Gründerzentrum mit Dorfmühle als Gastronomiebereich


Stadt Verl

Seit Jahren wünschen sich Rat und Verwaltung sowie auch viele Bürgerinnen und Bürger, dass die alte Dorfmühle an der Hauptstraße durch eine Sanierung und neue Nutzung aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt wird. Jetzt zeichnet sich eine Zukunft für das historische Gebäude ab: In der Haupt- und Finanzausschusssitzung am Mittwoch, 4. März, hat die Verwaltung den Fraktionen Pläne für ein Gründerzentrum auf dem Gelände vorgestellt, in das die alte Mühle als Café- und Mensabereich integriert werden könnte.

 

Neben dem Gründerzentrum hätten auch das MINT-Technikum und das betriebliche Fort- und Ausbildungszentrum BANG in dem geplanten mehrgeschossigen Gebäude Platz. Durch die räumliche Nähe könnten alle drei Einrichtungen nicht nur gemeinsame Besprechungs- und andere Nebenräume, sondern vor allem auch jede Menge Synergieeffekte nutzen. „In einem Staffelgeschoss wäre es zusätzlich möglich, kleine Appartements für Gründerinnen und Gründer zu schaffen“, sagt Bürgermeister Michael Esken.




 

Doch wie ist die Idee überhaupt entstanden? Dazu haben gleich mehrere Umstände geführt. Zum einen hatten CDU und FDP im Rahmen der Haushaltsplanberatungen für das Jahr 2019 beantragt, die Verwaltung möge einen Fahrplan erarbeiten, wie und in welchem Umfang die Förderung einer Gründerszene in Verl realisierbar ist. Hinzu kam ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Ertüchtigung der Dorfmühle.

 

Gleichzeitig zeichnete sich im Laufe der Zeit ab, dass es dem betrieblichen Fort- und Ausbildungszentrum BANG aufgrund einer immer größeren Auslastung in den jetzigen Räumen am Papendiek zu eng wird. Dem MINT-Technikum, momentan im gleichen Gebäude untergebracht wie BANG, würde mehr Nähe zum Schulzentrum gut gefallen. So sei eines zum anderen gekommen und der Plan, alles unter einem Dach auf dem Gelände der Dorfmühle an der Einmündung Hauptstraße/Friedhofsweg zu vereinen, sei geboren. Das Grundstück biete mit knapp 2.200 Quadratmetern genügend Platz, erläutert Esken.

 

Mit der neuen Nutzung des Grundstücks unter Einbindung der alten Dorfmühle könne der prägnante Ortseingang in Höhe des Ölbachs deutlich aufgewertet werden, so der Bürgermeister. Diese Variante sei gemeinsam mit dem Eigentümer der Mühle und des Grundstücks erarbeitet worden. Dieser würde die Mühle der Stadt im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages für einen sehr langen Zeitraum zur Verfügung stellen. Der Eigentümer habe auch bereits selbst Pläne gehabt, die Mühle zu sanieren und neu zu nutzen, im Rahmen der Gespräche sei aber die Variante entwickelt worden, dass die Stadt dort das beschriebene Bauprojekt umsetzen soll, sofern die Politik zustimmt. Eine erste Machbarkeitsstudie habe ergeben, dass das Vorhaben genehmigungsfähig sein könnte. Ein Bauantrag bzw. eine Bauvoranfrage stehen aber derzeit noch aus.

 

Die Mühle soll an das neue Gebäude angeschlossen, als Aufenthaltsort für eine kleine Gastronomie (Mensa) ausgebaut werden und die Möglichkeit haben, auch außerhalb der Betriebszeiten von MINT, BANG und Gründerzentrum für die Bürgerinnen und Bürger geöffnet zu werden. „Wir haben nun zum ersten Mal die Möglichkeit, das Thema alte Dorfmühle anzufassen“, betont Bürgermeister Esken und dankt dem Eigentümer für seine Bereitschaft, diese neue Handlungsoption zu eröffnen.

 

Für das Gründerzentrum ist noch die Erarbeitung eines Konzeptes erforderlich. Erste Ideen seien aber bereits skizziert. Geplant sei ein Gründerzentrum für den Bereich Industrie und Handwerk, um möglichst hohe Synergien vor allem mit BANG zu erzielen.