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Hausarztpraxis in Kaunitz: Stadt sucht Lösung


Allgemein

Wenn ein Hausarzt oder eine Hausärztin in den Ruhestand geht, wird es zunehmend schwieriger, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden. In Verl ist die Nachfolgeregelung bisher dennoch stets gelungen. Sei es durch einen Generationswechsel innerhalb der Praxis oder die Ansiedlung eines neuen Allgemeinmediziners bzw. einer neuen Allgemeinmedizinerin. Wenn zum Ende des Jahres Dr. medic Georg-Ovidius Theodor aus Kaunitz in den Ruhestand geht, zeichnet sich momentan allerdings trotz intensiver Bemühungen sowohl von Dr. Theodor selbst als auch der Stadtverwaltung noch keine Lösung ab. „Wir waren bereits in konstruktiven Gesprächen mit einem Allgemeinmediziner, der die Praxis übernehmen wollte, nun aber leider wieder abgesprungen ist“, berichtet Bürgermeister Michael Esken.

 

Dabei hat auch eine Rolle gespielt, dass Verl für das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) nicht mehr zu den Gemeinden gezählt wird, in denen die Gefährdung der hausärztlichen Versorgung droht. Noch Anfang des Jahres wurde die Stadt Verl auf der Liste der gefährdeten Kommunen aufgeführt  – in der aktuellen Fassung (Stand: Juli 2020) ist die Kommune jedoch nicht mehr dabei. Somit fällt Verl auch aus dem Aktionsprogramm „Hausärztliche Versorgung“, mit dem das Land die Niederlassung und Anstellung von Hausärzten und Hausärztinnen zusätzlich zu etwaigen kommunalen Förderprogrammen finanziell unterstützt. Mit der „Richtlinie zur Förderung der Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten auf dem Stadtgebiet der Stadt Verl“ hat Verl seit 2016 bekanntlich auch ein eigenes Förderprogramm, das bereits mehrfach erfolgreich zur Anwendung kam.

 

Darüber hinaus nimmt die Stadt eine professionelle Beratung durch die beiden Experten Claudia Beckmann und Ingo Jakschies in Anspruch. Gemeinsam mit ihnen wird die Stadtverwaltung weiter intensiv an einer Lösung für die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung im Ortsteil Kaunitz arbeiten. „Das hat für uns eine ganz hohe Priorität“, betont Bürgermeister Michael Esken. Leicht wird es allerdings nicht, darüber sind sich alle Beteiligten im Klaren: Denn lange Arbeitszeiten, hohe Investitionskosten, erheblicher Bürokratieaufwand, Regressdrohungen durch die Krankenkassen oder Kassenärztlichen Vereinigungen sind nur einige Beispiele, warum die Niederlassung als Land- oder Hausarzt vielen Medizinerinnen und Medizinern heute unattraktiv erscheint. „Wo wir unterstützen können, tun wir das auch“, sagt Esken. Schließlich müsse für einen Mediziner oder eine Medizinerin bei der Niederlassung das Gesamtpaket stimmen. Dazu gehören zum Beispiel auch ein Haus oder eine Wohnung für die Familie oder auch Kita-Plätze für die Kinder.