300. Geburtstag des Fürsten Wenzel Anton Graf Kaunitz-Rietberg


Allgemein
300. Geburtstag Fürst Kaunitz

Sein Geburtstag jährte sich am 2. Februar zum 300. Mal. Fürst Wenzel Anton Graf Kaunitz-Rietberg (1711–1794) gilt als Staatsmann von europäischem Rang. Dem Ortsteil Kaunitz hat der einstige Staatskanzler der Kaiserin Maria Theresia seinen Namen gegeben. Nun befasst sich erstmals eine große Ausstellung in Rietberg ab dem 25.05.2011 mit Leben und Wirken dieser repräsentativen Persönlichkeit des 18. Jahrhunderts. Ab dem 11.09.2011 wird sie dann auch in Verl-Kaunitz in der Pfarrkirche St. Maria Immaculata zu sehen sein. Im Mittelpunkt stehen Gemälde und Kupferstiche des 18. Jahrhunderts. Große farbige Schautafeln zeigen den Werdegang und das politische Handeln des Staatskanzlers auf.

„Wir sind sehr froh, dass wir in diesem besonderen Jahr der überregionalen Öffentlichkeit eine solche Präsentation zeigen können“, betont Bürgermeister André Kuper. Und: „Einmalig ist der Ausstellungsort, denn wir werden die Exponate in den Gebäuden des ehemaligen Gestütes Tenge-Rietberg aufbauen können. Auf eben diesem Boden stand von 1353 bis 1803 das Schloß Rietberg, einstige Heimstatt des Fürsten bei seinen Aufenthalten hier an der Ems.“  Kuper: „Wir sind der Besitzerfamilie sehr dankbar, dass wir diese Räumlichkeiten nutzen können. Diese werden sicherlich zu einer ganz besonderen Atmosphäre beitragen und der Ausstellung zusätzliche Tiefe verleihen.“ Ursula Lins: „Wir öffnen gerne aus diesem Anlass unsere Anlage, schließlich ist auch unsere Familiengeschichte eng verwurzelt mit der der einstigen Grafschaft.“ Zusätzlich stellt die Familie Lins auch Exponate aus eigenem Besitz bereit. Stadtarchivar Manfred Beine, der gemeinsam mit Mitarbeiter Thorsten Austermann  die Ausstellung bis ins kleinste Detail vorbereitet: „Rund 50 bis 80 Originale, zumeist Gemälde und Stiche können wir zeigen, viele Stücke sind aus Privatbesitz, aber es kommen auch Werke aus dem Besitz der öffentlichen Hand in die Präsentation.“ Begleitend seien Bücher, Handschreiben, Wappendarstellungen und vieles mehr zu sehen, dazu eben die detaillierten Informationen auf den 10 großen Schautafeln, die alle Aspekte des Lebens des Fürsten berücksichtigen. Abteilungsleiter Hermann Lütkebohle ist sich sicher: „Wir werden mit der ersten Ausstellung dieser Größe und Art rund um den früheren Rietberger Landesherren viele Besucher bekommen, vielleicht auch aus der weiteren Umgebung, war doch Wenzel Anton zu Lebzeiten international tätig, unterhielt Beziehungen nach Mähren und war Staatskanzler in Österreich. Er lenkte auf höchster Ebene das Weltgeschehen mit.“ Gefördert wird die umfangreiche Aktivität nicht nur von der Stadt Rietberg, der Nachbarkommune Verl sowie der Rietberger Familie Lins, sondern auch durch die Kulturstiftung der Sparkasse Rietberg. Heinz Hüning: „Das ist für unsere Stiftung ein hervorragendes, ein absolut perfektes Projekt. Ich bin schon gespannt woher die Besucher anreisen und bin mir sicher, dass Rietberg weitere Bekanntheit erfahren wird.“ Die erste Idee für dieses  Unterfangen stammt vom Paderborner Historiker Wilhelm Krüggeler, der als besonderer Kenner der Geschichte des Fürsten gilt. „Das haben wir gerne aufgegriffen und konkretisiert, im Vordergrund stand zunächst die Suche nach den geeigneten Räumlichkeiten und dann natürlich auch die Thematik der Finanzierung“, so Kuper. Er fragte sowohl in der Nachbarstadt Verl als auch bei der Kulturstiftung und bei Familie Lins an und stieß auf große Zustimmung.

