Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Mittwoch, 22. April 2020, ca. 21:30 Uhr


21:30 Uhr

Das Wort des Tages ist für mich „dynamisch“!

 

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wird in diesem Zusammenhang immer wieder von einem „dynamischen Prozess“ gesprochen. Die heutigen Entscheidungen der Landesregierung verdeutlichen anschaulich diese „Dynamik“: Zuerst wird der Mund-/Nasenschutz verbindlich ab der nächsten Woche angekündigt. Etwas später dann die Meldung, dass auch in Kürze größere Geschäfte über 800 m² öffnen dürfen, wenn sie ihr Sortiment auf eben diese Größe reduzieren. Die Informationen überschlagen sich praktisch. Den Ordnungsbehörden in den Kommunen werden wieder neue Aufgaben übertragen. Die werden selbstverständlich sofort umgesetzt, wenn die Ankündigungen der Politikerinnen und Politiker in rechtsverbindliche Anordnungen überführt worden sind. Es wird also noch etwas Zeit ins Land ziehen, bevor wir genau wissen, was umzusetzen ist. Das gilt zum Beispiel für die Frage, ab welchem Alter der Nasen-/Mundschutz zu tragen ist.

 

Das Virus hat unser Verwaltungshandeln weiterhin im Griff. Der Tag im Rathaus beginnt mit der Sitzung des Krisenstabes. Alle Fachbereiche melden Dienstbereitschaft, so dass wir uns langsam aber sicher mit den Handlungen, die nach dem bisher vorgesehenen Ende der Kontaktsperre ab dem 4. Mai erforderlich sein werden, anfreunden. Hierzu werden erste organisatorische Abläufe besprochen.

 

Kurz vor Mittag gibt es per Telefon Gute Glückwünsche an einen Verler Bürger. Er erzählt mir, dass er gemeinsam mit acht Geschwistern in Verl aufgewachsen ist. Die Familie hält über Jahre und Jahrzehnte zusammen und man hilft sich gegenseitig. Darauf ist der Jubilar sehr stolz. Bei den vielen Herausforderungen, die gerade jetzt in der Krise auch die jungen Familien haben, ein gutes Beispiel dafür, dass die ältere Generation als Vorbild dienen kann.

 

Mit einem entsprechenden Sicherheitsabstand treffe ich mich im Ratssaal mit Vertretern aus der Helfgerdsiedlung in Sürenheide. Es geht um die bekannten Themen, insbesondere im Bereich des Zollhausweg und der Libellenstraße. Ich bin den Bürgern sehr dankbar, dass sie einen Dialog führen und sich auch aktuell von dem Personalchef der Firma Tönnies, der ebenfalls anwesend ist, berichten lassen. Wir vereinbaren für die Zukunft ein enges Monitoring, damit sich die Situation dort möglichst nachhaltig verbessert. Während des Gespräches kommen noch einmal alle Dinge, die an der einen oder anderen Stelle für Unmut sorgen, auf den Tisch. Ich kann die Bürgerinnen und Bürger sehr gut verstehen. Einige Unannehmlichkeiten liegen darin begründet, dass die Werksarbeiterinnen und -arbeiter aus anderen kulturellen Gesellschaften kommen. Hier sind Aufklärung und Verständnis angesagt. Weitere Gesprächstermine werden vereinbart.

 

Am Nachmittag telefoniere ich im Rahmen einer Konferenz mit der NRW-Ministerin für Kommunales Ina Scharrenbach. Ich bringe dabei auch den geplanten Grafschaftslauf am 30. August zur Sprache. Dabei wünsche ich mir, dass unser Bundesland bald Bestimmungen zu den Groß– und Sportveranstaltungen erlässt. Die Ministerin führt aus, dass die Entscheidungen möglichst bundeseinheitlich getroffen werden sollen. Sie verweist auf den 29. April. An diesem Tag werden die Kanzlerin und die Chefinnen und Chefs der Landesparlamente die nächsten Entscheidungen treffen.

 

Die Ministerin kommt auch auf den Mund-/Nasenschutz zu sprechen. Sie macht deutlich, dass es in erster Linie um das Bedecken von Nase und Mund geht. Dafür benötigt man nicht unbedingt eine Maske, sondern die Menschen können auch einen Schal oder andere Textilien verwenden. Der Schutz ist im öffentlichen Raum immer dann zu tragen, wenn ein 1,5 Meter-Abstand nicht eingehalten werden kann. Dies ist zum Beispiel in den Bussen der Regelfall. Auch in den Geschäften begegnet man sich sehr häufig und deshalb soll auch dort der Mundschutz sowohl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für die Kunden gelten. Das Telefonat dauert rund eine Stunde und bringt viele Erkenntnisse: Am Wahltermin 13. September 2020 wird derzeit immer noch festgehalten, es gibt einen milliardenschweren Rettungsschirm für die Kommunen und Anweisungen dazu, die vor Ort entstandenen Kosten für die Coronabekämpfung zu isolieren.

 

Die vom Kreis Gütersloh veröffentlichten „Corona-Zahlen“ weisen eine Zunahme in Verl um eine Person, die positiv getestet ist, auf. Die Auswirkungen der Lockerungen vom Montag werden erst in ein paar Tagen sichtbar sein.

 

Heute bereiten sich auch die Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge der Gesamtschule und des Gymnasiums auf ihren ersten Schultag morgen vor. Die Schule wird natürlich nicht mehr so sein, wie sie sie noch aus der Zeit vor dem Beginn der Corona-Pandemie kennen. Es wird sehr genau auf die Einhaltung der hygienischen Bestimmungen geachtet werden. Bei den älteren Schülerinnen und Schülern, die ab morgen zur Schule gehen, mache ich mir aber eigentlich keine Sorgen. Das wird funktionieren, darauf setze ich!

 

Morgen öffnet dann auch die Bibliothek wieder. Das von vielen geliebte längere Verbleiben in den Räumen der Bibliothek, um zu lesen oder im Internet zu surfen, fällt allerdings aus. Die Bibliothek ist nur für den Entleih- und Rückgabevorgang geöffnet. Lesen kann man sicherlich auch zu Hause.

 

Am Abend fahre ich noch eine Runde Rad und versuche mich anschließend zur Entspannung an dem zweiten Familien-Puzzle seit Beginn der Krise mit 1000 Teilen.

 

Zwischendurch wird dieser Blog geschrieben. Da er jetzt fertig ist, wünsche ich Ihnen eine ruhige und gesunde Nacht, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl

 

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