Teil der Wohneinheiten in Sürenheide ist wieder freigegeben


Coronavirus

Die Stadt Verl hat in den vergangenen Tagen einen Teil der coronabedingt unter Quarantäne gestellten Wohneinheiten in Sürenheide wieder freigegeben. Voraussetzung für die Entlassung aus der Quarantäne ist, dass die betroffenen Personen zweimal negativ auf Corona getestet wurden. Sobald die ersten Negativ-Ergebnisse des zweiten Tests vorlagen, ließ Bürgermeister Michael Esken die ersten Bauzäune entfernen. Seit dem vergangenen Samstag konnten so bereits rund 330 Menschen nach und nach aus der von der Stadt verhängten Sicherheits-Quarantäne entlassen und 350 Meter Zaun wieder abgebaut werden.

 

Die vom Kreis ausgesprochene Quarantäne für die Mitarbeiter des Unternehmens Tönnies hingegen bleibt bestehen. Tönnies-Mitarbeiter, die in bereits freigegebenen Wohneinheiten leben, wurden mit Hilfe von Dolmetschern auf die weiterhin strikte Einhaltung der Quarantäne hingewiesen. Die Wohneinheiten, in denen fast ausschließlich Tönnies-Mitarbeiter leben, bleiben vorerst eingezäunt. Das diene nicht nur zur Absonderung, wie Esken betont: „So haben die Menschen wenigstens die Möglichkeit, ihre Wohnungen zu verlassen und nach draußen zu gehen. Denn sonst müssten sie sich ausschließlich in ihren Wohnungen aufhalten.“ Dieser Aspekt habe übrigens auch bei der Maßnahme am 20. Juni eine Rolle gespielt: „Für die folgende Woche war heißes Sommerwetter angekündigt. Ohne die Umzäunung hätten sich die Menschen auch bei 30 Grad nur drinnen aufhalten dürfen. So aber konnten sie sich zumindest innerhalb des Bereichs und auf der von uns geschaffenen Freizeitfläche bewegen.“

 

Nach dem ersten Reihentest durch die mobilen Teams des Kreises zu Beginn der Quarantäne, dessen Ergebnisse der Stadt am vergangenen Freitag vorlagen, hatte die Stadt Verl für eine zügige Abwicklung des zweiten Tests das Testzentrum in der Gesamtschule genutzt. „Wir wollten die Situation für die Menschen in Sürenheide so schnell wie möglich entspannen“, erläutert Bürgermeister Michael Esken diesen Schritt. Auch wenn sie glücklich seien, dass die Quarantäne nun für sie vorbei ist, hätten die Menschen in Sürenheide die von der Stadt verhängte Sicherheitsmaßnahme weitgehend gelassen hingenommen. „Dafür bin ich allen Betroffenen im Quarantänebereich sehr dankbar. Denn dass die Situation, in die wir sie gebracht haben, alles andere als einfach war, darüber waren wir uns selbstverständlich bewusst“, sagt der Verwaltungschef.

 

Deshalb hatte die Stadt mit einem enormen Personalaufwand auch alles unternommen, um die Versorgung und Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner so schnell und so gut wie möglich sicher zu stellen. Dabei ging es nicht nur um Lebensmittel, sondern zum Beispiel auch um die medizinische Versorgung sowie die soziale Betreuung. „Kräfte aus allen Bereichen des Rathauses haben mitgeholfen, um das zu stemmen“, betont der Bürgermeister. Rund um die Uhr sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung seit Beginn der Quarantänemaßnahmen vor Ort im Einsatz, sogar nachts ist ein Team für die Bewohnerinnen und Bewohner ansprechbar.

 

Auch aus heutiger Sicht war die Sicherheits-Quarantäne in Sürenheide für Bürgermeister Esken ohne Alternative. „Die hohe Zahl von 70 Infektionen in einem Bereich, in dem die Menschen eng zusammenleben und zunächst gar nicht klar war, wo genau die Mitarbeiter von Tönnies untergebracht sind, ließ uns fast keine andere Möglichkeit.“

 

In Zukunft will sich die Stadt in dem Siedlungsbereich noch stärker engagieren, um die jetzt geknüpften Kontakte zu den Bewohnerinnen und Bewohnern zu intensivieren.