Die Ausstellung ist in Rietberg bis zum 10. Juli zu besichtigen, mittwochs, freitags, samstags und sonntags und an Feiertagen von 14.30 Uhr bis 18 Uhr und wird dann vom 11. September bis 9. Oktober in der Kaunitzer Pfarrkirche in einem auf die besonderen Verhältnisse dort ausgerichteten Umfang gezeigt werden. Dazu Verls Bürgermeister Paul Hermreck: „Wir freuen uns, dass die Ausstellung auch in Kaunitz zu sehen sein wird. Spielt doch der 300. Geburtstag des Fürsten Kaunitz gerade in dem nach ihm benannten Ortsteil eine bedeutende Rolle. Kaunitz ist seit 1743 für Generationen von Menschen der Ort, dem sie sich zugehörig fühlen. So ist es nur folgerichtig, dass auch direkt vor Ort an den namensgebenden Fürsten mit dieser außergewöhnlichen Ausstellung erinnert wird.“

Begleitet wird die Präsentation im Kaunitz-Jahr von verschiedenen Vorträgen. Am Dienstag, dem 7. Juni, stellt Norbert Leitholt (Schwerin) das Thema Friedrich II. König von Preußen als wichtigster Gegner des Fürsten Kaunitz in den Mittelpunkt seines Vortrags. Am Donnerstag, 16. Juni befasst sich ein weiteres Referat von Manfred Beine mit dem Haus Kaunitz-Rietberg und der Familie von Binder. Alle Sommervorträge finden im Heimathaus statt. Ausführliche Informationen hierzu wie auch zur Ausstellung selbst werden in Kürze auf einer Unterseite der Stadthomepage rietberg.de eingestellt. In Vorbereitung für die zweite Jahreshälfte sind weiterhin Veranstaltungen aus den Bereichen Literatur und Musik des ausgehenden 18. Jahrhunderts.

Während der Ausstellung von Mai bis Juli werden auch verschiedene Themenführungen, so fest terminierte Stadtführungen zur Entwicklung Rietbergs unter der Herrschaft der Grafen von Kaunitz-Rietberg, stattfinden. 

Veranstaltungen in Verl

Im Juni bietet der Heimatverein eine „Pättkesfahrt“ an: Die Fahrradtour „Auf den Spuren von Fürst Wenzel Anton Graf von Rietberg und Kaunitz“ (1711 – 1794) mit Besuch der Ausstellung im ehemaligen Gestüt Rietberg ist ca. 45 km lang; sie beginnt am Samstag, 25. Juni, um 14 Uhr am Heimathaus und wird von Bernhard Klotz geleitet.   

Weitere Informationen zum Heimatverein Verl erhalten Sie hier .

 

 

Zum Bild: Freuen sich auf die große Ausstellung zu Leben und Wirken des Fürsten Wenzel Anton: Manfred Beine, Heinz Hüning, André Kuper, Ursula Lins, Thorsten Austermann und Hermann Lütkebohle - und halten schon einige Exponate in den Händen, ein Buch aus der kostbaren Bibliothek des Fürsten mit Monogramm und Wappenprägung in Gold, ein originales Handschreiben des Fürsten aus dem Jahr 1770, ein Kupferstich des Fürsten von J. Schmuzer aus dem Jahre 1765, der aus dem Dienstzimmer des Bürgermeisters statt sowie eine hölzerne Wappentafel des Grafen Franz Wenzel von Kaunitz Rietberg, eines Sohnes des Fürsten Kaunitz, der von 1788 bis 1809 Landkomtur des Deutschen Ordens in Mülheim war (aus dem Besitz der Pfarrgemeinde St. Maria Immaculata Kaunitz). Bild: stadt rietberg