Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Dienstag, 5. Mai 2020, ca. 23:00 Uhr


23:00 Uhr

Ein Quantensprung in der Wasserversorgung von Verl ist heute aus meiner Sicht der Öffentlichkeit im Rat der Stadt vorgestellt worden: Bisher liegen die gesamte Wasserversorgung der Stadt Verl und der Wasservertrieb in den Händen der Vereinigten Gas- und Wasserversorgung GmbH (VGW) in Rheda-Wiedenbrück. Insoweit ist die Stadt Verl weder an der Wassergewinnung, die durch die VGW im Wasserwerk Mühlgrund vorgenommen wird, noch an der Wasserverteilung zu den einzelnen Hausanschlüssen beteiligt. Gemeinsam mit einem Team und der VGW habe ich in den letzten Monaten darüber beraten und verhandelt, hier diesen oben beschriebenen Quantensprung für die Stadt Verl in der Wasserwirtschaft zu erreichen. Dabei ist es das Ziel der Stadt Verl, an der Wassergewinnung, quasi einem Verler Brunnen für alle Bürgerinnen und Bürger, beteiligt zu sein. Die VGW ist bereit, hier der Stadt Verl ein großes Mitspracherecht sowie Miteigentumsrechte einzuräumen. In die Zukunft blickend ist es ein wichtiges Thema, da der Wassergewinnung immer mehr eine Schlüsselrolle zukommen wird. Wir haben gerade in den letzten Jahren heiße und trockene Sommer gehabt und hinter uns liegt gerade ein ungewohnt warmer April ohne nennenswerte Niederschläge. Deshalb ist es strategisch äußerst wichtig, hier einen Fuß in die Tür zu bekommen und sich an der Wassergewinnung, die schon seit vielen Jahren im Mühlgrund vollzogen wird, zu beteiligen. Dort werden rund 1,7 Mio. Kubikmeter aus mehreren Brunnen entnommen, etwa 1,0 Mio. Kubikmeter davon verbleiben im Stadtgebiet Verl. Der überschüssige Wasserertrag geht in Nachbarkommunen. Zu dem Paket mit der VGW zählt aber auch eine Mehrheitsbeteiligung der Stadt Verl an der Wasserverteilung, also die Lieferung in die Häuser. Da wir seit einigen Jahren das Stadtwerk Verl erfolgreich am Markt etabliert haben und mit Strom und Gas bereits den Verler Bürgerinnen und Bürgern Alternativen anbieten wäre jetzt das Miteigentum an der Wassergewinnung und an der Wasserverteilung die logische Konsequenz im Aufbau eines Stadtwerkes als Vollversorger. Wir haben, wenn der Rat grünes Licht gibt, die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte bei der Wasserversorgung im Stadtgebiet zu setzen. Ich halte diese Art der Rekommunalisierung für zukunftsweisend.

 

Damit ist auch die Frage beantwortet, woran ich insbesondere zu Beginn der Krise in den zahlreichen und langen Videokonferenzen, die ich in meinen Blogs beschrieben habe, gearbeitet habe. Ein Vertragswerk von 17 Einzelverträgen müssen demnächst die Kommunalpolitikerinnen und -Politiker beraten.

 

Das Thema „Wasser“ ist der Hauptpunkt der heutigen Ratssitzung. Im Laufe des Tages zeichnet sich aber noch ein Streitpunkt ab. Obwohl ich fest davon ausgehe, dass sich die Fraktionsvorsitzenden auf einem Livestreaming der Ratssitzung geeinigt haben, gibt es von einigen Ratsmitgliedern seit gestern Bedenken. Wir ringen dann vor der Sitzung miteinander und finden einen Kompromiss. Das zeichnet auch die Verler Politik aus, dass es um Ergebnisse und nicht um das Siegen oder das Verlieren mit der eigenen Meinung geht.

 

Während der Ratssitzung wird in der Spitze auf 93 Geräten gleichzeitig gestreamt. Im Durchschnitt sind zwischen 50 und 75 Geräte während der gesamten Sitzung online. Wenn ich einmal unterstelle, dass im Schnitt zwischen zwei und maximal zehn Zuschauerinnen und Zuschauer zu den Ratssitzungen kommen, dann ist das doch erst einmal ein gutes Ergebnis. Das spricht dafür, dass wir jetzt auch die rechtlichen Rahmenbedingungen so gestalten sollten, dass künftig ein Streaming möglich ist. Wobei sich die Juristen schon in vielen Aufsätzen damit beschäftigt haben. Es gilt wie so oft im Leben, Abwägungen vorzunehmen. Man kann vieles zerreden und man kann es auch einfach wollen und damit machen, natürlich unter Beachtung der Gesetzeslage. Heute ist wichtig, dass der Rat, der auch nur in halber Besetzung tagt, um die Hygienevorschriften einzuhalten, ein Zeichen für die Teilhabemöglichkeiten aller Verler Bürgerinnen und Bürger setzt. Ich bin sehr froh darüber, dass wir hier einen Kompromiss gefunden haben.

 

Der Rat berät noch viele weitere Punkte. Die Tagesordnung ist sehr lang. Auch im nichtöffentlichen Teil wird noch einmal die Wasserversorgung sehr intensiv mit Zahlen und Fakten hinterlegt. Insgesamt rund 3,5 Stunden dauert die Ratssitzung.

 

Weitere Informationen hebe ich mir für die nächsten Tage auf.

 

Jetzt wünsche ich eine ruhige und gesunde Nacht, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlBleibtZuHause#coronaverl

 

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