Schule. Das Nordrhein-Westfalen einen eigenen Weg in der Öffnung der Schulen gehen würde, das war in den letzten Tagen bereits bekannt geworden. Die Organisation in den Schulen läuft deshalb ebenso wie im Rathaus nicht erst seit gestern auf Hochtouren. Der Busverkehr muss zum Beispiel organisiert werden. Es wird leider bei einigen Themen schon damit begonnen, Verantwortungen gegenseitig zuzuschieben. Verantwortliche für den Busverkehr schreiben zum Beispiel inhaltlich: Wenn die Busse im Schülerverkehr fahren sollen, dann müssen Mund- und Nasenschutz bei den Schülerinnen und Schülern gewährleistet sein. Es ist bisher nicht Aufgabe der Schulträger oder der Schulen, die Schülerinnen und Schüler mit Schutzmasken auszustatten. Der Schulweg liegt eigentlich in der Verantwortung der Eltern und damit auch die individuelle Entscheidung, eine Maske zu nutzen. Wir haben derzeit nämlich keine Maskenpflicht mit der Zuordnung der Aufgabe. An diesem Beispiel, es gibt noch ein paar andere, sieht man sehr gut und leider eindrucksvoll, dass das teilweise Öffnen der Schulen vielleicht doch etwas vorschnell angekündigt wurde. Der Konsens in Deutschland, bis zum 4. Mai abzuwarten, bis dahin ordentlich den Wiedereinstieg in die Schulzeit vorzubereiten und alle Fragen zu beantworten, wäre aus meiner Sicht auch für Nordrhein-Westfalen durchaus vertretbar gewesen. Es ist wie es ist, die Mannschaft im Rathaus und die Schulleitungen geben sich jetzt alle Mühe, den Anforderungen der Verordnung gerecht zu werden. Die teilweise Schulöffnung mit den jetzt aufgestellten komplizierten Regelungen halte ich persönlich für verfrüht.

 

Andere Bundesländer haben übrigens bereits gestern Verordnungen erlassen und auch klare Anweisungen getroffen. Das gilt auch zum Beispiel für Freiluftsportarten. Hier hat NRW bisher keine Regelung vorgenommen. Zeit, etwas vorzubereiten, gab es durchaus.

 

Immer wieder klingelt auch heute das Telefon mit fragenstellenden Personen am anderen Ende der Leitung. Ich sehe, wie jede bzw. jeder Gewerbetreibende das für sich positive aus den Verordnungen ziehen möchte. Gemeinsam mit dem Fachbereichsleiter Ordnung legen wir fest, pragmatisch in Verl zu verfahren. Wir müssen uns aber immer vor Augen führen, dass das Virus auch ab Montag nicht verschwunden ist und dass wir diese Situation zur Lockerung der Auflagen nur deshalb haben, weil sich wirklich viele Menschen an die Vorgaben gehalten haben. Es darf kein Schlendrian einkehren! Wir wollen alle gemeinsam die Krise weiter bewältigen. Die „Corona-Zahlen“ aus dem Kreis Gütersloh zeigen heute eine Zunahme von zwei positiv getesteten Personen in Verl. #VerlBleibtZuHause ist also weiterhin angesagt und richtig!

 

Nun bin ich gespannt, welche Geschäfte am Montag in Verl öffnen werden. Nach einer ersten überschlägigen Ermittlung dürften hier sehr viele Geschäfte für die Kunden ihre Türen aufschließen. Weil die Kontaktsperre aber weiterhin gilt, ist im Rathaus entschieden worden, dass der Lieferservice als kostenloses Angebot für die Verler Geschäftswelt aufrechterhalten bleibt. Bis zum 30. April 2020 können also unsere Gewerbetreibende den Service in Anspruch nehmen.

 

Eine weitere Entscheidung ist am heutigen Tag ebenfalls gefallen: Die Bibliothek wird ab dem 23. April wieder geöffnet. Aufgrund der hygienischen Anforderungen muss es aber ein paar Regeln geben. Wer also demnächst ein Buch zurückbringen oder ein neues Buch ausleihen oder erstmals überhaupt die Bibliothek aufsuchen möchte, der wird gebeten, sich mit den Regeln auf der Internetseite der Stadt Verl vertraut zu machen. In diesem Sinne viel Freude beim Lesen.

 

Für die kommende Nacht wünsche ich Ihnen jetzt einen ruhigen und gesunden Schlaf, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl

 

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