Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Donnerstag, 2. Juli 2020, circa 23:30 Uhr


23:30 Uhr

Informieren, Listen sortieren und organisieren. Dazu im Einzelnen: Mehrere Teams aus der Stadtverwaltung haben bereits gestern damit begonnen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Tönnies sowie die Werkvertragsarbeiterinnen und -Arbeiter, die in Verl leben und dort arbeiten, über die neuen Quarantänevorschriften der Landesregierung zu informieren.

 

Die Anordnung des zuständigen Ministeriums löst bei vielen betroffenen Menschen, die eigentlich mit Ablauf des heutigen Tages aus der Quarantäne entlassen werden wollten, Unverständnis und viele Nachfragen aus. Meine Kolleginnen und Kollegen sind hier gemeinsam mit Dolmetschern die Überbringer der Nachrichten aus Düsseldorf. Jedenfalls ist faktisch die Quarantänezeit für viele Betroffene nicht am 3.7.2020 beendet. Die NRW-Verordnung muss man sehr genau und am besten mehrmals lesen, bis man alle Details verinnerlicht hat. Das alles muss den Tönnies-Beschäftigten dargelegt werden. Eine komplizierte Aufgabe. Es bleibt eine Mammutaufgabe für die Stadt Verl, die hier die Aufträge des Kreises umsetzen muss.

 

Die Bundeswehr und Teams der Kreisverwaltung nehmen bereits auch in Verl an unterschiedlichen Stellen Tests ab, die jetzt für die Entlassung aus der Quarantäne wichtig sind. Die Einsatzkommandos des Kreises werden im Stadtgebiet wahrgenommen. Ich erhalte zahlreiche Anfragen dazu.

 

Heute hilft uns die eingerichtete Quarantänezone in der Sürenheide sehr, denn wir treffen tatsächlich die Menschen an. Das Ordnungsamt verschafft sich einen weiteren Überblick und sortiert die Listen. Mittlerweile gibt es sehr viele unterschiedliche Listen. Die reichen von positiv getestete Personen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Tönnies, Kontaktpersonen über Werkvertragsarbeiterinnen und -Arbeiter anderer Firmen in der gleicher Wohnung mit Tönnies Arbeiterinnen und Arbeiter bis zu Tönnies-Beschäftigte, die bisher nicht als solche gemeldet waren. Ein Geflecht mit unterschiedlichen Konstellationen, dass auch viele Ungereimtheiten bei den Subunternehmen bezüglich der Zuordnung von Firmenangehörigen deutlich macht. Mit Akribie nehmen die Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsamtes alles auf und vervollständigen die Listen, die jetzt wichtig sind, um die Quarantänezeiten genau nach der neuen Landesverordnung zu berechnen.

 

Es wird viel organisiert, um die weiteren Quarantänezeiten möglichst kurz zu halten. Wir haben noch circa 400 Personen von der Firma Tönnies in ganz Verl zu betreuen. Aus diesem Grund wird der Informationspunkt in der Sürenheide weiterhin Tag und Nacht besetzt sein. Unterstützt werden wir dabei von einem Sicherheitsdienst.

 

Wie es weitergeht? Eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird, aber die ich nur so beantworten kann, dass wir uns immer noch in einer dynamischen Lage befinden. Jeden Tag kann etwas passieren, was nicht vorhersehbar war. Insoweit ist es gut, dass wir schon Ende der letzten Woche damit begonnen haben, in Eigenverantwortung der Stadt Tests durchzuführen, um möglichst viele Menschen aus der Quarantäne zu entlassen. Wir haben trotzdem, wie beschrieben, immer noch eine große Anzahl von Personen, die von der Verfügung betroffen sind. Wir können den Bereich sehr gut lokalisieren am Zollhausweg und an der Grillenstraße. Dazu kommen noch weitere Gebäude in Kaunitz und Verl.

 

Mein Dank gilt heute auch wieder den ehrenamtlichen, die gestern mit 45 gespendeten Kuchen unterwegs waren. Sie haben wieder viel Gutes getan. Das ehrenamtliche Engagement in Verl wollte ich heute am Abend auch in einem TV-Interview loben, doch leider war die Sendezeit zu kurz. Das hole ich jetzt hier ausdrücklich nach, für uns alle in Verl!

 

Morgen geht es weiter, nachdem wir hoffentlich ruhig und gesund geschlafen haben, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

 

#VerlHältAbstand #VerlBleibtZuHause#coronaverl