Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Samstag, 11. Juli 2020, ca. 19:15 Uhr


19:15 Uhr

Die Zaunanlage ist weitestgehend abgebaut, der Lockdown im Kreis Gütersloh ist beendet und der sogenannte RKI-Wert ist unter 50 gefallen. Eine Woche mit vielen Ereignissen liegt hinter uns.

 

Der Reihe nach: Anfang der Woche beendet das Oberverwaltungsgericht in Münster in einem Eilverfahren den Lockdown im Kreis Gütersloh vorzeitig. Bereits am übernächsten Tag können die Kinder wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb in die Kitas zurückkehren. Viele Familien sind froh, endlich wieder etwas Normalität in dieser schwierigen Zeit erleben zu dürfen. Aber auch die übrigen durch den lokalen Lockdown eingeschränkten Menschen atmen natürlich auf.

 

Im Laufe der Woche unterschreitet der Kreis Gütersloh die Schwelle 50 beim sogenannten „RKI-Wert“. Aber wir müssen erfahren, dass die Stigmatisierung der Bürgerinnen und Bürger leider noch weiter gehen wird. Erst heute hebt zum Beispiel das Land Schleswig Holstein offiziell die Forderung einer Negativbescheinigung für Beherbergungsgäste aus dem Kreis Gütersloh auf. Ich finde, das geschieht viel zu spät.

 

Heute bin ich aber auch erleichtert: Der Sonderweg, den die Stadt Verl bei der Bekämpfung der Pandemie hier vor Ort mit der Errichtung eines Zaunes in der Sürenheide beschritten hat, gehört der Vergangenheit an. Auch in der Nachbetrachtung bin ich der Überzeugung, dass wir mit Blick auf die beengten Wohnverhältnisse und der Vermischung der Werkvertragsbeschäftigten der Firma Tönnies mit in anderen Unternehmen tätigen Werkvertragsarbeiterinnen und -arbeitern richtig und schnell gehandelt haben. Nicht zuletzt auch wegen der bereits begonnenen Absetzungsbewegungen einiger Personen in die Heimat kurz vor der Entscheidung zur Durchsetzung der Quarantäne.

 

Der 1. Beigeordnete der Stadt Verl hat dazu gestern auch die Vorsitzenden der im Verler Stadtrat vertretenen Fraktionen angeschrieben. Mit der Erlaubnis von Herrn Schönauer zitiere ich hier auszugsweise aus seinem Schreiben:

 

„…die Stadt Verl hat heute die Quarantäneverfügung für die restlichen Gebäude und Bewohner im Ortsteil Sürenheide aufheben können. Lediglich drei Wohnungen sowie die Gebäude Zollhausweg 25 – 29 sind auf Hinweis des Kreisgesundheitsamtes weiterhin unter Quarantäne zu belassen. Hintergrund ist, dass hier noch Kontaktpersonen wohnen, die zwar negativ auf das Corona-Virus getestet worden sind, aber in unmittelbaren Kontakt zu infizierten Personen gestanden haben.

 

Erfreulich ist, dass durch die von der Stadt Verl angeordnete Quarantänemaßnahme kein einziger neuer Fall einer Corona-Infizierung aufgetreten ist. Alle vom Kreisgesundheitsamt durchgeführten Tests waren stets negativ.

 

Die Absperrungen wurden bereits bis auf den Bereich Zollhausweg 25 – 29 vollständig abgebaut. Diese Anlage bleibt noch wenigstens bis Montag bestehen, um in Absprache mit den Bewohnern eine deeskalierende Wirkung zu erzeugen. Die Sorge der Bewohner ist, dass durch wenige Quarantäneverweigerer, die die angeordnete häusliche Quarantäne verlassen wollen, sonst eine eskalierende Unruhe unter den Bewohnern entstehen könnte. Den Abbau werden wir dann in der kommenden Woche thematisieren.

 

Die Versorgungscontainer nebst dem Sanitätscontainer sollen dann am kommenden Dienstag abgebaut werden.

 

Rückblickend ist die Gesamtmaßnahme innerhalb der letzten drei Wochen dank des engagierten Einsatzes der städtischen Mitarbeiter und vieler ehrenamtlicher Helfer sowie zahlreicher Beteiligter gut umgesetzt worden. Es gab zu keinem Zeitpunkt nennenswerte Probleme oder Schwierigkeiten, alles wurde nach Verler Art gut gelöst…“

 

In der nächsten Woche werde ich im Rahmen des Rathausfunks im „Verler Leben“ nochmals ausführlicher die Thematik Quarantäne beleuchten.

 

Ich kann also jetzt feststellen: Wir sind der Normalität ein Stückchen näher gekommen, aber es gibt immer noch viel zu tun, insbesondere in Bezug auf Bürgerinnen und Bürger, die derzeit noch auf die Mitteilung des Kreises Gütersloh zur Fortdauer oder zur Entlassung aus der Quarantäne warten. Das dauert leider aufgrund der hohen Zahl an Betroffenen außerhalb der Werkvertragsbeschäftigten sehr lange. Hier habe ich mich in Absprache mit anderen Bürgermeistern aus dem Kreis Gütersloh zu einer pragmatischen Herangehensweise entschieden. Darüber wird demnächst bestimmt noch zu sprechen sein.

 

Mit dem Ausblick auf eine neue Woche, in der hoffentlich wieder mehr die klassischen Themen der Verler Kommunalpolitik eine Rolle spielen werden, wünsche ich Ihnen eine ruhige und gesunde Nacht, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken
 

P.S.: Ich werde diesen Blog fortsetzen, wenn es eine Situation erfordert oder wenn es Neuigkeiten gibt. Ich bitte um Verständnis, wenn ich nicht mehr jeden Tag zur Tastatur greife.

 

 

#VerlHältAbstand #VerlBleibtZuHause#coronaverl