Über das Wochenende 48 Neuinfektionen im Kreis


Coronavirus

Im Kreis Gütersloh waren zum Stand 15. Juni (0 Uhr) 799 laborbestätigte Coronainfektionen erfasst. Seit der letzten Veröffentlichung der Fallzahlen am Freitag, 12. Juni, sind 48 Neuinfektionen gemeldet worden. 46 dieser 48 Neuinfektionen stehen nach Angaben des Kreises in direktem Zusammenhang mit dem Schlachtbetrieb Tönnies. Von den 799 laborbestätigten Fällen gelten 666 Personen als genesen und 113 als noch infiziert. Davon befinden sich 107 in häuslicher Quarantäne. Laut Auskunft der vier Krankenhäuser werden derzeit 6 Patienten stationär behandelt. 2 Personen müssen intensivpflegerisch versorgt und beatmet werden. Die Zahl der Personen im Kreis Gütersloh, die im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben sind, liegt unverändert bei 20.

 

In Verl sind insgesamt 39 laborbestätigte Infektionen erfasst. 36 der Infizierten gelten als genesen. Die Infektionszahlen für die weiteren Kommunen: Borgholzhausen 26, Gütersloh 178, Halle 52, Harsewinkel 71, Herzebrock-Clarholz 34, Langenberg 32, Rheda-Wiedenbrück 132, Rietberg 81, Schloß Holte-Stukenbrock 38, Steinhagen 54, Versmold 43 und Werther 19.

 

Mit Blick auf die 46 Neuinfektionen im Zusammenhang mit dem Schlachtbetrieb Tönnies wird Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch in einer Mitteilung des Kreises zitiert: „Das Unternehmen Tönnies und seine Werkvertragsnehmer tragen als Arbeitgeber eine außerordentlich große Verantwortung, dass es im Kreis Gütersloh nicht wieder zu einem Anstieg der Infektionen in der Bevölkerung kommt. Die Infektionszahlen müssen wieder sinken! Und wenn die bisherigen Maßnahmen nicht gereicht haben, müssen weitere ergriffen werden." Der Kreis stehe deshalb mit dem Land, insbesondere der für den Arbeitsschutz zuständigen Bezirksregierung Detmold und dem Unternehmen Tönnies, in engem Kontakt. 

 

In den vergangenen siebenTagen waren im Kreis Gütersloh 94 Neuinfektionen zu verzeichnen. Der Anstieg in den vergangenen Tagen beruht ganz überwiegend auf Neuinfektionen von Personen, die bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück tätig sind. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage ist deshalb von Interesse, weil sich Bund und Länder darauf verständigt haben, dass ab einer Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner geprüft werden soll, ob in dem betroffenen Kreis oder der kreisfreien Stadt wieder kontaktbeschränkende Maßnahmen getroffen werden sollen. Diese Schwelle wäre im Kreis Gütersloh bei 182 Neuinfizierten innerhalb von sieben Tagen erreicht.

 

Ein Automatismus setzt dann jedoch nicht ein. Der Blick auf die Praxis in anderen Regionen zeigt, dass die Überschreitung dieses Grenzwertes nicht unbedingt zu einem neuen Lockdown führt – beispielsweise dann nicht, wenn das Ausbruchsgeschehen lokal sehr begrenzt auftrat und sich die Neuinfektionen auf einen oder sehr wenige Hotspots beschränkten.