Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Dienstag, 21. April 2020, ca. 21:30 Uhr


21:30 Uhr

Die wichtige Entscheidung des Tages lautet: „Das Volksfest Verler Leben wird aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 nicht durchgeführt. Die Verwaltung erhält den Auftrag, bei einer positiven Entwicklung der Corona-Bekämpfung und eine entsprechende Lockerung der Veranstaltungsverbote dann kurzfristig (soweit organisatorisch möglich) eine kleine „Familien-Kirmes“ zu organisieren.“ Mit diesem Inhalt habe ich den Beschlussvorschlag für den Haupt- und Finanzausschuss am 28. April und für den Rat am 5. Mai 2020 formuliert. Ein Beschlussvorschlag, der mir ganz sicher nicht sehr leichtgefallen ist. In der jetzigen Situation kann aber keine andere Entscheidung getroffen werden. Seit dem 16. März berichte ich in meinem täglichen Blog über die Auswirkungen des Corona-Virus auch auf Verl. Wer sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, der darf meines Erachtens zu keiner anderen Entscheidung kommen. Das Virus wird nicht an einem Tag in der Zukunft plötzlich verschwinden, sondern es bedarf Kraftanstrengungen, damit die Ausbreitung verlangsamt wird. Wir benötigen einen Impfstoff und Medikamente, um viele Menschen vor dem Virus zu schützen. Weil wir zum ganz überwiegenden Teil gemeinsam dem Virus den Kampf angesagt haben, Verlerinnen und Verler verhalten sich dabei sehr vorbildlich, müssen wir diesen Weg auch konzentriert und konsequent zu Ende gehen. Eine Absage des Verler Leben jetzt macht deutlich, dass die Lage immer noch ernst ist. Sollte sich im Sommer die Situation deutlich verbessern, sind wir in der Lage, auf eine neue Situation zu reagieren und zumindest ein Familienfest oder Straßenfest in abgespeckter Form zu organisieren. Die Absage des Verler Leben in der jetzigen Form sollte auch jetzt erfolgen, um ein eindeutiges Signal zu senden, dass die Stadt Verl den Infektionsschutz sehr ernst nimmt. Die Stadt Verl hat insoweit Vorbildfunktion. Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr mit besonderen Maßnahmen. Es zeigt einmal mehr auf, wie verletzlich wir Menschen doch sind, welche Gefahren wir im alltäglichen Leben ausgesetzt sind und dass wir trotzdem in der Lage sind, gemeinsam große Aufgaben zu bewältigen. Ich bin sehr froh darüber, dass die Fraktionsvorsitzenden in einer Videokonferenz signalisiert haben, den Beschlussvorschlag für die politische Beratung zu unterstützen. Mir ist es sehr wichtig, dass auch diese Maßnahme in einem größtmöglichen Konsens besprochen und dann beschlossen wird. Aus diesem Grund werden die Ratsfraktionen das letzte Wort über das Verler Leben 2020 haben.

 

Am Abend tagt erstmals der Jugendhilfeausschuss der Stadt wieder öffentlich. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Festlegung der neuen Kita-Beiträge. Es gibt ein komplett überarbeitetes System der Berechnung der Kita-Beiträge zu beraten und dem Rat zur Beschlussfassung zu empfehlen. Die politische Debatte findet also wieder statt. Ein wenig Normalität ist zurückgekehrt, auch wenn zwischen den Ausschussmitgliedern und den Besucherinnen und Besuchern neue körperliche Abstandsregeln gelten. Damit hat heute auch offiziell wieder die politische Arbeit in den Gremien begonnen. In dieser Woche folgt am Donnerstag noch der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. In der nächsten Woche am Dienstag tagt der Haupt- und Finanzausschuss. Es haben sich in den letzten Wochen doch einige Tagesordnungspunkte angesammelt, die nun beraten werden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich die Vorlagen über die Internetseite der Stadt Verl anschauen.

 

Heute ist in der Verwaltung ein „normaler Arbeitstag“ innerhalb der Corona-Krise. Die Bürgerinnen und Bürger rufen an, vereinbaren Termine, sind sehr freundlich und haben noch Zeit, einmal das eine oder andere Wort zu wechseln. Die Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung halten natürlich dabei die hygienischen Vorschriften ein; die reichen vom Händewaschen über die Handdesinfektion bis hin zum Tragen eines Nasen- und Mundschutzes. Man darf gespannt sein, ob und wann in NRW die Pflicht zum Tragen der Maske im öffentlichen Raum verordnet wird.

 

Ich bin heute in der Stadt unterwegs und habe den Selbstversuch mit einem Nasen- und Mundschutz bei einem Gespräch unternommen. Am Anfang zwickt es noch etwas, aber ich gewöhne mich relativ zügig daran. Geht doch, denke ich!

 

Im Verlauf des Tages schaue ich mir noch ein paar Seiten des im Sommer erscheinenden neuen Bildbandes der Stadt Verl an. Da sind tolle Fotos enthalten und ich verspreche bestimmt nicht zu viel, wenn ich bereits jetzt schon verrate: Da kommt ein großartiger Bildband auf uns zu. Redaktion, Verlag und Fotobegeisterte leisten derzeit ganze Arbeit. Verl kommt in dem Bildband mit seiner Vielfalt zur Geltung.

 

In diesem Sinne kommen auch Sie morgen wieder zur Geltung und gönnen Sie sich eine ruhige und gesunde Nacht, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl

 

Die täglichen Blogs können Sie auch nachlesen unter www.verl.de/leben-in-verl/aktuelles/aktuelle-informationen-zum-coronavirus/buegermeister-michael-esken