Vorsorge, Betreuung & Patientenverfügung

Vorsorgevollmacht

Unabhängig vom eigenen Alter ist es empfehlenswert sich über eine Vorsorgevollmacht Gedanken zu machen. Wer regelt Ihre Angelegenheiten, wenn Sie es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr können? Jeder Mensch könnte unabhängig vom Alter in eine Situation geraten, in der andere Personen für die betreffende Person entscheiden müssten. Bei fehlender Vorsorgevollmacht obliegt eine solche Entscheidung den Ihnen vielleicht unbekannten Ärzten oder einem bestellten Betreuer von Amtswegen. Um im Notfall gerüstet zu sein nutzen Sie vorsorglich die Möglichkeit einer von Ihnen gewählten Person Ihres Vertrauens bzw. einem von Ihnen gewählten Personenkreis eine Vorsorgevollmacht zu erteilen. Die Vorsorgevollmacht kann umfassend oder auch nur für Teilbereiche ausgestellt sein. Sie legen fest in welchen Angelegenheiten die gewählte Person für Sie einstehen und über Sie entscheiden darf. Sie können mit der Vorsorgevollmacht dem Bevollmächtigten ausdrücklich die Befugnis verleihen in ärztliche Maßnahmen einzuwilligen oder diese zu untersagen. Darüber hinaus können Sie mit der Vorsorgevollmacht regeln, dass der Bevollmächtigte über Ihren Aufenthalt entscheiden darf, wenn z.B. ein Umzug in eine Pflegeeinrichtung notwendig und sinnvoll wäre. Zudem kann sich die Vorsorgevollmacht ebenfalls auf Verträge, Ihre finanziellen Angelegenheiten (beachten Sie, dass viele Banken eigene Konto-/Depotvollmachten verlangen) oder andere Bereiche beziehen.

 

Die entsprechende Vorsorge sollten Sie in gesunden Tagen treffen. Ein Original der Vorsorgevollmacht überlassen Sie der von Ihnen bevollmächtigten Person bzw. dem von Ihnen bevollmächtigten Personenkreis. Im Ernstfall muss diese an entsprechender Stelle vorgezeigt werden können.

Sie können Ihre Vorsorgevollmacht ebenfalls im Vorsorgeregister aufnehmen lassen. Das erleichtert den Zugriff im Notfall!

 

TIPP 1:

Die Ausstellung einer Vorsorgevollmacht ist zuallererst zu empfehlen, da sie im Notfall zum Tragen kommt und Sie absichert. Im zweiten Schritt könnten Sie sich über eine Patientenverfügung Gedanken machen, die dazu dient bei eigener Handlungsunfähigkeit Ihren persönlichen medizinischen Behandlungswillen umzusetzen.

 

TIPP 2:

Sie sollten als Bevollmächtigten eine Person wählen, der Sie vertrauen: Jemand, der Sie gut kennt, von dem Sie wissen, dass er sich gut informiert. Jemand, der kooperativ und durchsetzungsfähig ist, und der es schafft, eine Entscheidung für Sie und nicht für sich selbst zu treffen. Dazu ist es wichtig, dass er oder sie erreichbar und vor Ort ist und regelmäßig Kontakt zu Ihnen, den Ärzten, dem Heim oder den Banken hat. Am besten teilen Sie die Vollmachten für verschiedene Bereiche nicht auf mehrere Personen auf, sondern benennen eine Vertreterin oder einen Vertreter für den Verhinderungsfall.

 

TIPP 3:

Die Vorsorgevollmacht hilft auch den Angehörigen! Denn Familie bedeutet nicht automatisch, dass Ehepartner oder Kinder im gesundheitlichen Notfall über das entscheidungs-/handlungsunfähige Familienmitglied entscheiden dürfen. Das ist nur dann gewährleistet, wenn Ihren Angehörigen eine Vorsorgevollmacht vorliegt. Dort können Sie vermerken WER WAS entscheiden darf. Liegt Ihren Angehörigen eine Vorsorgevollmacht nicht vor und es kommt zur Situation, in der Sie wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen können, wird das Amtsgericht einen rechtlichen Betreuer einsetzen – entweder aus Ihrem Familienkreis oder auch einen Fremden. Und das kann unter Umständen sehr lange dauern.

