Verler Literaturtage
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Verler Literaturtage

Vom 2. bis 9. November steht Verl wieder ganz im Zeichen der Literatur. Auch im 10. Jahr bieten die Verler Literaturtage eine große literarische Bandbreite, namhafte Gäste und außergewönliche Veranstaltungsorte. Diesmal sind unter anderem Leslie Malton & Felix von Manteuffel, Judith Hoersch, Meike Winnemuth und Maxim Leo zu Gast. 

Der Kartenvorverkauf startet am Mittwoch, 23. September, um 8 Uhr.

Erhältlich sind alle Karten im Bürgerservice des Rathauses (Paderborner Straße 5, Tel. 961-196). Für den 5., 6., 7. und 9. November sind auch Online-Buchungen möglich. Der entsprechende Link ist ab Beginn des Vorverkaufs bei den jeweiligen Veranstaltungsterminen hinterlegt.

Aktuelle Infos zu den Literaturtagen gibt es auch auf Instagram und Facebook.

Programm 2026

Katharina Schütz liest aus 
“Die Entdeckung der Currywurst”
In Erinnerung an seine Kindheit macht sich der Erzähler in Uwe Timms Roman „Die Entdeckung der Currywurst“ auf die Suche nach der ehemaligen Besitzerin einer Imbissbude am Hamburger Großneumarkt. Er findet die hochbetagte Lena Brücker in einem Altersheim und erfährt die Geschichte ihrer "schönsten Jahre" und wie es zur Entdeckung der Currywurst kam. Der Bogen spannt sich weit zurück in die letzten Apriltage des Jahres 1945. 

Katharina Schütz liest die von Uwe Timm wunderschön erzählte, ebenso ungewöhnliche wie berührende Liebesgeschichte zwischen einem desertierten jungen Soldaten und einer älteren Frau, die ihn versteckt, ihn mit viel Fantasie bekocht und ihm das Ende des Krieges zunächst verschweigt. 

Musikalisch begleitet wird die Lesung von Christian Tadday mit Akkordeonklängen.

Katharina Schütz lebt und arbeitet in Hamburg als Sprecherin und Schauspielerin für Theater, Film und Fernsehen. Seit mehr als zehn Jahren stellt sie zusätzlich eigene Leseprogramme zusammen.

Termin: Montag, 2. November, 19.30 Uhr
Ort: Pegasus Buchhandlung (Wilhelmstraße 17)
Tickets: Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft!

Maxim Leo
"Einatmen. Ausatmen."
Was passiert, wenn eine gefühlsresistente Spitzenmanagerin ein Achtsamkeitstraining bei einem Coach absolvieren muss, der selbst in einer Sinnkrise steckt? Marlene Buchholz soll Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns werden. Ihre Kollegen sind sich einig, dass sie fachlich hochkompetent ist, aber menschlich eine ziemliche Katastrophe. Weshalb sie zum Coaching in ein Brandenburger Schloss geschickt wird – zu Alex Grow, dem berühmten Seelenflüsterer. Was niemand weiß: Seine Academy steht kurz vor dem Bankrott und Alex hat selbst mit Panikattacken zu kämpfen. Marlene ist seine letzte Hoffnung, denn im Erfolgsfall winkt ein Großauftrag der Aviola. Doch die Klientin bleibt skeptisch und verschlossen – bis ein verletztes Wildschwein, ein schüchterner Hausmeister und ein 13-jähriges Mädchen auftauchen, die sie erahnen lassen, was im Leben wirklich zählt.

Ein humorvoller Roman über Achtsamkeit, Sinnsuche und die überraschenden Begegnungen, die uns verändern.

Maxim Leo wurde 1970 in Ostberlin geboren. Er schreibt gemeinsam mit Jochen Gutsch Bestseller über Alterspubertierende und sprechende Katzen, außerdem Drehbücher für den "Tatort". Für sein autobiografisches Buch "Haltet euer Herz bereit" wurde er 2011 mit dem Europäischen Buchpreis ausgezeichnet. 2014 erschien sein Krimi "Waidmannstod", 2015 "Auentod". 2019 folgte sein autobiografisches Buch "Wo wir zu Hause sind", das wie der Roman "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" (2022) zum Bestseller wurde.

