Leehrstuhl mit Parasitz

(Echinocactus grusonii), Goldkugelkaktus, 2019/2020

Technik: Eiche, mit Kettensäge bearbeitet, Kunstharz-Lack

Maße: jeweils ca. 500 x 200 cm

Standort: nördliche und südliche Flanke der Wiese

 

Statement zur Arbeit:
Der Begriff des „Leehrstuhls“ ist ein von Georg Janthur entwickeltes Kunstwort. Es vereint humorvoll und zugleich tiefsinnig die Begriffe „Leere“ und „Lehre“ in einer Arbeit. Die beiden Leehrstuhlstelen sind als visuelle Marken für die nördliche und südliche Flanke der Wiese konzipiert. Mit ihrer jeweiligen Gesamthöhe von ca. 5 Metern bilden sie eine gedachte Blickachse, die über die Bürmsche Wiese hinweg kommuniziert.

 

Die eigentlichen Sitzflächen (40/40 cm) der Stuhl-Stelen befinden sich in luftiger Höhe von ca. 4,3 Metern und suggerieren, Hochsitzen nicht unähnlich, einen guten Überblick. Tatsächlich aber bleiben die Sitze immer leer. Sie spielen allein mit der Idee, von hier oben die Bürmsche Wiese zu betrachten und sie über ihre tatsächliche Nutzung hinaus mit eigenen Ideen und Gedanken zu füllen. Sinnbildlich gedacht wird die Wiese zu einem Landeplatz der Phantasie der Betrachter, ausgelöst durch die „Leere“ vom Zwischenraum.

 

Da sich die Stuhlstelen nicht als Sitzgelegenheiten eignen, haben sich im Laufe ihrer Entwicklung seltsame Parasiten hinzugesellt. In diesem konkreten Fall sind es mehrere aufgeblähte, runde „Echinocactus grusonii“, im Volksmund schmunzelnd auch „Schwiegermutterstuhl“ genannt, die an ihrer Oberseite jeweils eine tatsächliche, herausgearbeitete Sitzmöglichkeit bieten. Daher hat sie Georg Janthur im Falle seiner Leehrstuhlstelen für Verl auch als als „Parasitze“ bezeichnet.

 

Der Künstler

Georg Janthur

 

geboren 1958 in Wuppertal

1979 bis 1985 Studium der Visuellen Kommunikation, FH Düsseldorf

1987 Stipendium im Wissenschaftlichen Studienzentrum - NA BOLOM, San. Cristobal d. l.C. / Mexiko

1997 Arbeitsstipendium, Künstlerhaus Cuxhaven

1998 Und immer wieder feiern wir Himmelfahrt (mit Uwe Schloen) | Galerie Behringer | Gauting

2001 Die Tunisreise - ein Remake der Neopathetiker

2003 Int. live arts project, Mohni Island / Estland

2004 Arbeitsstipendium Denkmalschmiede Höfgen, Grimma

2005 Vom Gelb der Nacht und andere Dinge | BIS, Altes Museum | Mönchengladbach

2008 Art Panel "Through Our Eyes", Education Ctr, Metropolitan Museum, NY

2009 Dinge mit denen Geschichten beginnen, NY 2008 | Galerie Haufekonzept | Köln

2011 Milwaukee und andere Dinge | Schloß Ritzebüttel | Cuxhaven

2015 1. Preis Skulpturenwettbewerb, Rheda Wiedenbrück

2018 Artist in Residence, St. Antönien, Partnun/Prättigau, CH

2019 Das kleine Format | Malkasten, Düsseldorf

2019 Die Zaungäste beim ‚Urknall‘ / Stefan Wiesner, Escholzmatt, CH

 

Zahlreiche Ausstellungen und Skulpturenprojekte im öffentlichen Raum.

 

Georg Janthur lebt in Wuppertal.

 

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