Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Samstag, 25. April 2020, ca. 19:45 Uhr


19:45 Uhr

„Geduld“ und „Warteschlange“ sind die Wörter des Tages!

 

Gleich an zwei Standorten mit unterschiedlichen Schwerpunkten ist Geduld in einer Warteschlange angesagt: Am Wertstoffhof stehen schon sehr früh am Morgen viele Bürgerinnen und Bürger in ihren PKW hintereinander aufgereiht. Die Autoschlange erreicht schnell die Österwieher Straße und setzt sich auch auf dieser Straße fort. Zu Spitzenzeit kann man nicht einmal mehr von der Gütersloher Straße in die Österwieher Straße abbiegen. Die Mitarbeiter des Wertstoffhofes geben alles, müssen aber selbstverständlich die hygienischen Vorschriften einhalten. Kurz vor 13 Uhr wird kurzerhand entschieden, eine weitere Stunde zu öffnen. Ein Vorteil einer Kommune wie Verl ist es, dass ein bis zwei Anrufe genügen, um Entscheidungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger schnell zu treffen. Was möglich gemacht werden kann, wird auch ermöglicht. Ich bin den Mitarbeitern des Wertstoffhofes sehr dankbar für die kurzfristige Verlängerung der Öffnungszeit. Leider können am Ende dann doch nicht alle wartenden Bürgerinnen und Bürger auf das Gelände gelassen werden und ein paar müssen unverrichteter Dinge den Heimweg antreten.

 

Um genau eine solche Überlastung des Wertstoffhofes zu verhindern, war bereits seit Montag dieser Woche jeweils von 14 bis 19:00 Uhr dieser geöffnet. Und auch in der kommenden Woche gibt es von Montag bis Donnerstag die gleichen zusätzlichen Öffnungszeiten. Insoweit gibt es weiterhin viele Möglichkeiten, Wertstoffe und Sperrmüll zu entsorgen. In der Tat muss mächtig während der letzten Wochen in den Häusern und Wohnungen aufgeräumt worden sein. Berge von Wertstoffen türmen sich mittlerweile auf dem Gelände am Westfalenweg. Im Juni, spätestens Juli, steht der neue Bau- und Wertstoffhof zur Verfügung. Dann haben wir auch mehr Platz und das Entsorgen geht noch leichter.

 

Ab 10 Uhr am Morgen läuft von der Gruppe „Malawi Projekt - Umoza na Malawi“ in Kaunitz die Ausgabe von selbstgenähten Masken. Meine Kinder kommen um circa 9:43 Uhr an und treffen auf eine bereits wartende Menschenschlange. Diese wird in den nächsten Minuten länger und länger. Es ist eine schöne Idee von der Malawi Projektgruppe, die Masken gegen eine Spende für bedürftige Menschen dort abzugeben. Es werden rund 250 Masken vergeben und leider können noch nicht alle Wünsche erfüllt werden. Locker hätten die Teammitglieder der Projektgruppe die doppelte Anzahl ausgeben können. Der Erfolg ruft quasi nach einer Fortsetzung und die wird es geben: Ab Mittwoch sind wieder Masken verfügbar. Bis dahin werden die Nähmaschinen laufen. Den fleißigen Helferinnen und Helfern ein großes Dankeschön für die Idee und den anschließenden persönlichen Einsatz. Die Hilfe kommt bestimmt in Malawi an: Unterm Strich werden heute rund 1300 € an Reinerlös für den guten Zweck gespendet. Herzlichen Glückwunsch zu dem Erfolg! Ich frage am Nachmittag bei der Projektgruppe nach und erhalte eine liebenswerte Antwort: „Das war einfach super, wie toll die Hilfsbereitschaft ist und wie diszipliniert alle gewartet haben. Es war eine super Stimmung, sehr entspannt.“ Das „Maskennähprojekt“ in Kaunitz läuft!

 

Während die Kinder sich ihre Masken gegen eine Spende aussuchen, mache ich mich auf den Weg nach Verl zur Wilhelmstraße. Die Gastronomen der Stadt haben sich dort versammelt, um auf ihre schwierige Situation aufmerksam zu machen. Bereits am Morgen in der Zeitung lese ich von zahlreichen Aktionen in den Nachbarstädten. Die Wirtsleute sind zahlreich vertreten und stellen berechtigte Fragen. Sie wollen wissen, wann man auch im Gastronomiebereich mit Lockerungen rechnen kann. Sie haben echte Existenzängste. Eine Antwort auf ihre Fragen gibt es derzeit leider nicht. Wir müssen auf die nächsten Entscheidungen aus Düsseldorf und Berlin warten. Ich verdeutliche den Gastronomen auch die Situation zum Verler Leben. Dabei treffe ich einerseits auf Verständnis und andererseits auch auf viel Hoffnung, dass es in naher Zukunft besser werden wird und weitergehen kann. Ich berichte von einer Mitteilung unseres Landtagsabgeordneten, der mir die Information gegeben hat, dass es vielleicht im Mai auch Lockerungen im Bereich der Außengastronomie geben könnte. Aber auch er macht deutlich, dass wir noch die Entwicklung abwarten müssen. Den heimischen Gastronomen signalisiere ich, dass die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Unterstützung leisten werde, zum Beispiel bei dem Bereitstellen von Sondernutzungsflächen für die Außengastronomie. Wir kommen ins Gespräch und werden es bleiben!

 

Später stimmen die „Corona-Zahlen“ des Kreises wieder sehr hoffnungsvoll. Es gibt im Vergleich zu gestern keine Veränderung bei den positiv auf das Virus getesteten Personen.

 

Am Nachmittag laufe ich meine 15 km Runde und stelle fest, dass ich eigentlich morgen den Hermannslauf absolvieren wollte. Es wird nicht der letzte Termin sein, der in diesem Jahr in meinem Kalender gestrichen wird.

 

Ich bin guten Mutes, dass es mit dem Engagement vieler Menschen bald wieder aufwärts geht. Jetzt wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntag. Schlafen Sie ruhig und gesund, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl

 

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