Zentrale Vergabestelle spart Zeit und Kosten


Allgemein
Vergabestelle

Verl, Rietberg und Langenberg machen von nun an gemeinsame Sache: Im Zuge der interkommunalen Zusammenarbeit gründen die drei Partner eine zentrale Vergabestelle. Gemeinsames Ziel ist es, bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen mehr Rechtssicherheit, eine höhere Wirtschaftlichkeit und einen größeren Schutz vor Korruption zu erreichen. Die zentrale Vergabestelle soll im Rathaus in Rietberg installiert werden und ihre Arbeit zum 1. Juli dieses Jahres aufnehmen.

 

Eineinhalb Personalstellen werden dafür neu geschaffen – anteilig finanziert von allen drei Partnern. Die Stellen sind nun öffentlich ausgeschrieben.  

 

Momentan ist in den drei Rathäusern eine Vielzahl von Personen damit beschäftigt, zum Beispiel Leistungen für den Bau von Flüchtlingsunterkünften oder die Ersatzbeschaffung eines Fahrzeuges für den Bauhof auszuschreiben und Angebote zu vergleichen. Für eine so große Zahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und insbesondere für kleinere, seltener mit Vergaben betraute Abteilungen in der Verwaltung ist es schwierig, in dieser Rechtsmaterie immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

 

Darüber hinaus steht gerade der Vergabebereich immer wieder im Fokus der Überprüfungen durch die Gemeindeprüfungsanstalt und – insbesondere bei Beschwerden – der Kommunalaufsicht. Durch die Konzentration dieser Aufgaben erhoffen sich die beteiligten Kommunen ein effektiveres Arbeiten. Die Vorgänge werden beschleunigt und andere Mitarbeiter entlastet. Nicht zuletzt kann der Entwicklungs- und Aufbauaufwand im Bereich der EDV und Computerschulungen minimiert werden. Denn schon jetzt müssen sämtliche europaweiten Ausschreibungen elektronisch erfolgen. In zwei Jahren wird diese elektronische Vergabe auch bei nationalen Ausschreibungen verpflichtend und gerade in der Aufbauphase der zentralen Vergabestelle ein wesentlicher Schwerpunkt sein. „Bevor jede Verwaltung ihr eigenes Süppchen kocht, können wir das Thema besser gemeinsam anpacken“, erklärt Andreas Sunder. 

 

Die Vorteile haben auch die gewählten Bürgervertreter in den Räten von Verl, Rietberg und Langenberg erkannt und der Einrichtung der zentralen Vergabestelle einmütig zugestimmt. Zuvor war die Idee der Zusammenarbeit mehrerer Kommunen bei den Bürgermeistern in Verl und Langenberg auf offene Ohren gestoßen.  

 

Die Kosten teilen sich die drei beteiligten Kommunen. Wollen in Zukunft weitere Städte hinzukommen, sei dies möglich, versichert Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder. „Dann müssen sie aber einen etwas höheren Beitrag zur Deckung des Entwicklungsaufwandes der zentralen Vergabestelle beisteuern.“  

 

Bildzeile:

Andreas Göke, Leiter der örtlichen Rechnungsprüfung für Rietberg und Verl, schaut den Bürgermeistern Michael Esken (Verl), Andreas Sunder (Rietberg) und Susanne Mittag (Langenberg – von links) bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung für die gemeinsame Vergabestelle über die Schulter.