Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Donnerstag, 25. Juni 2020, circa 23:45 Uhr


23:45 Uhr

Eine logistische Meisterleistung ist vollzogen: Gestern um 17:00 Uhr habe ich einen Brandbrief wegen der Einrichtung eines Corona-Testzentrums an den Landrat geschickt. Heute um ca.18:30 Uhr ist es bereits soweit. Etwas später als angekündigt starten die Testungen auf das Coronavirus, weil die Teströhrchen noch mit einem Einsatzfahrzeug aus Köln zugeführt werden. In den nächsten Tagen, das genaue Datum steht derzeit noch nicht fest und hängt vom Aufkommen der zu testenden Personen ab, wird jeweils von 8:00 bis 22:00 Uhr der Corona-Test im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule durchgeführt. Die Bundeswehr, DRK und die Verler Feuerwehr unterstützen! Danke dafür! Insgesamt werden rund 250 Personen getestet.

 

Eigentlich sollten im Pädagogischen Zentrum heute Zeugnisse ausgehängt werden. Mehrmals haben die Schulen ihre Abschlussfeierlichkeiten umgeplant, bis die offizielle Zeugnisausgabe leider endgültig dem Corona-Virus zum Opfer gefallen ist. Das ist sehr schade und schmerzt alle Beteilgiten sicherlich! Die traditionellen Glückwünsche des Bürgermeisters werden per Video übermittelt. Die Glückwünsche gibt es nochmals schriftlich hier: Herzlichen Glückwunsch, liebe Schülerinnen und Schüler zu Ihren Abschlüssen! Sie haben viel erreicht und gelernt. Wenden Sie das alles im weiteren Leben an und bleiben Sie der Stadt Verl immer gewogen! Ich zähl´ auf Sie, Sie dürfen auch mich zählen!

 

Es ist wieder ein Tag In dieser neuen Corona-Welt, der irgendwie „unwirklich“ erscheint. Diese Vokabel verwende ich in einem Interview im Deutschlandfunk-Nova um 7:10 Uhr erstmals. Es geht um die Frage, ob ich Kenntnis davon habe, dass Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreis Gütersloh und Verl ihren Urlaub nicht antreten können oder gar abbrechen müssen. Es stimmt leider! Ergänzend erreicht mich auch im Laufe des Tages eine weitere Nachricht einer Familie, die bereits seit einer Woche im Urlaub ist und jetzt die Heimreise antreten muss. Eine solche Stigmatisierung ist unwirklich. Passen Regelungen der Länder, die genau das Szenario vorsehen, wirklich ohne Einzelfallprüfung in die Zeit? Es gibt die entsprechenden Vorschriften in dem Vereinbarungspapier von Bund und Land während der Corona-Pandemie. Aber dass jetzt auch Familien nach Hause geschickt werden, die nicht mal den Lockdown vor Ort erlebten, ist schon sehr negativ zu bewerten. Das macht mich im Nachhinein sogar sprachlos.

 

Es gibt aber auch gute Meldungen: Der kleine Kinderspielplatz in dem Bereich der Quarantänezone in der Sürenheide ist auf einem Feld eingerichtet worden. Die ersten Kinder spielen bereits im Sand.

 

Die Unterkünfte der Werksvertragsarbeiterinnen und -arbeiter in der Stadt werden gemeinsam mit der Polizei angefahren und es wird festgelegt, wie künftig die Kontrolle der Quarantäne sichergestellt wird. Dazu bedient man sich eines Ampelsystems und kategorisiert die einzelnen Unterkünfte. Die Arbeiten werden immer professioneller, auch im Bereich der Betreuung der Menschen in der Sürenheide. Die hohe Polizeipräsenz, die der Ministerpräsident für den Kreis Gütersloh angeordnet hat, ist hier angekommen.

 

Gegen 21:00 Uhr fahre ich nochmals zum Zollhausweg. Ich gehe in die Quarantänezone hinein und spreche mit den Menschen, fast allein und ohne Übersetzer. Ein paar Personen sind vor Ort, die der deutschen Sprache mächtig sind und übersetzen für ihre Landsleute. Das klappt ganz gut. Ich erkundige mich nach dem Wohlbefinden, spreche mit den Kindern und beantworte Fragen. In mir entsteht dabei das Gefühl, dass man in ganz großen Teilen dort sogar Verständnis für die Situation zeigt. So darf es bleiben. Wir müssen weiterhin alles dafür geben. Es sind unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, denen wir zwar nicht sehr häufig begegnen, die aber unter uns in Verl leben. Sie können aus meiner Sicht am wenigsten für diese Situation. Wir verabschieden uns heute sehr freundlich und ich gebe das Versprechen ab, regelmäßig wiederzukommen.

 

Etwas später spreche ich mit Polizisten. Auch diese bestätigen mir, dass die Lage vor Ort entspannt sei. Das gibt mit Mut für die nächsten Tage.

 

Bald kommt der nächste Tag. Vorher heißt es für alle gesund und ruhig schlafen, liebe Verlerinnen und Verler...

 

Ihr Michael Esken

 

 

#VerlHältAbstand #VerlBleibtZuHause#coronaverl