Termin: Dienstag, 3. November, 19.30 Uhr
Ort: Gartenhof Echterhoff (Bogenstraße 125)
Tickets: Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft!

Judith Hoersch
"Niemands Töchter"
Alma ist Niemands Tochter. Sie wächst in den 1980er Jahren in der Eifel auf, doch das kluge und neugierige Mädchen fühlt sich fremd in seiner Familie. Denn um seine Herkunft wird geschwiegen.  

Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort vermisst noch eine Frau ihre Mutter schmerzlich – Isabell, die 2019 in Berlin lebt. Diese Leerstelle hat ihre Vergangenheit geprägt und beeinflusst noch immer ihre Gegenwart, ihr Fühlen und Denken und ihr eigenes Familienleben.

Als sich Almas und Isabells Wege auf schicksalshafte Weise kreuzen, entfaltet sich zwischen Polaroids und verlorenen Träumen eine Geschichte, die die beiden Frauen über Generationen hinweg verbindet. Ihr Leben lang waren Niemands Töchter auf der Suche nach ihrem Platz im Leben und gemeinsam finden sie ihn, wo sie ihn am wenigsten erwartet haben. Judith Hoerschs Debüt-Roman erforscht zeitlose Fragen wie Identität, die Suche nach der eigenen Herkunft und den Einfluss von Familienwunden. 

Judith Hoersch verbrachte in ihrer Kindheit viel Zeit in der großelterlichen Bäckerei und erinnert sich lebhaft an den Geruch von frischem Brot und Hefe. Ihre ersten Schreibversuche machte sie bereits als Kind, geprägt durch ihren Vater, der als Journalist arbeitete und Künstlerportraits schrieb. Heute lebt die Schauspielerin, die seit acht Jahren die Titelrolle der Hebamme Lena Lorenz in der gleichnamigen ZDF-Erfolgsreihe verkörpert, mit ihrem Partner und ihrer Tochter in Berlin und schreibt Romane und Drehbücher.

Termin: Mittwoch, 4. November, 19.30 Uhr
Ort: Bäckerei Schumacher (Paderborner Straße 41)
Tickets: Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft!

Marc Raabe
"Im Morgengrauen"
Seit Wochen gehen im Netz die Videos einer jungen Frau viral. Ihr Gesicht ist unkenntlich, auf ihrem Unterarm ist ein markantes Eulen-Tattoo. Der Inhalt der Videos: skandalöse Details ihrer Affäre mit dem Bundeskanzler. Ein Fake? Eine Kampagne? Oder die Wahrheit? Plötzlich verschwindet Kanzler Henrik Westphal spurlos. In der aufgeheizten Stimmung stoßen BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski tief im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz auf eine entstellte Leiche. Ist es die junge Frau aus den Videos? Und welche Rolle spielt Juli, die Frau des Kanzlers und Arts große Jugendliebe? Als Art plötzlich selbst ins Visier gerät, eskaliert die Situation: Wem kann er noch vertrauen?

Mit "Im Morgengrauen" geht Marc Raabes Thrillerserie um das BKA-Ermittlerduo Art Mayer und Nele Tschaikowski bereits in die vierte Runde und setzt die Geschichte spannend fort. 

Marc Raabe hat eine TV- und Medienproduktion aufgebaut, bevor er sich 2021 für ein Leben als Autor entschied. Zu diesem Zeitpunkt begann er mit der Art-Mayer-Serie. Raabes SPIEGEL-Bestseller erscheinen in mehr als zehn Sprachen. Sein Handwerkszeug sind filmisches Erzählen, Schnitttechniken, Cliffhanger und Psychologie. Das Ergebnis: ein rasantes Kopfkino mit Tiefe. So wie seine Ermittlerfiguren bricht auch Marc Raabe hin und wieder Regeln.

Termin: Donnerstag, 5. November, 19.30 Uhr
Ort: Beckhoff Technik & Design (Uhlandstraße 2)
Tickets: Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft!

