Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Montag 18. Mai 2020, ca. 21:15 Uhr


21:15 Uhr

Ein großes Kompliment geht zuallererst an die 234 Bürgerinnen und Bürger, die heute ab 14 Uhr Dauerkarten für das Verler Freibad im Rathaus erworben haben. Sie haben sich beim Kartenkauf und beim Warten vorbildlich verhalten. Wir sind in der Verwaltung auf ein erhöhtes Besucherinnen- und Besucheraufkommen zwar vorbereitet, aber wegen der notwendigen Abstandsregeln gibt es durchaus Wartezeiten. Zwischendurch spreche ich mit einigen Rathausgästen und erhalte für die beabsichtigte Öffnung des Freibades Zuspruch. Ein Team in der Verwaltung und im Freibad ist derzeit mit den organisatorischen Dingen für die Inbetriebnahme des Freibades beschäftigt. Es werden dort Markierungen aufgebracht, technische Voraussetzungen werden geschaffen und viele Absprachen mit dem Personal sind notwendig. Weil der Wetterbericht für die nächsten Tage einigermaßen gut aussieht, rechnen wir schon über den anstehenden Feiertag hinaus mit einem erhöhten Besuch des Freibades. Hoffentlich geht alles gut! Das Öffnen birgt auch Risiken. Es ist aber alles nach bestem Wissen und Gewissen entsprechend der Regelungen des Landes NRW in Vorbereitung.

 

In meinem regelmäßigen Gesprächstermin mit dem Klimaschutzmanager der Stadt bespreche ich die weiteren Aufgaben und Aktionen in Sachen Klimaschutz. Er berichtet mir, dass das Verler Förderprogramm für die Photovoltaikanlagen weiterhin ein "echter Renner" ist. Die genauen Zahlen werden in Kürze der Politik vorgelegt. Wir haben hier in Verl mit dem Förderprogramm einen Benchmark gesetzt. Ein wenig problematisch ist, dass viele geplante, öffentlichkeitswirksame Aktionen derzeit der „Corona-Pandemie“ zum Opfer gefallen sind und nicht durchgeführt werden können. Aber auch hier gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

 

80, 90,80 sind die Geburtstage, für die ich heute zum Telefonhörer greife und ganz herzliche Glückwünsche der Stadt Verl übermittele. Ich treffe auf gut gelaunte Jubilare, die alle natürlich gerne mehr feiern möchten, aber die Situation jetzt so annehmen wie sie ist. Sie haben schon so viel in ihrem Leben durchgemacht, da wird es hoffentlich noch genügend Geburtstage geben, um nachzufeiern.

 

Am Nachmittag bin ich am Landerbach dienstlich verabredet. Ich begegne zahlreichen Joggerinnen und Joggern, Hundehalterinnen und Hundehaltern, Spaziergängerinnen und Spaziergängern. Bei einigen Begegnungen merke ich, wie gerade nachgedacht wird: Was macht der Bürgermeister hier, warum hat er einen Zollstock auf den Weg gelegt, warum schaut er sich die Wegeführung sehr genau an, warum schaut er in den Bach hinein, warum guckt er in die angrenzenden Wiesen und überhaupt, was passiert hier eigentlich? Nun, der Weg am Landerbach ist ein beliebter Ausflugweg und er soll es auch bleiben. Das ist der Anlass meiner Ortsbegehung gemeinsam mit einer Kollegin und einem Kollegen aus dem Rathaus.

 

Am frühen Abend holt mich die Bundespolitik ein. In meiner Funktion als Bundesvorstandsmitglied der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) beteilige ich mich an einer Vorstandssitzung per Video über coronabedingte Rettungsschirme für die Kommunen. Insbesondere der Vorschlag von Finanzminister Scholz, neben dem Rettungsschirm auch gleichzeitig die Frage der sogenannten Altschulden von einigen Städten zu klären, stößt bei mir auf Widerspruch. Hier sollen zwei völlig unterschiedliche Bereiche vermengt werden. Da Verl keine Altschulden hat, würde bei einer Vermengung der Themen bei einem Rettungsschirm für Verl sicherlich nicht viel übrigbleiben. Aber auch wir haben hier vor Ort erhebliche Aufwendungen und Einnahmeausfälle. Nur weil wir in Verl vielleicht etwas besser gehaushaltet haben und in einer glücklicheren wirtschaftlichen Lage sind, darf das doch nicht dazu führen, hier Birnen und Äpfel zusammenzuführen. Wir vereinbaren auf Bundesebene die Erarbeitung eines qualifizierten Papieres zu den coronabedingten Rettungsschirm für Städte und Gemeinden.

 

Am Abend unterschreibe ich mit einem Ratsmitglied einen Dringlichkeitsbeschluss. Weil der Rat der Stadt Verl die Höhe der Eintrittspreise für das Freibad festgelegt hat, muss eine Ermächtigung geschaffen werden, um in diesem Jahr dauerhaft den Frühbucherrabatt zu gewähren. Die politische Hürde wird genommen.

 

Damit ist der Arbeitstag beendet, der Feierabend ist nahe. Ich wünsche Ihnen eine ruhige und gesunde Nacht, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlHältAbstand #VerlBleibtZuHause#coronaverl

 

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