Annaburger Feuerwehr übernimmt Drehleiter aus Verl


Stadt Verl

Zum Abschied ließ Christian Grosch von der Annaburger Feuerwehr noch einmal das Blaulicht blinken und das Martinshorn ertönen –  dann war es so weit: Mit einer Delegation der Freiwilligen Feuerwehr Annaburg ging die Drehleiter, die 25 Jahre lang in den Diensten der Verler Feuerwehr gestanden hat, auf die rund 450 Kilometer lange Reise an ihren neuen Einsatzort Annaburg. Zum symbolischen Preis von zwei Euro hat die Partnerstadt das Fahrzeug für ihre Feuerwehr erworben. „Ein riesengroßes Dankeschön dafür!“, sagte der Annaburger Bürgermeister Klaus-Rüdiger Neubauer, der die Feuerwehrkameraden bei der Abholung der Drehleiter begleitete.

 

Die Delegation aus Annaburg war bereits am Tag zuvor angereist, damit sich die Vertreter der Feuerwehr noch ausführlich von den Verler Kameraden in die Handhabung des Fahrzeugs einweisen lassen konnten. Der Verler Feuerwehrchef Martin Wanders, vor 25 Jahren noch junger Brandmeister, kann sich gut daran erinnern, wie die Drehleiter 1995 in Betrieb genommen wurde: „Das war unsere erste Drehleiter, ein echtes Highlight für die Verler Feuerwehr, denn sie gehörte zu den ersten computergesteuerten Drehleitern. Im Laufe der Jahre haben wir damit in Verl viele Leben gerettet und viele Brände gelöscht.“

 

Ende des Jahres hatte die Verler Feuerwehr ihre neue Drehleiter in Betrieb genommen. Die DLK 23 hat eine maximale Rettungshöhe von 30 Metern (vorher waren es 24 Meter), einen Rettungskorb für fünf Personen (vorher drei Personen) und ist technisch auf dem allerneuesten Stand. Beide Drehleitern waren anschließend erst einmal parallel in Betrieb, damit sich die Drehleitermaschinisten mit der neuen Technik vertraut machen konnten. Im April dann war geplant, die ausgemusterte DLK 18 nach Annaburg zu bringen. „Doch Corona kam dazwischen“, erinnerte Bürgermeister Michael Esken. Umso mehr freute er sich, das voll funktionstüchtige Fahrzeug gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Heribert Schönauer nun an seinen Annaburger Amtskollegen und die dortige Feuerwehr übergeben zu können.

 

Für die Annaburger Feuerwehr sei die Drehleiter aus Verl wie ein Lottogewinn, betonte Wehrleiter Gerald Matthies. Denn der Brandschutzbedarfsplan sehe eine Drehleiter vor. Bisher habe man auf den Teleskopmast der benachbarten Feuerwehr in Jessen zurückgreifen müssen, doch das sei keine Dauerlösung. Selbst eine Drehleiter anzuschaffen, sei bei einem jährlichen Brandschutz-Etat von 530.000 Euro kaum möglich. Umso größer war die Freude über die Geste aus Verl, die pünktlich zum 30-jährigen Bestehen der Partnerschaft kam. „Das nimmt uns eine große Last von den Schultern“, so Gerald Matthies. Und Bürgermeister Klaus-Rüdiger Neubauer ergänzte: „Wir wissen, dass Verl mehrere Anfragen für die Drehleiter hatte und sind sehr froh, dass wir sie bekommen haben.“ Entsprechend pfleglich werde man mit dem Fahrzeug umgehen. Und für den Zeitpunkt, wenn auch Annaburg die Drehleiter eines Tages ausmustern sollte, versprachen die Gäste ganz fest: Dann soll das Fahrzeug als historisches Objekt nach Verl zurückkehren.

 

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Übergabe der Drehleiter: (vorne v. l.) Werner Landwehr (Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung), der Verler Feuerwehrchef Martin Wanders, Erster Beigeordneter Heribert Schönauer, Bürgermeister Klaus-Rüdiger Neubauer, der Annaburger Wehrleiter Gerald Matthies, Bürgermeister Michael Esken und der Annaburger Stadtwehrleiter Roland Karthäuser, (hinten  v. l.) Christian Grosch (stellvertretender Wehrleiter Annaburg), André Pelkmann (Löschzug Verl), der Verler Löschzugführer Raphael Fortkord und Klaus Kretzschmar (Löschzug Verl).