Bürmsche Wiese: Ausstellung stellt Kunst und Künstler vor


Stadt Verl

Auf der Bürmschen Wiese hinter dem Rathaus sind die Bauarbeiten seit dem vergangenen Herbst in vollem Gang. Unter dem Motto „Bänke für Verl“ wird die neue Naherholungsfläche im Herzen von Verl bekanntlich mit Objekten von Christoph Dahlhausen, Dorothee Golz, Georg Janthur und Stefan Sous künstlerisch gestaltet. Mit Blick auf die voraussichtliche Fertigstellung im Mai wird am Mittwoch, 29. Januar, um 18 Uhr im Rathaus eine Ausstellung eröffnet, in der die vier Künstlerinnen und Künstler sowie ihre Ideen und Pläne für die Bürmsche Wiese im Blickpunkt stehen. Dazu sind alle Interessierten willkommen.

 

Skizzen, Zeichnungen und Objekte werden schon einmal einen Vorgeschmack auf die Arbeiten geben, die künftig auf der Bürmschen Wiese zu sehen und zu erleben sind. Dr. Christian Krausch als Kurator des Projektes „Bänke für Verl“ wird in die Ausstellung einführen. Am Anfang habe die Anfrage gestanden, einen Skulpturenpark zu gestalten, erinnert sich Dr. Krausch an die ersten Gespräche im Februar 2017. Daraus entwickelte der Kunsthistoriker aus Mönchengladbach die Idee, die Kunst als Sitzgelegenheiten erlebbar zu machen. „Bänke zum Sitzen brauchte die Fläche ohnehin. Warum dann also nicht einfach Bank und Kunst verbinden?“, so der Experte. 

 

Als Künstlerinnen und Künstler konnte er Dorothee Golz, Christoph Dahlhausen, Georg Janthur und Stefan Sous gewinnen. „Das Thema Sitzen ist das verbindende Element“, erläutert Krausch. Dennoch sind die Arbeiten sehr unterschiedlich. So arbeitet Georg Janthur (Wuppertal) an zwei „Leehrstühlen“.  Der Begriff ist ein von ihm  entwickeltes Kunstwort. „Leer, weil man auf ihm nicht sitzen kann, und lehr, weil man – würde man auf ihm sitzen – einen lehrhaften Überblick über die Wiese hätte“, erläutert der Künstler. Denn bei Janthurs Leehrstuhl befindet sich die Sitzfläche in luftiger Höhe von ca. 4,3 Metern. Dafür laden am Fuß der Stele mehrere runde Echinocactus grusonii, im Volksmund auch „Schwiegermutterstuhl“ genannt, zum Sitzen ein. Auf dem Stuhl kann man also nicht Platz nehmen, aber auf dem Kaktus.

 

Die Arbeit von Dorothee Golz (Wien) besteht aus einer Reihe von fünf Stühlen mit Abstellfläche. Die „Chairs to share“ thematisieren die Situation der Wartenden; das Miteinander der Gruppe und das Getrenntsein des Individuums. Durch ihre frische, speziell für Verl aufeinander abgestimmte Farbigkeit werde die Stuhlreihe ein Blickfang, der schon von weitem sichtbar sei und somit den Impuls auslöse, näher hinzugehen, so Dr. Krausch.

 

Die Arbeit von Christoph Dahlhausen (Bonn und Melbourne/Australien) lädt dazu ein, sich im Rondell niederzulassen. Die Rundform verleitet zum Gespräch mit dem Gegenüber. Eine Besonderheit ist das farbige Acrylglasdach, das das Sonnenlicht auffängt und in farbige Schatten umwandelt, die je nach Sonnenstand in das Rund und auf die Bank geworfen werden. Die grafische Gestaltung des Acrylglasdaches, die an eine Tortengrafik erinnere, habe zudem durchaus politische Assoziationen und stehe somit in einer spannenden Beziehung zum nahen Rathaus.

 

Die zwei Bänke von Stefan Sous (Düsseldorf) mit dem Titel „sun-sit“ markieren als leuchtende Wegweiser den Übergang zwischen Wiese und Bürmannstraße und laden auch in den Abendstunden zum Verweilen ein. Die Konstruktion der Bänke, eine Idee von 2002, werde eigens für die Bürmsche Wiese überarbeitet und die lichttechnische Ausstattung auf LED umgestellt, also neu entwickelt. Der Energieverbrauch werde dadurch gedrittelt, wohingegen sich die Brenndauer vervielfache. Wie Krausch versichert, kommt ein Insektenfreundliches Licht zum Einsatz.

 

Die Ausstellung zeigt die künstlerische Entwicklung der „Bänke für Verl“ auf und gibt gleichzeitig einen Überblick über das Gesamtwerk der vier renommierten Künstlerinnen und Künstler. Zu sehen ist die Ausstellung bis zur Eröffnung der Bürmschen Wiese, die für Mai geplant ist, im ersten Obergeschoss des Rathauses zu den Öffnungszeiten der Verwaltung (montags bis freitags 8 bis 12.30 Uhr, montags bis mittwochs 14 bis 16.30 Uhr, donnerstags 14 bis 17.30 Uhr). 

 

Bildzeile:
Bürgermeister Michael Esken, Kurator Dr. Christian Krausch, Künstler Georg Janthur und Martina Heitvogt (Stadt Verl, v. l.) zeigen die Kunstobjekte von Christoph Dahlhausen und Georg Janthur schon mal im Modell auf der im Bau befindlichen Bürmschen Wiese.