Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Freitag, 27. November 2020, ca.17.45 Uhr


17:45 Uhr

Kurz vor einem Wochenende oder an einem Wochenende erreicht das Corona-Pandemiegeschehen regelmäßig neue Höhepunkte. So ist es auch heute wieder. Am Vormittag werde ich von der Schulleitung des Gymnasiums Verl unterrichtet, dass die durchgeführte Reihentestung des Lehrpersonals zu weiteren drei positiven Testergebnissen in der Lehrerschaft geführt hat. Ferner ist eine externe Kraft infiziert. Es wird die Entscheidung getroffen, die gesamte Schule in den Distanzunterricht zu überführen. Zunächst soll diese Unterrichtsform bis zum 7. Dezember 2020 fortgeführt werden. Das Geschehen ist allerdings so dynamisch, dass es auch zu Veränderungen innerhalb der nächsten Woche führen kann.

 

Zu den positiv getesteten Personen innerhalb des Lehrerkollegiums werden auch weitere Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen des Kontaktmanagements unter Quarantäne gesetzt. Damit stehen für den Präsenzunterricht nicht mehr genug Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung und die Entscheidung für den Distanzunterricht ist die einzig richtige Folge. Mittlerweile ist auch über elf Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums die Quarantäne verfügt worden, weil es engere Kontakte mit einer infizierten Person gab.

 

Bereits am Mittwoch hatte ich das Kreisgesundheitsamt per Mail gebeten, eine kurzfristige Überführung des Gymnasiums in den Distanzunterricht zu befürworten. Hierzu fühlte ich mich auch in Abstimmung mit der Schulleitung veranlasst, da bereits fünf Lehrerinnen und Lehrer infiziert waren und zusätzlich jetzt die Reihenuntersuchung durchgeführt wurde. Wenn es keinen Verdacht gegeben hätte, wäre auch die Reihentestung entbehrlich gewesen. Unter virologischen Gesichtspunkten wurde ich allerdings seitens des Kreisgesundheitsamtes gebeten, diesen Gedanken nicht weiter zu verfolgen. Die Ergebnisse vom heutigen Tage sprechen dann aber eine klare Sprache, so dass auch dem Kreisgesundheitsamt wenig Spielraum blieb.

 

Distanzunterricht bedeutet aber nicht Schulschließung oder schulfrei, sondern die Lehrerinnen und Lehrer, die unter Quarantäne stehen oder symptomfrei positiv getestet und zuhause sind, können mit ihren Schülerinnen und Schülern aus der Distanz Unterrichtsinhalte besprechen.

 

Die Gesamtschule und das Gymnasium sind in einen Austausch eingetreten. Alle weiteren Maßnahmen an den Schulen werden abgestimmt und rechtzeitig den betroffenen Kindern und Eltern mitgeteilt. Derzeit gibt es keine notwendigen Handlungen für die Gesamtschule, so dass hier am kommenden Montag der Schulbetrieb weiter geht.

 

Die Woche war ohnehin in Sachen Corona eine schwierige Woche. Wir hatten die ersten Todesfälle nach der Infizierung von Bewohnerinnen und Bewohnern des St.-Anna Hauses zu betrauern. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen. Weitere Fälle sind bisher nicht aufgetreten. Leider geht es aber noch ein paar Personen sehr schlecht, so dass die Situation im St.-Anna-Haus weiterhin als kritisch einzuschätzen ist.

 

In der Verwaltung sind gestern 1000 Schnelltests eingetroffen, mit denen jetzt insbesondere den Erzieherinnen und Erziehern in den Kitas die Möglichkeit eröffnet wird, Tests in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Wenn wir Glück haben, werden mögliche Infektionen dann auch sehr zeitnah erkannt.

 

Neben der Corona-Pandemie sind diese Woche auch viele Entscheidungen im Rat der Stadt gefasst worden. Herausragend dabei sind die nur mit einer Gegenstimme getroffenen und damit fast einstimmigen Entscheidungen zum Bau der Gesamtschule, dem Neubau des Hallenbades, der Erweiterung des pädagogischen Zentrums und dem Neubau eines Multifunktionsraumes. Die Architekten sind bereits am Werk und bald werden die ersten Entwürfe der Stadt übergeben.

 

Eine kleine Idee von mir geht der Realisierung entgegen: Es gibt einige Bürgerinnen und Bürger in der Stadt, die würden gerne zum Beispiel Gemüse anbauen, haben dafür aber nicht die geeignete Fläche. Die Stadt Verl verfügt über landwirtschaftliche Flächen und deshalb wird im Rahmen eines Pilotprojekts in Kürze Bürgerinnen und Bürgern gegen ein geringes Entgelt die Möglichkeit eröffnet,  eine kleine Fläche für den Anbau von landwirtschaftlichen Erzeugnissen für den Eigenbedarf von der Stadt zu pachten. Rasen und Bäume dürfen darauf allerdings nicht wachsen. Ebenso wenig ist es erlaubt, Hütten oder Unterkünfte darauf zu errichten. Die Flächen sollen ausschließlich für den Anbau von naturbelassenen Produkten zur Verfügung gestellt werden. Dies soll auch ein weiterer und kleiner Schritt für den Klimaschutz sein.

 

Jetzt wünsche ich ein gutes Wochenende nach einer hoffentlich ruhigen und gesunden Nacht, liebe Verlerinnen und Verler...

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlHältAbstand  #coronaverl