 

TIPP 4:

Möglichst eine einzige Person benennen, die über Ihre Angelegenheiten entscheiden darf. Zusätzlich noch einen Stellvertreter, falls die bevollmächtigte Person verhindert ist. Bedenken Sie auch: es ist sehr wichtig, dass einer Person eine Bankvollmacht vorliegt.

 

TIPP 5:

Keine Angst vor der Vorsorgevollmacht! Diese greift nur wenn man selbst handlungsunfähig ist. Die Vorsorgevollmacht kann jederzeit von Ihnen verändert oder dem betreffenden Personenkreis entzogen und widerrufen werden.

 

TIPP 6:

Eine Vorsorgevollmacht hat mit Ihrer und der Unterschrift des Bevollmächtigten Gültigkeit. Es bedarf keiner Beglaubigung oder Beurkundung, diese sind nicht vorgeschrieben. Sollte allerdings der Bevollmächtige zum Kauf/Verkauf von Grundstücken oder zur Aufnahme von Darlehen berechtigt sein, ist eine Beglaubigung bzw. Beurkundung durch einen Notar juristisch erforderlich.

TIPP 7:

Die Vorsorgevollmacht sollte von Zeit zu Zeit überprüft werden, ob die Aussagen weiter gültig sind. Wenn ja, sollten Sie dies durch Ihre Unterschrift mit aktuellem Datum bestätigen.

 

Nützliche Informationen, Empfehlungen und Formulierungshilfen zur Vorsorgevollmacht erreichen Sie unter den folgenden Links:

 

Patientenverfügung

Bevor Sie sich über eine Patientenverfügung Gedanken machen, legen Sie bitte in einer Vorsorgevollmacht als ersten Schritt eine Person Ihres Vertrauens fest, die Sie gut kennt und der Sie die Regelungen Ihrer Angelegenheiten und die Umsetzung Ihres medizinischen Behandlungswillens anvertrauen möchten. Denn: es wird davor gewarnt eine Patientenverfügung ohne Vorsorgevollmacht zu machen! Sie brauchen zuerst einmal einen Bevollmächtigten, der wenn nötig auch mit Nachdruck für die Umsetzung Ihres medizinischen Behandlungswillens einsteht oder andere für Sie wichtige Dinge regelt wenn Sie es selbst aufgrund eines Unfalls, Krankheit wie z.B. einer Demenz nicht mehr können.

 

Mit einer Patientenverfügung können Sie vorsorglich festlegen, ob und in welcher Art Sie lebensverlängernden Maßnahmen im Falle eines Unfalls oder einer unheilbaren Erkrankung wünschen und welche Behandlungen Sie ablehnen. Beim Entwurf einer Patientenverfügung sollten Sie darauf achten, dass Sie individuell und möglichst sehr detailliert, konkret und unmissverständlich Ihre medizinischen Behandlungswünsche darstellen.  Ein Notar kann Sie dabei unterstützen.  Es kann kein allgemeingültiger Mustervordruck guten Gewissens empfohlen werden. Für die Ausgestaltung einer Patientenverfügung und die Darstellung Ihres medizinischen Behandlungswillens empfiehlt es sich ebenso eine fachkundige Beratung bei Ihrem Arzt einzuholen. Beachten Sie dabei bitte, dass keine Patientenverfügung alle Unwägbarkeiten des Lebens berücksichtigen kann.

 

In der Patientenverfügung bestimmen Sie, welche ärztlichen Maßnahmen Sie zu Ihrer medizinischen Versorgung wünschen und welche Sie ablehnen. So üben Sie vorab Ihr Selbstbestimmungsrecht für den Fall aus, dass Sie bei einer schweren Krankheit oder nach einem Unfall nicht mehr selbst entscheiden oder Ihren Willen nicht mehr äußern können. Ihre Patientenverfügung greift ab dem Moment. Bis zu diesem Moment behalten Sie das Recht über Ihre eigene Person in jeglicher Hinsicht zu entscheiden und Ihre Patientenverfügung jederzeit ganz oder in Teilen zu ändern. Die Patientenverfügung können Sie bei Ihrem Hausarzt hinterlegen lassen. Ein Hinweis in Ihrem Portemonnaie auf das Vorhandensein Ihrer Patientenverfügung ist im Notfall von Vorteil.

