Wapel-Vereinbarung erweitert und unterzeichnet


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Wapel

Die Erleichterung war allen Beteiligten im Rathaus Verl deutlich anzumerken. 15 Jahre nach der Vereinbarung für das FFH-Gebiet „Sennebäche“ konnte nun die Vereinbarung erweitert werden, sodass der Vertrag ein drohendes ordnungsrechtliches Verfahren ersetzt. Die aktuell gültige FFH-Richtlinie der Europäischen Union ist in der Bundesrepublik noch nicht vollständig umgesetzt worden. Daher hat die Europäische Kommission im Jahr 2015 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland eingeleitet. Die neue Wapel-Vereinbarung konkretisiert, verschärft aber nicht.

 

Vertreter der Bezirksregierung Detmold, des Kreises Gütersloh, die Bürgermeister von Verl und Schloß Holte-Stukenbrock, die Vorsitzenden des Wapelwasserverbandes sowie der landwirtschaftlichen Verbände und Vereine im Kreis und in den beiden Städten hatten beschlossen, die Wapel-Vereinbarung zu erweitern. „Gut, dass wir den Weg gefunden haben“, lobte Frank Scheffer, Dezernent Bauen und Umwelt beim Kreis, alle Beteiligten. Damit habe man ein Vertragsverletzungsverfahren abgewendet, das „eben kein Vergnügen“ ist, wie Lutz Kunz Abteilungsleiter Umwelt von der Bezirksregierung Detmold, es treffend formulierte. Auch Ulrich Bultmann, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer, hatte in der Landwirtschaft für diesen Weg geworben.  

 

Die Vereinbarung konkretisiert für dieses Gebiet, was der Schutzgegenstand und wie die genaue Abgrenzung im Gelände ist. Nutzungen, die zum Zeitpunkt der Meldung rechtmäßig gegeben waren, unterliegen dem Bestandsschutz. Aber: Handlungen, die eine aktive Verschlechterung bedeuten würden, zum Beispiel die Zerstörung von Lebensräumen durch Bebauung oder künstliche Befestigung des Bachufers, müssten gegebenenfalls vorher einer FFH-Verträglichkeitsprüfung unterzogen werden. Aus Sicht der Kommunen sei es wichtig, die Landwirtschaft an der Seite zu haben und die Rückendecknug der Betroffenen, da waren sich die beteiligten Bürgermeister Michael Esken aus Verl und Hubert Erichlandwehr aus Schloß Holte-Stukenbrock einig.  

 

Wapel und Rodenbach sind besonders schützenswert

Die Wapel und der Rodenbach sind aufgrund der Vorkommen der Fisch- und Rundmaularten Groppe und Bachneunauge sowie des besonders gefährdeten Lebensraumtyps „Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder“ besonders schutzwürdig. Die Sennebäche bieten der Groppe und dem Bachneunauge einen hervorragenden Lebensraum, da diese Fischarten auf sauerstoffreiches, sommerkaltes und gleichzeitig nährstoffarmes Wasser angewiesen sind. Die begleitenden Gehölzsäume und weitgehender Verzicht auf Sohlräumung wirken sich hier sehr positiv aus. Dass die Koppe, wie sie landläufig auch genannt wird, noch vorkommt, wusste aus eigener Beobachtung Ortslandwirt Josef Dresselhaus.  

 

Die Zusammensetzung der Fischarten insgesamt entspricht jedoch nicht der für solche Bäche typischen Verteilung. Dies wurde im Rahmen von Untersuchungen zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie festgestellt. Daher werden weitere Verbesserungen der Gewässerstruktur und der Durchgängigkeit angestrebt. Diese wirken sich dann auch positiv auf einen langfristig stabilen Bestand der nach FFH-Richtlinie geschützten Arten aus.  

 

Bildzeile:

Nachdem die Tinte unter den Verträgen getrocknet war, stellten sich die Vertreter der Bezirksregierung Detmold, des Kreises Gütersloh, die Bürgermeister von Verl und Schloß Holte-Stukenbrock, die Vorsitzenden des Wapelwasserverbandes sowie der landwirtschaftlichen Verbände und Vereine im Kreis und in den beiden Städten zum Foto auf.