19 neue Fälle - Kreis setzt Kontrollen bei Tönnies fort


Coronavirus

Die Zahl der laborbestätigten Coronainfektionen im Kreis Gütersloh ist um 19 Fälle gestiegen. Wie der Kreis heute mitteilte, waren zum Stand 29. Mai, 0 Uhr, 668 laborbestätigte Coronainfektionen in der Statistik erfasst (Vortag: 649). Die 19 neuen Fälle betreffen ausschließlich Personen, die bei Tönnies in Rheda tätig sind. Einzelne Infektionen sind auf Kontakte in einer Kirche zurückzuführen. An Veranstaltungen in eben dieser Kirche haben Mitarbeiter von Tönnies und auch von Westcrown teilgenommen.

 

584 Personen (Vortag: 581) im Kreis gelten als genesen. Von den 65 (Vortag: 49) noch akut infizierten Personen befinden sich 63 in häuslicher Quarantäne. Laut Auskunft der vier Krankenhäuser werden weiterhin 2 Patienten stationär behandelt. Die Infektionszahlen für die einzelnen Kommunen: Borgholzhausen 25 (Vortag: 25), Gütersloh 134 (128), Halle 47 (47), Harsewinkel 66 (66), Herzebrock-Clarholz 26 (26), Langenberg 26 (17), Rheda-Wiedenbrück 80 (80), Rietberg 76 (73), Schloß Holte-Stukenbrock 38 (38), Steinhagen 54 (54), Verl 34 (34), Versmold 43 (42) und Werther 19 (19).

 

Am Donnerstag hatten sich Vertreter der Firma Tönnies und des Kreises Gütersloh auf Veranlassung des Krisenstabsleiters des Kreises Gütersloh, Gesundheits- und Ordnungsdezernent Thomas Kuhlbusch, zu einem Gespräch getroffen. Anlass waren die Eigentests der Firma, bei denen laut einer Tönnies-Pressemitteilung des Unternehmens 18 positive Befunde unter den Mitarbeitern zu vermelden gewesen seien. In diesem Gespräch machte Krisenstabsleiter Kuhlbusch deutlich, dass der Kreis künftig mehr Verbindlichkeit und Transparenz in der Kommunikation seitens des Unternehmens erwarte. Dieser Erwartung gerecht zu werden, haben die Vertreter der Firma Tönnies zusagt.

 

„Es ist sehr zu begrüßen, dass die Firma Tönnies auch aus eigener Veranlassung eigene Testungen durchführt, damit etwaige Infektionsketten frühzeitig erkannt und diese schnell unterbrochen werden“, so Kuhlbusch. Klar müsse aber sein, dass das Gesundheitsamt über diese Testungen und deren Anlass verbindlich, konkret und frühzeitig informiert werde und unverzüglich alle Angaben erhalte, die nötig seien, um bei positiven Befunden sicherstellen zu können, dass Infektionsketten unverzüglich unterbrochen und die erforderlichen Quarantänemaßnahmen angeordnet werden können. 

 

Am kommenden Dienstag wird der Kreis Gütersloh die noch nicht abgeschlossenen Reihentestungen auf dem Werksgelände in Rheda fortsetzen. „Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie es zu der öffentlich zitierten Aussage des Unternehmens gekommen ist, die Reihentests seien abgeschlossen. Wir standen und stehen in einer engen Kommunikation mit Unternehmen darüber, wer wann noch zu testen ist und wer, zum Beispiel aufgrund des Ausscheidens aus dem Betrieb oder in Folge einer länger andauernden Erkrankung nicht“, so Kuhlbusch. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte verfügt, dass Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe getestet werden sollen, nachdem sich in einem Schlachtbetrieb in Coesfeld (NRW) zahlreiche Mitarbeiter infiziert hatten.

 

Landrat Sven-Georg Adenauer stellt klar: „Das Unternehmen Tönnies trägt in Bezug auf die aktuell in Kraft getretenen Lockerungen der kontaktbeschränkenden Maßnahmen und für deren Fortbestand im Kreis Gütersloh eine außerordentliche Verantwortung.“

 

Getestet werden aktuell auch sämtliche Insassen und Mitarbeiter einer Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Bielefeld. Ein Freigänger dieser Anstalt, der bei Tönnies in Rheda arbeitet, war positiv getestet worden. Sämtliche Insassen und Beschäftigten sind durch die Abteilung Gesundheit in Quarantäne geschickt worden. Zudem wurde ein Zugangs- und Abgangsstopp ausgesprochen.