Vorsicht bei Verkaufsveranstaltungen


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Die Einladung klingt verlockend. Er gehöre zu einem auserwählten Kreis, so erfährt ein 70-jähriger Verler aus einem persönlich an ihn adressierten Schreiben, auf den in einer bekannten Verler Gaststätte ein Mittagessen und ein Probierpaket mit lauter Köstlichkeiten aus der Schweiz warten. Natürlich alles kostenlos.  Schließlich handele es sich um eine Präsentation, die die Schweizer Produkte in Deutschland bekannter machen soll.

„Bei Einladungsschreiben solcher Art kann ich nur sagen: Vorsicht!“, warnt Detlev Fust vom Fachbereich Sicherheit/Ordnung der Stadt Verl. Denn vielfach steckten hinter derartigen „Präsentationen“ Verkaufsveranstaltungen nach dem Vorbild der berühmt-berüchtigten Kaffeefahrten.

„Heute werden die Kunden nicht nur wie früher mit dem Bus zu einer abgelegenen Gaststätte chauffiert , sondern sie erhalten persönlich gehaltene Einladungen für Veranstaltungen vor Ort“, sagt Detlev Fust. „Und erst im Saal lassen die Veranstalter die Katze aus dem Sack: Es geht weder um eine Verkostung noch um ein nettes Mittagessen, sondern um das knallharte Geschäft mit überteuerten Rheumadecken und Sprudelbädern oder angeblichen Wunderarzneimitteln, die von Asthma bis zur Zuckerkrankheit alles heilen sollen.“  So auch bei der oben erwähnten vermeintlichen Schweiz-Präsentation eines Bremer Gewerbetreibenden: „In Pinneberg und Bad Segeberg war die betreffende Firma ebenfalls aktiv, und dabei ging es nachweislich nicht um Käse und Schokolade, sondern um ein Wundergerät, das gleichermaßen Krebs, Blasenschwäche, Alzheimer oder Demenz heilen soll – zum angeblichen Vorzugspreis von stolzen 1300 Euro“, weiß Detlev Fust. Den in Verl angekündigten Schweiz-Tag konnte er noch rechtzeitig unterbinden.

Er bittet alle Bürgerinnen und Bürger, denen ein solches oder ähnliches Schreiben ins Haus flattert, sich im Fachbereich Sicherheit/Ordnung zu melden, damit die Stadtverwaltung die Sache prüfen und gegebenenfalls einschreiten kann. Die Veranstaltung eines so genannten Wanderlagers zum Vertrieb von Waren oder Dienstleistungen muss nach Paragraph 56a der Gewerbeordnung zwei Wochen vor Beginn der für den Ort zuständigen Behörde angezeigt werden, wenn auf die Veranstaltung durch öffentliche Ankündigung hingewiesen werden soll. „In der öffentlichen Ankündigung müssen die Art der Ware oder Dienstleistung, die vertrieben wird, und der Ort der Veranstaltung angegeben werden“, erklärt Detlev Fust. Unentgeltliche Zuwendungen in Form von Waren oder Dienstleistungen einschließlich Preisausschreiben, Verlosungen und Ausspielungen dürften nicht angekündigt werden. Sei die Veranstaltung nicht rechtzeitig oder nicht wahrheitsgemäß bei der zuständigen Behörde angezeigt worden, könne diese das „Wanderlager“ untersagen. „Von diesem Recht machen wir auch Gebrauch“, sagt Detlev Fust, der bei Veranstaltungen dieser Art stets doppelt genau hinsieht.

Die Gaststättenbetreiber wüssten übrigens oft gar nicht, was für eine Veranstaltung in ihrem Saal geplant sei: „Bei der Buchung heißt es oft, es gehe nur um eine Mitarbeiterversammlung oder ähnliches“, sagt Detlev Fust. Um so wichtiger ist es ihm, die Bürgerinnen und Bürger sowie alle Saalbetreiber zu sensibilisieren, um dem Kaffeefahrt-Geschäft mitten in der Stadt ein Ende zu machen.




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