Tanja Kokoska

Tanja Kokoska
"Guten Morgen, schönes Wetter heute"
Diesmal ist es etwas anderes. Darauf hofft Ina jedes Mal, wenn sie sich verliebt. Doch es geht immer schief. Sie arbeitet in einem Tattoo-Studio und wohnt mit ihrem Sohn Henry in der Siedlung “Am Kastanienbaum”, irgendwo mitten in einer großen Stadt. Dort gibt es noch mehr Menschen wie Ina, 1.583 genauer gesagt. Sie leben nah beisammen und bleiben doch allein. Da ist Herr Bello, der am liebsten im Faltenrock tanzt. Samy, der davon träumt, eine Ente zu streicheln. Und Frau Arslan, die Gedichte in Pralinenschachteln versteckt. Sie alle eint die Sehnsucht nach Glück und Verbundenheit. Eines Tages macht Baggerfahrer Paco eine schicksalhafte Entdeckung: Eine Weltkriegsbombe liegt unter der Erde. Darauf geschieht in der Siedlung etwas Wundersames. Die Menschen kommen einander näher, als es möglich schien. Und Ina begegnet dem Mann, mit dem es etwas anderes ist.

Tanja Kokoska wurde 1971 in Frankfurt am Main geboren. Sie war viele Jahre Redakteurin der Frankfurter Rundschau, zuletzt als Leiterin des Magazin-Ressorts. Inzwischen arbeitet sie als freischaffende Journalistin und Autorin, unter anderem für die Satireseite “Die Wahrheit” (taz). Sie lebt nach wie vor in Frankfurt.

Termin: Freitag, 6. November, 19.30 Uhr
Ort: Bibliothek Verl (Hauptstraße 15)
Tickets: Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft!

Meike Winnemuth
"Eine Seite noch"
Es gibt Bücher, an denen man wächst und solche, an denen man scheitert. Bücher, die einen begeistern, gefangen nehmen, nicht mehr loslassen. Die einen empören, verstören, überfordern, zum Lachen oder zum Weinen bringen. Bestseller-Autorin Meike Winnemuth ist zurück und widmet sich nach Weltreise und Garten einer weiteren Passion: dem Lesen. Von Seneca über Tolstoi zu Virginia Woolf und Sally Rooney, von der Bibel bis “Fourth Wing” liest sie einen Sommer lang alles, was ihr in die Finger kommt. Erfreut sich an Selbstversuchen, trifft andere Leseverrückte, unternimmt Ausflüge in die weite Welt der Literatur. Und findet dabei, was sie nicht gesucht hat. Befindet: Lesen macht das Leben eine Nummer größer. Es schenkt Verbundenheit über alle Grenzen hinweg. Und doch lesen zwei Menschen nie dasselbe Buch.

Meike Winnemuth lebt in Lübeck und an der Ostsee. Als Autorin für Stern, GEO, SZ Magazin und andere Zeitschriften sowie im Netz erschrieb sie sich eine große und begeisterte Anhängerschaft. Ihre Bücher "Das große Los", "Um es kurz zu machen" und "Bin im Garten" hielten sich viele Wochen auf der Bestsellerliste.

Termin: Samstag, 7. November, 19.30 Uhr
Ort: Erlöserkirche Verl (Paul-Gerhardt-Straße 4)
Tickets: Karten im Vorverkauf zum Preis von 12 Euro sind ab dem 23. September (8 Uhr) online und im Bürgerservice (Rathaus, Paderborner Straße 5, Tel. 05246 / 961196) erhältlich. An der Abendkasse (sofern noch Karten vorhanden) beträgt der Eintritt 14 Euro. 

Dirk Lausch & Thomas Jäkel
Lesung trifft Impro
„Lesung trifft Impro“ ist ein außergewöhnlicher Mix aus Prima-vista-Lesung und Improvisationskunst – immer wieder neu, unwiederbringlich und in jeder Hinsicht unterhaltsam. Stimmspieler und Schausprecher Dirk Lausch liest aus dem Stand alles vor, was das Publikum mitbringt, und Impro-Schauspieler und Stegreif-Dichter Thomas Jäkel macht sich sodann seinen ganz eigenen Reim auf das Gehörte: dichtet um, dichtet selbst, spinnt den Text weiter und führt das Publikum in ein anderes Setting und eine neue Geschichte. 

