Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Freitag, 24. April 2020, ca. 21:00 Uhr


21:00 Uhr

„Informationsflut“ ist meine Überschrift für den heutigen Tag.

 

Der Reihe nach: Um 8:00 Uhr nehme ich die neuesten Informationen aus der Verwaltung auf. Gegen 9:00 Uhr beginnt eine Videokonferenz des Landrates mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Kreis Gütersloh. Diese Dauert rund 135 Minuten (!). Es gibt viel zu besprechen. Die Themenliste ist sehr lang und sie reicht von den Kita-Gebühren über die aktuellen Verordnungen des Landes NRW und den finanziellen Auswirkungen in den einzelnen Städten und Gemeinden des Kreises bis hin zu ganz praktischen Fragen in Bezug auf die Öffnung der Rathäuser für den Publikumsverkehr.

 

Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie der Landrat pflegen seit Beginn der Krise einen sehr engen, digitalen Kontakt und tauschen sich quasi täglich aus. Die Konferenz heute verdeutlicht aber auch die Unterschiede bei der Beurteilung von Sachverhalten. Das liegt schon allein daran, dass die Städte und Gemeinden eine unterschiedliche Einwohnerzahl haben. Grundsätzlich soll für die Zukunft weiterhin gelten, dass sich die Städte und Gemeinden des Kreises möglichst bei vielen Fragen abstimmen.

 

Der Leiter des Krisenstabes beim Kreis Gütersloh gibt eine detaillierte Auskunft über die Entwicklung der „Corona-Zahlen“. Dabei gibt er Antworten auf die Fragen, wie sich die Zahlen genau zusammensetzen, wie die Entwicklung in den letzten Wochen war und was passiert, wenn wir aufhören, die Bemühungen zur Bekämpfung des Virus einzustellen. Ich nehme aus der Besprechung mit: Wir sind auf einem verdammt guten Weg. Dazu haben die umsichtigen Bürgerinnen und Bürger des Kreises und auch natürlich in Verl durch 'VerlBleibtZuHause" beigetragen. Wir sind alle gemeinsam gespannt, wie sich die Lage jetzt nach der Lockerung in den nächsten 10-14 Tagen entwickeln wird.

 

Der Nachmittag gehört der Aufarbeitung der vielen Themen. Mittendrin gibt es dann die Informationen aus Düsseldorf zu dem § 12a der Covid-19-Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Darin wird die Maskenpflicht, die am Montag uns alle treffen wird, beschrieben. Viele Fragen, die sich im Vorfeld aufgetan haben, sind mit der Verordnung beantwortet. Jetzt gilt es, die Anweisung des Landes umzusetzen.

 

Es findet noch eine längere Telefonkonferenz mit einem Professor der Fachhochschule in Bielefeld statt. Thema ist hier das Projekt „Zukunftsbahn OWL“ (FutureRail). Die Förderanträge sind weitestgehend ausformuliert und gehen jetzt in Kürze auf den Weg Richtung Berlin. Die innovative Idee, zwischen Verl und Hövelhof ein automatisiertes Fahren auf den Gleisen gleichzeitig mit einem autonomen Fahren auf der Straße zu verbinden, wird mittlerweile von Fachhochschulen aus OWL, der Universität Bielefeld, dem Fraunhofer Institut und Städten und Gemeinden einschließlich Verl unterstützt. Ich bringe noch ein paar Formulierungs- und Finanzierungsvorschläge in die Diskussion ein. Bei den vielen Dingen, die um die Corona-Krise erledigt werden müssen, ist es wirklich schön, einmal auch wieder den Fokus auf ein Zukunftsprojekt legen zu dürfen. Bald wird in Berlin entschieden, ob eine finanzielle Beteiligung ermöglicht wird.

 

Am Abend treffe ich mich mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Coronahilfe Verl, die aus den Spontanhelfern zu Beginn der Krise hervorgegangen ist. Alle Unterstützerinnen und Unterstützer haben in den vergangenen Wochen miteinander Großartiges geleistet. Am Dienstag soll dann zum letzten Mal in der alten Post die Ausgabe von Lebensmitteln erfolgen. Ich bedanke mich im Namen der Stadt Verl und persönlich für die tolle Unterstützung. Einige von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern werden jetzt in anderen gemeinnützigen Einrichtungen und Vereinen weiterarbeiten. Virtuell ziehe ich deshalb hier auch meinen Hut und wünsche viel Erfolg bei den Aufgaben in der Zukunft.

 

Für meine Kinder stelle ich gleich den Wecker: Sie sollen einmal schauen, ob sie morgen bei der Malawihilfe in Kaunitz eine Maske gegen eine Spende erhalten. Es ist sehr lobenswert, dass in dieser Zeit auch die Unterstützung für die humanitäre Hilfe in Afrika nicht ins Stocken gerät. Auch dort braucht man dringend Hilfe. Es passt ausgezeichnet, dass der Rat am 5. Mai erstmals einen Preis für humanitäre Hilfen der Stadt Verl ausloben möchte. Hier können sich dann Gruppen, Vereine, Institutionen und Privatpersonen um Preisgelder in Höhe von insgesamt 15.000 EUR bewerben. Die genauen Ausschreibungskriterien werden nach der Ratssitzung veröffentlicht.

 

Wenn Sie heute Abend zu Bett gehen, dann überlegen Sie doch bitte einmal, ob Sie Gutes anderen Menschen zukommen lassen möchten. Sie werden dann bestimmt ruhig und gesund schlafen, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl

 

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