Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Samstag, 18. April 2020, ca. 20:15 Uhr


08:30 Uhr

9.24 Uhr, 9.30 Uhr, 9.31 Uhr! Das Mail-Postfach meldet jeweils Eingänge aus dem Krisenstab des Kreises. Es gibt Ergänzungen zu den NRW-Verordnungen vom Vortag. Diese werden ausgewertet und auf die Verler Verhältnisse heruntergebrochen. Es geht um kleinere Korrekturen, die hier wenig Auswirkungen haben.

 

Bei der täglichen Zeitungslektüre wird deutlich, dass viele Geschäfte in der nächsten Woche wieder öffnen werden. Die Zeitungsanzeigen haben deutlich zugenommen und es gibt auch die ersten Rabattaktionen und Möglichkeiten für Schnäppchenjäger. Ob das alles richtig ist? Die Kolleginnen und Kollegendes Ordnungsamtes haben jedenfalls gemeinsam mit mir verschiedene Geschäfte in Richtung Wiedereröffnung beraten. Die Gewerbetreibenden wollen möglichst keine Fehler machen und sind sehr gut vorbereitet. Die hygienischen Anforderungen stehen bei den Beratungen im Vordergrund. Wir dürfen aber bitte nicht vergessen, dass es noch immer ein Kontaktverbot bis mindestens zum 4. Mai gibt. Deshalb sollten sich die Menschen nur sehr vorsichtig im öffentlichen Leben bewegen. Aus diesem Grund hat die Stadt Verl auch den kostenlosen Lieferdienst mit der Firma Apelmeier bis zum 30. April verlängert. Eine Reportage darüber in einer Tageszeitung von heute geht ans Herz und zeigt, dass wir mit der Wirtschaftsförderung richtig liegen. Darüber freue ich mich natürlich.

 

Gegen Mittag telefoniere ich mit einer 80-jährigen Dame aus Bornholte. Sie freut sich über den Anruf und erinnert mich liebevoll daran, dass ich leider nicht ganz Wort gehalten habe: Wir haben uns nämlich in diesem Jahr schon bei dem Theaterstück der Kolpingsfamilie Verl getroffen und über den anstehenden Geburtstagsbesuch ausgetauscht. Der eigentlich versprochene Besuch ist heute umständehalber ein Anruf. Trotzdem freut sich die Dame und berichtet mir über ihre Erfahrungen der letzten Woche. Sie erzählt mir, dass sie sich glücklich schätzen kann, weil sie Familienmitglieder im Hause hat, die Besorgungen für Sie erledigen. Ihre Gedanken seien sehr häufig bei den Menschen, die in Senioreneinrichtungen leben und noch weniger Kontakte nach außen haben. Die Jubilarin ist froh, dass sie hier in Verl lebt und sie ist voller Hoffnung und Optimismus, dass sie spätestens den 81. Geburtstag wieder feiern kann. Die Dame beschreibt mir schwierige Situationen in ihrem Leben, aber sie habe immer Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft gehabt. Und so werden wir alle gemeinsam, das ist ihr Fazit, diese Krise überstehen. Übrigens: Das Gefühl, dass es wieder bessere Zeiten geben wird und wir nur etwas Geduld brauchen, begegnet mich in den letzten Tagen sehr häufig bei meinen Telefonaten mit Jubilarinnen und Jubilaren. Gestern habe ich mit zwei Goldhochzeitspaaren und einem Diamantenpaar telefoniert. Bei den Telefonaten beschleicht mich die Erkenntnis, dass die Aktiven der älteren Generation zum großen Teil sehr gut mit der Krise umgehen kann. Eine Panik gibt es nicht und die Hoffnung ist immer dabei. Unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger haben schon so viel in ihrem Leben erfahren müssen. Sie haben Deutschland nach dem Krieg mit ihrem Fleiß und ihren Händen wiederaufgebaut und uns einen wirtschaftsstarken Staat beschert. Daher ist es nur richtig, dass wir, die wir jetzt Verantwortung tragen, alles tun, damit insbesondere unsere ältere Generation vor dem Virus geschützt wird. #VerlBleibtZuHause kann dazu viel beitragen!

 

Am frühen Nachmittag laufe ich eine Runde zur Entspannung.  Auf dem Rückweg sehe ich die Feuerwehrkameradinnen und -Kameraden einen Baum an der Paderborner Straße in Höhe Horstweg entfernen. Dieser droht plötzlich auf die Straße zu kippen und muss deshalb gestutzt werden. Als ich die jungen Leute sehe, wie sie fix die Stelle sichern und wissen, was die richtigen Handgriffe sind, erinnere ich mich erneut an die heutige Tageszeitung. Dort ist die Traueranzeige von Alois Pagenkemper abgebildet. Die Freiwillige Feuerwehr in unserer Stadt hat in dieser Woche einen Kameraden verloren, der über 70 Jahre (!) ihr Mitglied war. Alois Pagenkemper war Vorbild und Aktivposten in der Feuerwehr für mehrere Generationen. Nach der diesjährigen Generalversammlung in Verl habe ich ihn noch nach Hause gebracht und wir haben uns dann auf Wiedersehen gesagt. Daraus ist leider ein Abschied für immer geworden. Verl trauert um einen aufrichtigen Feuerwehrmann, der aufgrund der Situation in aller Stille beigesetzt wird. Ich habe mich aber bereits entschlossen, zur rechten Zeit in der Zukunft die richtigen Worte zu formulieren. Die hat Alois Pagenkemper verdient. Er hat unendlich viel ehrenamtliches Engagement in das Gemeinwesen in Verl eingebracht. Ruhe in Frieden, lieber Alois Pagenkemper!

 

Am Abend wird wieder zur Wirtschaftsstärkung und zur Reduzierung des Hungers in der Familie das Angebot eines heimischen Betriebes angenommen. Mittlerweile haben sich scgon so viele Gastronomiebetriebe auf der Internetseite der Stadt Verl eingetragen, dass wir in der Familie bereits die Qual der Wahl haben. Alle Betriebe bieten ein ausgezeichnetes Angebot. Es ist für jede Geschmacksrichtung etwas dabei. Nutzen Sie also ruhig das Angebot und stärken auch Sie die Gastronomie, die derzeit besonders schwere Wochen und Monate erlebt!

 

Jetzt wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntag, eine ruhige und gesunde Nacht, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl

 

Die täglichen Blogs können Sie auch nachlesen unter www.verl.de/leben-in-verl/aktuelles/aktuelle-informationen-zum-coronavirus/buegermeister-michael-esken