Als Publikum haben Sie die Möglichkeit, die Show mitzugestalten. Erstens: Bringen Sie Texte mit, die Dirk Lausch a prima vista vorlesen wird! Alles ist erlaubt: Zeitungsartikel, Briefe oder Essays, Lyrik, Krimis oder Romane, Einladungskarten, Gebrauchsanweisungen, Einkaufslisten und alles, was Ihnen sonst noch einfällt. Zweitens: Lenken Sie den Verlauf der Geschichte, indem Sie Thomas Jäkels Improvisation mit Inspirationsimpulsen beeinflussen.

Ungeprobt und gänzlich improvisiert präsentiert „Lesung trifft Impro“ eine einzigartig spontane Form des Erzählens, bei der jede Aufführung neue und einmalige Texte hervorbringt.  

Termin: Sonntag, 8. November, 18 Uhr
Ort: Cafeteria der Ostwestfalenhalle (Paderborner Straße 408)
Tickets: Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft!

Leslie Malton & Felix von Manteuffel 
lesen aus "Ich will lieber schweigen" von Will und Roswitha Quadflieg

Will Quadflieg, einer der berühmtesten Schauspieler seiner Zeit, führt von März 1945 bis zum September 1946 Tagebuch. Er beschreibt, wie er das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt. Die Rote Armee rückt täglich näher an Berlin heran. Angst und Verzweiflung grassieren unter der Zivilbevölkerung. Quadflieg will seine Gedanken und Gefühle festhalten, vor allem für seine Frau Benita, die mit den gemeinsamen Kindern nach Schweden geflohen ist.

Roswitha Quadflieg, Tochter des Schauspielers, findet dieses Tagebuch zusammen mit zahlreichen Briefen des Vaters nach dem Tod ihrer Mutter – und beginnt, die 104 Tage im Leben ihres Vaters zu rekonstruieren. Er ist in dieser Zeit in einem völlig zerstörten Deutschland unterwegs und steht noch in den letzten Monaten des „Dritten Reichs“ auf Theaterbühnen.

Zwischen Vater und Tochter entwickelt sich ein imaginärer Dialog. Roswitha Quadflieg ergänzt, was ihr Vater übersehen und verschweigen wollte – und konfrontiert ihn posthum damit. So geht es in diesem Gespräch nicht nur um Flucht, Angst, Liebe und die Behauptung einer richtigen deutschen Kultur. Sondern auch um Schuld, um falsche Sprache, um Lüge und Selbstlüge.

Leslie Malton und Felix von Manteuffel bringen diesen Dialog zwischen Tochter und Vater als Lesung auf die Bühne. Als erhellendes Zwiegespräch. Als beeindruckende Beweisaufnahme. Es wird nicht angeklagt, aber es wird auch nichts beschönigt. Da spricht Will Quadflieg, ein Mann, der seine Karriere verfolgen und seine Familie ernähren will – und für die deutsche Sprache eine Kathedrale baut. Und die Tochter hält dagegen. Roswitha Quadflieg will verstehen, vor allem aber ergänzt sie, was der Vater unerwähnt lässt: den Kontext des Kriegsverlaufs, die Zwangsarbeiterlager der Nationalsozialisten, die Einschläge der Bomben.

Pressestimmen

… ein außergewöhnliches Zeitdokument.
Rbb Info

… eine beeindruckende Vater-Befragung.
Tagesspiegel

„Ich will lieber Schweigen“ dokumentiert den einzigen Weg zur Geschichte, der möglich ist: verstehen zu wollen und dabei der Tatsache ins Auge zu blicken, dass die Handelnden der Welt von gestern den Heutigen auf immer entrückt bleiben werden.
Der Spiegel

Leslie Malton und Felix von Manteuffel 
Das Schauspielerehepaar ist durch zahlreiche TV- und Filmprojekte bekannt. Die vielfach prämierte Leslie Malton war zudem langjähriges Mitglied des Ensembles des Wiener Burgtheaters. Felix von Manteuffel ist u. a. Adolf-Grimme-Preisträger und spielte viele Jahre u. a. an den Münchener Kammerspielen.

Termin: Montag, 9. November, 19.30 Uhr
Ort: Droste-Haus (Schillingsweg 11)
Tickets: Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft!