Ausstellung im Rathaus: Wo fängt Bürokratismus an?


Stadt Verl

Wo hört erforderliche Bürokratie auf und wo fängt Bürokratismus an? Überspitzt könnte so die Frage lauten, unter der die Stadt Verl und die gemeinnützige Werner Bonhoff Stiftung (Berlin) jetzt eine Befragung unter den örtlichen Unternehmerinnen und Unternehmern, Selbständigen sowie Gründerinnen und Gründern starten. Begleitend zu der Aktion ist im Rathaus die Wanderausstellung „Der Kaiser hat ja gar nichts an! Bürokratie-Therapie von nebenan“ der Stiftung zu sehen.

 

Unter Bürokratismus versteht die Werner Bonhoff Stiftung die dunkle Seite der Bürokratie: umständliche Verfahren, unverständliche Entscheidungen, mangelnde Problemlösungsorientierung sowie das undurchsichtige Nebeneinander einer Vielzahl von verselbstständigten Bürokratien. In der Ausstellung werden unternehmerisch tätige Menschen mit ihren konkreten Fällen kurz mit Bild und Text präsentiert. Die Beispiele zeigen, wie sie Bürokratismus nicht einfach hingenommen, sondern mit ihrer konstruktiven Kritik Verbesserungsprozesse oder grundlegende Reformen in der öffentlichen Verwaltung angestoßen haben.

 

Der Teilnehmerkreis des Projektes „Bürokratie-Therapie“ reicht von Landwirten, Handwerkern und Gründern über Rikscha-Fahrer und selbständige Hebammen bis hin zu Unternehmern wie TV-Moderator Günther Jauch. Bisherige Stationen der Ausstellung waren unter anderem Berlin, Dresden, Bochum und Potsdam. In Verl ist sie bis zum 17. Juni zu den Öffnungszeiten der Verwaltung zu sehen.

 

Die Befragung der Verler Unternehmen, Selbständigen, Gründerinnen und Gründern zu ihren Erfahrungen mit der Stadtverwaltung wird anonymisiert durchgeführt. Die Rückmeldungen wird die Werner Bonhoff Stiftung auswerten und die Ergebnisse der Stadt zur Verfügung stellen. „In Verl versuchen wir stets, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten sehr bürgernah und praxisorientiert zu arbeiten. Ein kritischer Blick ist immer gut, damit wir hier vielleicht noch besser werden und unnötige Hürden weiter abbauen können“, sagt Bürgermeister Michael Esken.

 

Die unabhängige Werner Bonhoff Stiftung wirkt durch eigene Projekte in den Bereichen unternehmerische Berufsbildung und Gewaltprävention. Die Stiftung folgt dabei einem eigenen Ansatz, der Bonhoff-Methode. Ziel ist es stets, die Initiative der Beteiligten zu fördern und zu fordern.

 

Bildzeile:
Laden zur Ausstellung „Der Kaiser hat ja gar nichts an! Bürokratie-Therapie von nebenan“ im 1. OG des Rathauses ein: (v. l.) Nina Große von der Werner Bonhoff Stiftung, Bürgermeister Michael Esken und Wirtschaftsförderin Sandra Claes.