Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Montag, 19. Oktober 2020, ca. 19.45 Uhr


19:45 Uhr

Da ist er wieder, der Krisenmodus! Lange Zeit haben wir gedacht, dass die „rote“ Kennzeichnung des Kreises Gütersloh in der sog. 7-Tages-Inzidenz des Robert-Koch-Instituts (RKI) der Geschichte angehört. Seit heute sind wir zunächst wieder „rot“ eingefärbt. Das geht einher mit weiteren Einschnitten in das tägliche Leben. Waren wir im Kreis Gütersloh im Sommer noch eine Art "Besonderheit" mit einem RKI-Wert über 50, übrigens auch in Sachen Reisebeschränkungen und Stigmatisierung, ist die Situation nunmehr eine etwas andere. Mittlerweile leben viele Menschen in deutschen COVID-Krisengebieten. Ob alle die, die im Sommer auf uns Bürgerinnen und Bürger des Kreises Gütersloh mit dem Finger gezeigt haben, das heute auch noch so tun würden? Bestimmt nicht! Die Zeit hat sich weiterentwickelt.

 

Ich habe mich in Anbetracht der neuerlichen Situation entschlossen, meinen Blog wieder aufleben zu lassen, nicht täglich, aber immer, wenn es wichtige Neuigkeiten gibt. Die Transparenz ist jetzt auch wieder sehr wichtig.

 

Heute Morgen hat erstmals wieder der Krisenstab der Stadtverwaltung getagt. Im Ergebnis kann ich zunächst feststellen, dass die Verler 7-Tages-Inzidenz bei rund 42 liegt. Betroffene Personen befinden sich in Quarantäne, beziehungsweise leider auch in ärztlicher Behandlung. Eine Kita-Gruppe musste ebenfalls in Quarantäne, genauso wie eine Sportmannschaft.

 

Ein paar organisatorische Dinge sind für die Besuche im Rathaus ab morgen verändert worden; aber grundsätzlich ist das Rathaus für die Bürgerinnen und Bürger weiter geöffnet. Wegen der Einzelheiten verweise ich auf die Pressemitteilung der Stadt, u.a. auch hier in der Gruppe nachzulesen.

 

Die Geschäfte und Gastronomiebetriebe haben weiterhin geöffnet, deshalb wird die Gutscheinaktion fortgesetzt. Gutscheine können auch jetzt im Rathaus erworben werden und damit wird die Wirtschaft vor Ort unterstützt.

 

Das Ordnungsamt hat wieder alle Hände voll zu tun und es gibt zahlreiche Anfragen. Ein paar möchte ich kurz beantworten: Für Sportvereine gibt es derzeit keine verschärften Regelungen, so dass der Trainingsbetrieb entsprechend der bisherigen COVID-Anforderungen bis auf Weiteres aufrechterhalten werden kann.

 

Am Wochenende soll „Verler Tod“ stattfinden. Verlässliche Aussagen dazu kann man wohl erst gegen Mitte der Woche treffen. Die Klage der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ist zwischenzeitlich eingegangen. Sie ist aus meiner Sicht aber wenig substantiell auf Verl zugeschnitten, sondern eher „copy and paste“. Viel gravierender ist die Frage, was löst das Virus für die Veranstaltung „Verler Tod“ aus? In ein paar Tagen wissen wir mehr.

 

Ich möchte, wie in den vergangenen Monaten auch, die Situation hier vor Ort in Verl sehr eng begleiten. Aus diesem Grunde habe ich mich mit Nachdruck bereits vor ein paar Wochen an den Kreis mit der Bitte gewandt, mir zusätzliche Informationen über Kontaktgruppen und Infektionswege zur Verfügung zu stellen, damit ich für die Stadt Verl, die für die Überwachung der Quarantäne zuständig ist, auch eigene Rückschlüsse für die notwendigen Handlungen ziehen kann. Darüber bin ich seit ein paar Tagen wieder mit dem Kreis im Gespräch.

 

Die Eindämmung der Ausbreitung der Coronapandemie ist die Aufgabe aller Behörden einerseits, aber auch die Herausforderung der Bürgerinnen und Bürger anderseits. Deshalb darf ich auch an dieser Stelle sehr aufrichtig bitten, die notwendigen Anordnungen aus den Verfügungen einzuhalten. Diskutieren können wir gerne später, ob das eine oder andere erforderlich war; aber jetzt gilt es, die Krise zu meistern. Natürlich steht dabei auch bei ungerechtfertigten Maßnahmen wie immer der Rechtsweg offen. Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat.

 

Ich bin stolz darauf, hier in Deutschland und in Verl mit meiner Familie wohnen zu dürfen. Bei aller Kritik, die es von den verschiedenen Personen über das Krisenmanagement der unterschiedlichen Regierungen und Behörden in Deutschland gibt, darf nicht vergessen werden, dass wir im Vergleich zu vielen anderen Ländern noch sehr gut dastehen. Das sollte jetzt nichts auf´s Spiel gesetzt werden.

 

Alle Bürgerinnen und Bürger können sich darf verlassen, dass ich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in der Verler Verwaltung im Rahmen der Möglichkeiten alles tun werde, damit sich das Virus hier nicht unkontrolliert ausbreiten kann. Aber dafür möchte ich auch auf die verantwortungsbewussten Bürgerinnen und Bürger zählen.

 

In diesem Sinne arbeiten wir für Verl nach einer hoffentlich ruhigen und gesunden Nacht weiter, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlHältAbstand  #coronaverl