Stadt erhält Siegel "Familienfreundlicher Arbeitgeber"


Stadt Verl

Familienfreundlichkeit gehört für Arbeitgeber in Deutschland heute zu den wichtigsten Standort- und Wettbewerbsfaktoren. Studien zeigen: Je besser Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingt, desto mehr Fachkräftepotenzial steht dem Arbeitgeber zur Verfügung und je geringer ist die Mitarbeiterfluktuation. Dass die Stadt Verl ein familienfreundlicher Arbeitgeber ist, hat die Bertelsmann Stiftung jetzt buchstäblich mit Brief und Siegel bestätigt: Aus den Händen von Volker Johannhörster nahm Bürgermeister Michael Esken das Qualitätssiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ entgegen.

 

Gemeinsam mit Dr. Alexandra Heinzelmann und Felicitas Schieffer hat Volker Johannhörster von der p.l.i. solutions GmbH im Auftrag der Bertelsmann Stiftung die Personalpolitik der Stadt Verl im Hinblick auf eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben untersucht und bewertet. Die Themenbereiche des Siegels sind Unternehmenskultur, Führung und Kommunikation, Personalentwicklung und Nachhaltigkeit, Flexibilität von Arbeitszeit und Arbeitsort sowie Service- und Unterstützungsangebote. Durchgeführt wird die Untersuchung im Wesentlichen anhand von Fragebögen (Mitarbeiter- und Arbeitgeberperspektive), Vor-Ort-Terminen sowie Entwicklungs-Workshops.

 

Als sehr positive Ergebnisse hob Volker Johannhörster im Abschlussbericht hervor, dass sich die Teilzeitkräfte, deren Anteil immerhin bei knapp 43 Prozent liegt, gut informiert und integriert fühlen und die Führungskräfte nach Aussage der Mitarbeiterschaft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gut im Blick haben. Das Arbeitsklima wurde in der anonymisierten Befragung als sehr gut bezeichnet, wobei viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders die hohe Eigenverantwortung in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen schätzen und dass sie eigene Ideen einbringen können. Dieses gute Klima hat offenbar Auswirkungen auf die Kranken- und die Fluktuationsquote, die beide unter dem Bundesdurchschnitt für kommunale Verwaltungen liegen.

 

„Die Verler Verwaltung ist in allen Bereichen gut aufgestellt“, zog Volker Johannhörster ein positives Fazit. Nichtsdestotrotz gebe es natürlich Optimierungspotenziale. So liegt der Anteil der Teilzeitbeschäftigung bei den Führungskräften bei null. „Hier sind Modelle denkbar, dass sich zwei oder drei Teilzeitkräfte eine Führungsposition teilen“, regte Volker Johannhörster an. Ebenfalls noch Potenziale sieht er unter anderem in der weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeiten, in Work-Flow-Systemen zur Verkürzung der Dienstwege sowie im Aufbau eines Patenmodells für Einarbeitungen.

 

Ein Wunsch der Mitarbeiterschaft waren auch dezentrale Teamveranstaltungen in den einzelnen Fachbereichen. „Das haben wir uns gemeinsam mit dem Personalrat bereits zu Herzen genommen und schon eine dezentrale Veranstaltung durchgeführt“, berichtete Bürgermeister Michael Esken und betonte, dass die Verwaltungsspitze das Siegel auch als Auftrag zur Weiterentwicklung betrachte.

 

Die Bertelsmann Stiftung vergibt das vor zehn Jahren eingeführte Siegel übrigens nur noch bis Ende dieses Jahres. Mittlerweile sei Familienfreundlichkeit Bestandteil der „normalen“ Personalarbeit in den Betrieben und andere Herausforderungen, insbesondere die Digitalisierung, müssten voranschreiten, heißt es zur Begründung. Das Siegel muss daher auch nicht rezertifiziert werden.

 

Bildzeile:
In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses überreichte Volker Johannhörster (rechts) das Qualitätssiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ an Bürgermeister Michael Esken.