Trauer um Josef Lakämper: Der Altbürgermeister ist am 19. Oktober im Alter von 88 Jahren verstorben. 38 Jahre lang und über acht Wahlperioden hinweg hat Josef Lakämper die Entwicklung Verls begleitet und maßgeblich mitgestaltet: Von 1975 bis 1999 stand er an der Seite des Gemeindedirektors als ehrenamtlicher Bürgermeister an der Spitze der damaligen Gemeinde. Anschließend war er bis 2013 Erster stellvertretender Bürgermeister.
„Mit Josef Lakämper verliert die Stadt Verl eine große Persönlichkeit“, würdigt Bürgermeister Robin Rieksneuwöhner den Verstorbenen. „Verl und seine Menschen lagen ihm wirklich am Herzen. Er hat sein Amt als Bürgermeister mit Leib und Seele ausgeübt. Seine sachliche und ausgleichende Art habe ich immer sehr geschätzt. Er war authentisch, hat gesagt, was er dachte, und sich nie verstellt. Das hat man immer gemerkt. Mein Mitgefühl gilt seiner Frau Paula und seiner Familie.“
Josef Lakämper wurde am 14. September 1938 geboren und erlernte nach der Schule den Beruf des kaufmännischen Angestellten. 1964 trat er in die CDU ein. Seit 1970 gehörte er der Gemeindevertretung der neu gebildeten Großgemeinde Verl an. 1975 wurde er zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt. Darüber hinaus engagierte er sich unter anderem als Vorsitzender der Kolpingsfamilie Kaunitz und als Brudermeister der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Kaunitz.
Mit der Reform der Gemeindeordnung 1999 endete die sogenannte Doppelspitze aus Gemeindedirektor und ehrenamtlichem Bürgermeister und ein hauptamtlicher Bürgermeister stand an der Spitze der politischen Gemeinde. Josef Lakämper wurde daraufhin zum Ersten stellvertretenden Bürgermeister gewählt und 2004 sowie 2009 in diesem Amt bestätigt. Nach seinem 75. Geburtstag legte er sein Amt nach insgesamt 38 Jahren an der Spitze der Kommunalpolitik beziehungsweise in repräsentativer Verantwortung zum 30. September 2013 nieder. Im Juli 2014 schied er auch aus dem Rat aus, dem er 44 Jahre lang ohne Unterbrechung angehört hatte.
Zu den wichtigen Vorhaben, für die sich Josef Lakämper während seiner Amtszeit einsetzte, gehörten zum Beispiel der Bau des Freibads und des Gymnasiums, die Einrichtung des Heimathauses sowie der Erhalt des St.-Anna-Hospitals. Nachdem dessen Fortbestand als Krankenhaus politisch nicht durchzusetzen war, engagierte er sich für die Umwandlung in ein Altenheim. Auch die Freundschaft mit den Partnerstädten – insbesondere mit Annaburg in Sachsen-Anhalt – lag ihm am Herzen. Die Stadtwerdung Verls zum 1. Januar 2010 unterstützte er ebenfalls.
Für sein langjähriges Wirken erhielt Josef Lakämper zahlreiche Ehrungen. 1993 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 2016 würdigte der Rat der Stadt Verl seine Verdienste mit der Ernennung zum Altbürgermeister.