Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Freitag, 30. Oktober 2020, ca. 19:00 Uhr


19:00 Uhr

Die Zahl des Tages ist 204! Das ist die Corona-7-Tages-Inzidenz für die Stadt Verl. Damit übernimmt Verl leider heute die „rote Laterne“ im Kreis Gütersloh. Dieser Wert, den ich mir vor ein paar Tagen noch überhaupt nicht vorstellen konnten, zeigt deutlich auf, wie schnell sich das Coronavirus verbreiten kann. Ein paar Ereignisse reichen aus und ganz schnell sind viele Menschen infiziert.

 

Die neue Welle begann auch in Verl relativ zurückhaltend mit zunächst zwei Meldungen über positiv getestete Personen an einem Tag, dann etwas später fünf Personen und in den letzten Tagen täglich über zehn neue Infizierte. Mittlerweile sind in der Stadt über 200 Menschen unter Quarantäne. Die Landesregierung hat heute zur Eindämmung der Pandemie eine neue Verordnung erlassen. Diese hat ab dem kommenden Montag Gültigkeit. Es ist der Versuch, die weitere Ausbreitung zu verhindern oder wie es jetzt heißt, die Welle der Pandemie zu brechen.

 

Auch heute beschäftigt mich das Thema an vielen Stellen. Neben einer Sitzung des Krisenstabes im Rathaus werden auch vertiefende Gespräche mit der Leitung des Krisenstabes des Kreises geführt. Wir tauschen noch einmal verschiedene Möglichkeiten der Kontaktverfolgung aus. Immer wieder höre ich den Begriff „Datenschutz“ wenn es darum geht, intensiver in die Fallaufarbeitung einzusteigen. Ich stelle mir die Frage, was tiefgreifender ist, Menschen die Freiheitsrechte auf Bewegung zu entziehen oder einfach einmal für ein paar Wochen den Datenschutz etwas zu lockern. Natürlich darf alles nur im Rahmen unseres Grundgesetzes erfolgen. Mit dem Kreis habe ich jetzt eine Vereinbarung getroffen, die uns künftig vielleicht etwas helfen könnte. „Mitspielen“ muss dabei aber eine andere Behörde. Wieder ein paar kostbare Tage verloren, um endlich vor die Lage zu kommen!

 

Mir ist klar, dass auch jetzt am Wochenende wieder viel Arbeit auf die Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung zukommt. Es müssen die behördlichen Vorbereitungen für den „Lockdown light“ vor Ort getroffen werden. Als "sehr gut" möchte ich einmal herausstellen, dass bereits heute die Verfügung des Landes vorliegt, die ab Montag Bestand haben soll. Das gibt auch die Möglichkeit, viele Fragen bereits jetzt zu beantworten.

 

Im Laufe des Tages erhalte ich die Mitteilung über eine positive Testung einer Person in der Quarantäne nach mehr als zehn Tagen. Damit ist für mich bestätigt, dass die 14 Tage Quarantänezeit ab dem letzten Kontakt nicht willkürlich, sondern qualifiziert ausgewählt wurde. Eines ist mir bei den vielen Meldungen auch bewusst, das Virus ist mitten unter uns. Im Vergleich zum Sommer, in dem sehr genau einer Industrie der Ausbruch zugeordnet werden konnte, ist genau dieser Bereich derzeit nicht signifikant betroffen.

 

Das Wochenende liegt jetzt vor uns. Ich hoffe sehr, dass sich die Zahlen nicht viel weiter verschlechtern werden. Jedenfalls glaube ich daran, dass wir, wenn wir alle den Freizeitbereich in der Aktivität einschränken, schon zeitnah Erfolge in der Pandemiebekämpfung sehen werden. Wenn die Kitas und Schulen geöffnet bleiben sollen und die Wirtschaft am Laufen bleiben soll, dann bleibt eben nur noch die Reduzierung der Aktivitäten im Freizeitbereich.

 

Schlafen Sie auch heute Nacht wieder ruhig und gesund, liebe Verlerinnen und Verler…

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlHältAbstand  #coronaverl