Bürgermeister Michael Esken

Mein Rückblick

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Auch bei uns in Verl bestimmt Covid-19 seit Mitte März das öffentliche Leben und damit in vielen Bereichen natürlich auch unseren beruflichen sowie privaten Alltag. Mit meinem Rückblick auf das Tagesgeschehen möchte ich Sie, liebe Verlerinnen und Verler, während dieser Zeit über die wichtigsten Neuigkeiten vor Ort rund um das Thema Corona auf dem Laufenden halten und Ihnen gleichzeitig Einblicke geben, was sich in der Verwaltung inmitten sowie am Rande der Corona-Krise tut.

Sonntag, 7. Februar 2021, ca. 18:00 Uhr


18:00 Uhr

Es sind schon ein paar Tage seit meinem letzten Blog vergangen. Doch wegen einiger aktueller Ereignisse möchte ich dann heute wieder, weil ich Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger versprochen habe, berichten:

 

Seit dem Freitagabend sind Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsamtes damit beschäftigt, das genaue Wohnumfeld von 16 Personen zu ermitteln, die Kontakt zu einer Person hatten, die sich mit einer hoch ansteckenden Coronavirus-Variante infiziert hat. Leider ist eine solche Variante auch hier in Verl angekommen.

 

Betroffen sind bisher ausnahmslos Werkvertragsarbeiterinnen und -arbeiter, die nicht in fleischverarbeitenden Betrieben beschäftigt sind. Sie arbeiten auch nicht in Verl. Sie leben aber hier. Insoweit gehe ich derzeit noch davon aus, dass ein Eintrag in die breite Bevölkerung noch verhindert werden kann. Es ist jetzt aber notwendig, sehr konzentriert und aufmerksam die Quarantäne der betroffenen Personen zu begleiten.

 

Ich habe ein Art Déjà-vu: So erinnere ich mich gut daran, wie ich im Sommer des letzten Jahres gefordert habe, nicht nur die Fleischindustrie mit Auflagen zu belegen, sondern sich das System „Werkvertragsarbeit“ insgesamt anzuschauen. Während jetzt im Fleischgewerbe regelmäßig getestet wird, ist es offensichtlich bei den Werkverträgen in anderen Branchen nicht so gefordert. Das Virus macht aber nun einmal keinen Halt vor der Berufsbranche. Viele Menschen leben sehr beengt zusammen, auch hier in Verl, nutzen zum Teil gemeinsam Küchen und Badezimmer. Das birgt für eine Virus-Variante, die sehr ansteckend ist, ein erhöhtes Potenzial zur Ausdehnung der Pandemie.

 

Warum hat man in den letzten Monaten politisch nicht einmal den Versuch unternommen, die Wohnverhältnisse nicht nur für die Menschen aus der Fleischbranche verbessern zu wollen, sondern für alle Personen aus dem Werkarbeitsvertragsrecht?

 

Wir müssen jetzt wieder vor Ort mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Ordnungsamt alles unternehmen, damit sich das Virus nicht ausbreitet. Das Vorhaben ist zum Wettlauf mit der mutierten Variante geworden.

 

Zur Arbeit des Ordnungsamtes kommen dann fast jeden Tag noch lange Listen von Reiserückkehrerinnen und -rückkehrern hinzu, die es auch in Sachen Quarantäne abzuarbeiten gilt. Gestern enthielt die Liste deutlich mehr als 20 Personen!

 

Das Virus kennt auch kein Wochenende, so dass wir seitens der Verwaltung auch heute wieder mit einigen Kolleginnen und Kollegen im Einsatz sind.

 

Das derzeit Paradoxe ist, dass die Inzidenz leicht zurückgeht, die Zahlen insgesamt sich reduzieren, aber die Arbeit an der Basis eines Ordnungsamtes rapide zunimmt, damit wir nicht in eine dritte Welle hineinlaufen. Deshalb habe ich Verständnis für die Überlegungen in Berlin und Düsseldorf, den Lockdown durchaus nochmals zu verlängern. Wir bewegen uns, das zeigt mir meine tägliche Arbeit an der Basis, auf Messers Schneide.

 

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Lage hier in Verl und darüber hinaus in den nächsten Tagen entwickeln wird. Das Team aus dem Rathaus wird sie im Sinne der Bürgerschaft hoffentlich gut begleiten können.

 

Übrigens, der Wintereinbruch hat uns hier in Verl nicht ganz unvorbereitet getroffen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofs waren schon sehr frühzeitig im Einsatz. Wir hoffen, in den nächsten Tagen wieder zur Normalität zurückkehren zu können. Nur alle Straßen gleichzeitig zu betreuen, das ist eine Kunst, die auch unser Bauhof nicht schafft. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten nach besten Kräften und mit viel Engagement. Davon konnte ich mich heute persönlich in einem Gespräch mit einer Mitarbeiterin und einem Mitarbeiter überzeugen. Die Reihenfolge der Straßen richtet sich nach einer festgelegten Priorität.

 

Gegen Mittag erhielt ich heute eine Mail aus der Sürenheide mit einem Bild. Die Nachbarschaft hat dort fleißig gegen den Schnee gearbeitet. So wird es auch an anderen Stellen in der Stadt gewesen sein. Ich schreibe hier ein Dankeschön an alle Bürgerinnen und Bürger, die mithelfen, ihren Pflichten nachzukommen, darüber hinaus noch etwas mehr machen und Verständnis dafür haben, dass die Kolleginnen und Kollegen des Bauhofes eben nicht überall gleichzeitig sein können. Sie sind aber im Einsatz, das kann man an vielen Stellen in der Stadt erkennen. Und sie machen einen richtig guten Job.

 

Sie können also ruhig und gesund schlafen, liebe Verlerinnen und Verler...

 

Ihr Michael Esken

 

#VerlHältAbstand  #coronaverl