 

Der Gesetzgeber hat mit Wirkung vom 1. September 2009 des Bürgerlichen Gesetzbuchs den Umgang mit Patientenverfügungen ausdrücklich geregelt und hierfür die Schriftform vorgesehen. Mit Wirkung vom 1.9.2009 hat der Gesetzgeber im Bürgerlichen Gesetzbuch §§ 1901 a und 1901 b das Gesetz über die Patientenverfügung geregelt und dafür die Schriftform vorgesehen. In diesem Gesetz steht: Der Wille des Patienten muss in jedem Stadium einer Krankheit beachtet werden. Der Wille ist für Ärzte, Gerichte und für Betreuer verbindlich. Medizinische Behandlungen gegen den erklärten Willen des Patienten sind rechtswidrig.

 

TIPP:

Zuerst Vorsorgevollmacht ausstellen, dann im zweiten Schritt die Patientenverfügung. Sie brauchen unbedingt einen Bevollmächtigten durch die Ausstellung einer Vorsorgevollmacht für die Umsetzung Ihres Willens in Ihrer Patientenverfügung.

 

TIPP:

Ziehen Sie Ihren behandelnden Arzt zu Rate. Sie benötigen bei der Anfertigung einer Patientenverfügung in aller Regel die fachkundige medizinische Unterstützung durch Ärzte.

 

Nützliche Informationen, Empfehlungen und Formulierungshilfen zur Patientenverfügung erreichen Sie unter den folgenden Links:

 

Betreuungsverfügung

Eine psychische Erkrankung, eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung können dazu führen, dass eine erwachsene Person die eigenen Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht (mehr) selbständig bewältigen kann und dadurch auf unterstützende Hilfe durch andere Personen angewiesen ist. In diesem Fall wird möglicherweise ein durch das Amtsgericht zu bestellender rechtlicher Betreuer benötigt.

 

Sie können vorsorglich dafür Sorge tragen, dass durch das Vorhandensein einer von Ihnen erstellten Betreuungsverfügung in einem Notfall bereits ein Betreuer für Sie existiert. Sollten Sie bereits einer Person eine Vorsorgevollmacht für Ihre Person übertragen haben, ist eine zusätzliche Betreuungsverfügung nicht mehr erforderlich. Dies gilt aber nur für Vorsorgevollmachten ohne Einwilligungsvorbehalt (=die ausgewählte Person darf Sie in allen Angelegenheiten ohne Ausnahme vertreten). Bei einer vorliegenden Vorsorgevollmacht mit Einwilligungsvorbehalt (=die ausgewählte Person darf Sie nur in ausgewählten Angelegenheiten vertreten) kann mitunter eine Betreuung notwendig werden, falls die Vorsorgevollmacht einen bestimmten Bereich nicht umfasst.

 

Mit Blick auf eine Patientenverfügung gilt, dass entweder eine Vorsorgevollmacht und/oder eine Betreuungsverfügung vorliegen sollten. Dies kann bei Patienten zum Tragen kommen, die z.B. ihren Willen selbst nicht mehr äußern können.

 

Für persönliche Beratung, Tipps und praktische Hilfestellung steht Ihnen die Ambulante Hospizgruppe e.V. zur Verfügung. Auskunft und Beratung erhalten Sie auch bei der Betreuungsstelle des Kreises Gütersloh, beim Amtsgericht Lippstadt (Betreuungsabteilung) oder bei Rechtsanwälten.

 

Hilfreiche Informationen sowie Formulierungshilfen zur Betreuungsverfügung finden Sie außerdem unter den folgenden Links:

Vorsorgevollmacht, Pflege, Senioren, Vorsorge, Vollmacht, Betreuung, Verfügung, Patienten, Patientenverfügung, Betreuungsvollmacht, Betreuungsverfügung

Ihr Kontakt bei der Stadt Verl

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Telefon: 05246 / 961-204
E-Mail: Sandra.Hasenbein@­verl.de
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