Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Donnerstag, 7. Mai 2020, ca. 20:45 Uhr


20:45 Uhr

„Synopse“ ist mein Wort des Tages. Synopse bezeichnet die vergleichende Gegenüberstellung von Texten. Gleich mehrere COVID-19 Verordnungen, Erläuterungen und Anlagen stelle ich mir am PC-Bildschirm gegenüber, um zu sehen, was sich jetzt tatsächlich heute und in den nächsten Tagen verändert. Man muss schon sehr genau lesen, um die Feinheiten aus den Vorschriften herauszufiltern. Doch leider sind ein paar große Fragen immer noch nicht beantwortet. Es sind genau die Fragen, die uns im Laufe des Tages in der Verwaltung erreichen: Welche Vorschriften gibt es für die Gastronomie, die am 11. Mai wieder starten darf? Wie lange haben die Kitas jetzt tatsächlich noch geschlossen und nur eine Notbereitschaft? Kann der Grafschaftslauf stattfinden und welche Sporthallen können den Vereinen zur Verfügung gestellt werden? Was versteht man genau unter einem Fitnessstudio? Bei einigen Anfragen klingt es fast so, als wenn es in Kürze keine Einschränkungen mehr geben würde, ganz NRW wohl geöffnet ist und ab Montag das Virus insgesamt verschwunden ist. So ist es aber nicht! "Fatal error", würden die Computerexperten wohl bei dem Wirken eines Virus feststellen. Wir lernen gerade, mit dem Virus unter gelockerten Bedingungen zu leben.

 

In der Politik gibt es Streit über die Lockerungen, die entweder zu weit greifen oder nicht weit genug gehen. Da lese ich eine Textstelle, die ich hier einmal zitiere: "Mit den Lockerungen ist es wie in der Pubertät: Man testet aus, wie weit man gehen kann im Rahmen des Möglichen. Geht man zu weit (Überschreiten der Obergrenze), sorgt Mutti dafür, dass die Grenzen wieder enger gezogen werden (erneute Lockdown-Maßnahmen)", sagt der Infektionsepidemiologe Timo Ulrichs. Ich finde, das ist eine gute Beschreibung der Situation.

 

Am Morgen begrüßen wir erstmals nach der coronabedingten Schließung der Grundschulen wieder die Viertklässler auf dem Schulgelände. Es hat ausgezeichnet geklappt. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern haben sich vorbildlich verhalten. Die Grundschulen sind gut vorbereitet in den heutigen Tag gestartet.

 

Die Spielplätze in der Stadt werden nach und nach von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern freigegeben. Wir haben so viele Plätze in der Stadt, dass es etwas dauert, bis alle Spielplätze abgefahren sind. Die ersten Kinder nehmen schon am frühen Morgen ihren Spielplatz in Beschlag. Sie haben lange darauf gewartet! Aber auch hier gilt das Abstandsgebot #VerlHältAbstand.

 

Mehrere Videokonferenzen, darunter auch die Mitgliederversammlung des Ausbildungsnetzwerkes BANG, begleiten meinen Tag. Auch die telefonische Bürgersprechstunde wird gut angenommen. Es haben sich doch einige Fragen bei den Bürgerinnen und Bürgern angesammelt.

 

Die „Corona-Zahlen“ bewegen sich im Kreis Gütersloh nur wenig. Das ist sehr gut!

 

Ich spreche mit dem Kurator für die Kunstwerke auf der Bürmschen Wiese, die jetzt nach und nach aufgestellt werden. Er berichtet mir, dass er aufgrund meiner abendlichen Blogs besser über Verl informiert sei als über seine Heimatstadt. Dabei kommt mir erstmals seit dem Beginn der Krise am 16. März 2020 der Gedanke, auch selbst eine Lockerung vorzunehmen. Dieser Blog, der an dem besagten 16. März erstmals verfasst wurde und seitdem täglich von mir geschrieben wird, lebt von den Informationen rund um die Arbeit in der Stadt bei der Bewältigung der Krisensituation. Mittlerweile haben wir uns in der Verwaltung einerseits und die Bürgerinnen und Bürger andererseits mit der Lage arrangiert. Wir leben bereits in der achten (!) Woche mit dieser Situation. Jeden Tag habe ich schriftlich festgehalten und bewertet. Ich überlege also, ob ich künftig einen anderen Rhythmus für die Berichterstattung wähle. Ich bin noch unentschlossen,  da einige treue Leserinnen und Leser auf die abendlichen Mitteilungen warten. Vielleicht ist es aber auch interessant, wenn ich künftig dann einen Tagesblog verfasse, wenn genügend Informationen vorliegen. Ok, Informationen habe ich derzeit noch reichlich.

 

Mit dieser Überlegung gehe ich dann jetzt erst einmal in den Abend und wünsche Ihnen eine ruhige und gesunde Nacht, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlHältAbstand #VerlBleibtZuHause#coronaverl

 

Die täglichen Blogs können Sie auch nachlesen unter www.verl.de/leben-in-verl/aktuelles/aktuelle-informationen-zum-coronavirus/buergermeister-michael-esken