Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Dienstag, 28. April 2020, ca. 21:30 Uhr


21:30 Uhr

Es ist heute zwar kein politischer Alltag in die Ratsarbeit eingekehrt, aber ein Stückchen Normalität gibt es mit dem Haupt- und Finanzausschuss dann schon. Erstmals seit dem Beginn der Corona-Pandemie tagt der Ausschuss und arbeitet zahlreiche Tagesordnungspunkte ab. Die wichtigsten Beschlüsse sind: Entsprechend der Vereinbarung zwischen Land und Kommunen wird auch in Verl auf die Erhebung von Elternbeiträge für die Kita und die OGS im Mai verzichtet. Das Verler Leben 2020 wird zunächst einmal abgesagt und wenn es im Sommer mit der Eindämmung der Krise gut läuft, dann wird zumindest etwas gefeiert werden. Die neue Staffelung der Elternbeiträge für die Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege ab dem 1.8.2020 wird beschlossen. Die Auslobung eines Preises für humanitäre Hilfe in der Stadt Verl wird auf den Weg gebracht. Dazu werden noch zahlreiche Grundstücksverträge und Vergaben beschlossen.

 

Die Sitzordnung im Ratssaal ist den Umständen entsprechend „sehr aufgelockert“ und hält die Ratsmitglieder auf Distanz. Trotzdem sind die Mitglieder des Ausschusses meistens inhaltlich nah beieinander und beschließen die Tagesordnungspunkte einmütig. Die klaren Beschlüsse zeigen sehr deutlich auch nach außen, dass die Politikerinnen und Politiker hier vor Ort gewillt sind, die Krise zu meistern.

 

Dabei werden sie von vielen Bürgerinnen und Bürgern unterstützt. Und doch gibt es leider noch wenige Menschen, die lieber mit juristischen Spitzfindigkeiten oder Verschwörungstheorien argumentieren wollen, als schlicht und einfach einmal selbst Verantwortung zu übernehmen. Denn es ist die überwältigende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, auch hier in Verl, die die Bestimmungen der Verordnung des Landes akzeptiert und sie einhält. Mir sind leider immer noch die Bilder vom Anfang der Krise hier in Deutschland deutlich vor Augen, als mit Militärfahrzeugen an COVID-19 verstorbene Menschen in Italien in die Krematorien transportiert wurden. Das darf es nicht ansatzweise hier geben! Dafür müssen wir alles tun! Der Alltag mit allen Annehmlichkeiten ist eben noch nicht eingekehrt. Das kann man auch deutlich im städtischen Leben bei uns in Verl erkennen. Die Menschen tragen ihre Masken und verhalten sich dementsprechend. Ich habe bereits häufiger geschrieben, dass das, was wir möglich machen können als Verwaltung, wir auch ermöglichen. Und so hat heute auf dem Vorplatz des Stadtwerks direkt am Busbahnhof ein Schausteller seine Verzehrstände geöffnet. Es ist keine Kirmes, sondern der schwierige Spagat zwischen etwas Geld einnehmen oder auf alles verzichten. Ich drücke einmal die Daumen, dass auch ein gewisser Umsatz generiert werden kann.

 

Ich frage bei einigen Geschäftsleuten nach, wie es ihnen in den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung ergangen ist. Zurückhaltung einerseits, Hoffnung auf Besserung andererseits und viel Verständnis für die jetzige Lage begegnen mir.

 

Strategisch für die Zukunft ausrichten müssen sich in den nächsten Monaten sicherlich auch die Schulen. Die Digitalisierung aufgrund der Corona-Krise wird einen Schub nach vorne erlangen. Doch immer wieder gibt es die Abwägung besonders auch bei einigen Schulleitungen zwischen dem Datenschutz einerseits und dem Lehren über digitale Medien andererseits. Die Politik muss eine Antwort darauf finden, was sie will, wenn es derzeit so gut wie kein datenschutzrechtlich konformes Übertragungssystem gibt. Ich spreche mich in der jetzigen besonderen Situation dafür aus, die Lücken des Datenschutzes für ein paar Monate hinzunehmen, um den Schülerinnen und Schülern Unterricht zu vermitteln. Jeden Tag greift der Staat mit Maßnahmen in die Freiheit der Menschen ein. Der Datenschutz erhält aber bei einigen einen hören Stellenwert als die Berufsausübung oder körperliche Unversehrtheit. Ich stehe hier an der Seite der Menschen, die Freiheiten dadurch zurückerlangen möchten, dass an der einen oder anderen Stelle auch einmal auf die letzte Lücke im Datenschutz verzichtet wird. Am Ende entscheiden das wohl wieder Juristen oder besser vorher die Politikerinnen und Politiker. Ich führe fast jeden Tag Videokonferenzen über unterschiedliche Systeme. Mir ist, egal welchen Anbieter ich verwende, wichtig, dass die Arbeit getan wird im Sinne der Stadt Verl und der Bürgerinnen und Bürger.

 

Jedenfalls nutze ich diese Grundsatzdiskussion innerhalb der Verwaltung dazu, über die IT -Ausstattung der Schulen nachzudenken. Demnächst wird die Politik einen Vorschlag erhalten, den Schulen noch mehr Tablets zur Verfügung zu stellen. Hauptsache sie werden dann dort auch eingesetzt!

 

Zwischendurch werden heute noch einige Anfragen und Briefe beantwortet. Ein sehr schönes Telefonat mit einer 90-jährigen Jubilarin sorgt für Abwechslung und auch für Mut und Hoffnung, ähnlich wie die „Corona-Zahlen“ aus dem Kreis Gütersloh.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine ruhige und gesunde Nacht, liebe Verler Rinnen und Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl

 

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