Damit eine Erkrankung nicht zum Notfall wird


Coronavirus

Im Krankheitsfall bitte erst telefonischen Kontakt zum Arzt aufnehmen: Diesen Satz hört man während der Coronakrise ständig. Die Wartezimmer und Notaufnahmen sind leer. Das klingt vor dem Hintergrund der Kontaktbeschränkungen und der Infektionseindämmung zunächst gut, doch warnen die Experten hier vor einem falschen Eindruck. „Neben Corona gibt es weiterhin viele Erkrankungen, die Arztbesuche unerlässlich machen“, betont Dr. Anne Bunte, Leiterin der Abteilung Gesundheit des Kreises Gütersloh. In wöchentlichen Telefonkonferenzen tauscht sie sich seit Beginn der Krise mit Hausärzten, den Krankenhäusern und dem ärztlichen Leiter Rettungsdienst im Kreis Gütersloh zu der aktuellen Situation aus.

 

In dieser Expertenrunde sind auch die seltener gewordenen Arztbesuche der Bürgerinnen und Bürger ein Thema. Offensichtlich fürchten viele Menschen, sich in den Praxen oder Krankenhäusern mit dem Coronavirus zu infizieren. Körperliche Beschwerden werden ignoriert und Behandlungen hinausgezögert. „Wir erleben immer öfter, dass Patienten mit zum Teil lebensbedrohlichen Erkrankungen viel zu spät zum Arzt gehen oder den Notruf wählen“, berichtet Dr. Bernd Strickmann, ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Kreis Gütersloh. So werden Herzinfarkte nicht rechtzeitig erkannt, Blinddärme platzen, Blasenentzündungen werden zu Niereninfektionen und Wunden entzünden sich bis hin zur Blutvergiftung. „Wer rechtzeitig zum Arzt geht, vermeidet Komplikationen, die lebensgefährlich werden können“, mahnt Dr. Bunte.

 

Die niedergelassenen Ärzte haben ihre Praxisorganisation entsprechend den Kontaktbeschränkungen angepasst, sodass für Akutbehandlungen ein Praxisbesuch möglich ist und eine Infektionsgefahr weitestgehend vermieden wird. Insbesondere Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes müssen in jedem Fall weiter versorgt werden. Dr. Bunte: „Riskieren Sie nicht Ihre Gesundheit. Wenn Sie Beschwerden haben, nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Arzt auf, bevor es zu spät ist.“

 

(Quelle: Kreis Gütersloh)